Full text: Lübeckische Blätter. 1959 (119)

genau kontrollierte Vokalisation und einige Intona- unter der Härte des Anschlags, einem Mangel an tionsschwankungen zu Lasten dieser Überforderung dynamischer Abstufung, die noch hinter der tech- gehen. Im weiteren hörten wir Günther P o ds nischen Bewältigung zurücktrat; im 2. Satz hätte (Tenor), der mit Sicherheit und klarem Stilgefünl man sich eine intensivere Spannung der melodischen Seine Arien sang. Henneke G ülz o w war die ume Linien, vergleichsweise mehr „Portamento“ ger fangreiche Baßpartie der Bachkantate anvertraut wünscht; erst im 3. Satz schien sich Schmidt ganz worden. Mit seiner ruhigen, ganz auf ein klingendes freigespielt zu haben. Daß er die Bereiche des Vir- Piano aufgebauten Interpretation wurde er den tuosen mit einfühlender Differenzierung des ro- musikalischen und textlichen Anforderungen dieses mantisch poetisierenden Klavierklanges zu verbin- Werkes vollauf gerecht. den wußte, zeigte er danach aber überzeugend in Schumanns Abegg-Variationen. E... R 05; Das an dieser Stelle schon mehrfach erwähnte 2.Teil die junge Sopranistin Chr i s tiane Schütt Orchester der Vorschule der Musikakademie trat (eine Schülerin von Edith Vogt-Thieke) Koloratur- jetzt wieder mit einem umfangreichen Programm arien aus Meyerbeers „Hugenotten“, Webers ,. Frei- an die Öffentlichkeit. Es ist erstaunlich, mit welcher schütz“ und Nicolais „Lustigen Weibern“. Christiane Besetzung aufgewartet werden kann, und der Grad Schütt ließ aufhorchen durch ihre vorzüglichen An- der Vollkommenheit dieses Schülerorchesters ist lagen ein erstaunliches Tonvolumen in der äußer- wirklich beispielnaft. Der Dirigent Günter sten Höhe, Treffsicherheit und Sauberkeit in den Behr ens, der die jungen Musiker mit klarer, Koloraturketten und auch im schnellsten Parlando. unaufdringlicher aber sorgfältiger Zeichengebung F Das auf die dienende, den dünnen Orchestersatz um alle Klippen herumtührt, hat hier eine Aufgabe andeutende Rolle begrenzte Repetitor-Amt übte als gefunden, die er voll erfüllt; der Erfolgs des Abends Begleiter mit zuverlässiger Bescheidenheit Chri- war Beweis genug. sto ph Schuster. Einleitend erklang das Concerto grosso a-Moll Die Bemerkung, daß das Programm dieses an- op. 3, 8 von Vivaldi, in dem sich Rolf Wittorf regenden Abends bei einer Umstellung des 1. und und Gi s ela Kunz endor f (Violine) als Solisten 2. Teiles sich organischer entwickelt hätte, möge als bewährten. Rolf Wittorf betrat dann das Podium Bitte aufgefaßt sein, künftig auch dieser Seite der als Solist des Violinkonzerts G-Dur von Mozart, Hauskonzerte noch mehr Beachtung zu widmen. das der sehr begabte junge Geiger mit schönem Dr. Klaus Matthias Vortrag und sauberem, klangvollem Ton spielte. Die selbstverfkaßte Kadenz erschien allerdings zu virtuos, dadurch waren die an sich selbst gestellten Advent Ansprüche zu hoch. In der Kadenz hätte erst „die Ein Mysterium von August Strindberg Beschränkung den jungen Meister“ gezeist, ein Hin- Die stets wechselnde Stimmung - eiskalte Ruhe, weis, den ihm seine Lehrkräfte hätten geben müssen. flackernde Leidenschaft, Zerknirschung, Verzweif- Ohristian e Schütt, die sich mit der Mor- lung, Zynismus. Gläubigkeit ~ fängt Hans gün- tette „Exsultate, jubilate“ von Mozart vorstellte, th er Hey me in seiner Inszenierung des Strind- besitzt einen hellen, klaren Sopran, der besonders in bergschen Mysteriums mit bannender Kraft ein, und der zweigestrichenen Oktave seinen Wert erkennen das geist- und geheimnisvolle Bühnenbild Chri- läßt. Die Neigung zu einem leichten Vibrato ist noch s tian Sc hieckels trifft das Wesen dieses Wer- als belebendes Element der Stimme zu betrachten, kes genau. Auch die Zwischenmusik von Heinz darf sich jedoch nicht verstärken. Die schönen An- MHolliger in ihrem Nebeneinander und Durch- lagen zum Koloratursopran traten besonders im einander schrillster Dissonanzen und altkirchlicher dritten Satz in den Halleluja-Koloraturen zu Tage, Musik wirkt als gute Illustration, d. h. sie kristalli- die mit erstaunlicher Lockerheit und Deutlichkeit siert das Geschehen und das, was in den Menschen rollten“. Aber auch die Iyrischen Töne liegen der sich vollzieht, zur einfachsten Form. Die Bandüber- Sängerin die sie im zweiten Satz zur Geltung zu tragung ließ zu wünschen übrig. bringen wußte. Dem mystischen Charakter des Stückes suchte Die beiden Solisten wurden von Günter Benrens der Regisseur auch dadurch gerecht zu werden, daß it L V: Orchester in Kklanglicher Zurückhaltung er die Mitwirkenden ihre Rollen sleichsam statua- tt! EL: dat üs Abschluß mit dem durch einige risch spielen 1eß, soweit das jeweils möglich war, fes kräfte verstärkten Orchester die Sinfonie Nr. 5 oder doch das Spiel der Bewegungen auf ein Min- Lehre ; on Schubert darbot, die die jungen Mur destmaß einschränkte. Das galt in hohem Grade für st u Yeachtlichem Können spielten. Die Andere (Enzis Pircher). In jedem Falle Viele junge Zuhörer spendeten allen Beteiligten su sich se fra OSE § ! . herzlichen Beifall. f; ; ein. H e1mu th von Sch even charakterisierte Hans-Jürgen Wille den Richter in seinen immer wieder wechselnden Seinslagen vorzüglich. wenn auch die unerbittliche 17. Hauskonzert der Gesellschaft Hzse sst verge ves. 511. tt r Mit dem 1T7. Hauskonzert trat diese verdienst volle Richterin von Lola Chlud war, wie das volle. dem künstlerischen Nachwuchs Gelegenheit stück es verlangt. die stärkere Persönlichkeit. Am 'st Kontakt mit dem Publikum bietende Ein- realistischsten durfte Julius Kandels seine r „Gemeinnützigen“ nun in das 5. Janr Rolle des Nachbarn gestalten. VIrich Mat- ihres Bestehens ein. s c h o B gab Den Anderen. Diese ausgetiftelte Ge- il des Programms bestritt Tho - stalt, Teufel und Verstorbenen, der aber mit dem Den ersten So:; ies r Meisterklasse Eliza Han- Diesseits noch in enger, von Strindberg tragisch se- tts §s G h aus IS ole Klavierwerken von meinter Verbindung steht, dieses zwielichtige Wesen 74 Vit §'§i ye Wenn sich auch der zunächst turen glestyürai aut gte Fütrne zr ste ten. .: ; ältni ü aum möÖö . ptters Lose! uu instis suf die lan T uicht zu Bühentscieuchtuns; tr n Urn rst Lys htsrtutren. 446 Ickzist hockt tau thetn ü5f: r elm Zzeben Können. Die kurzen. aber wich- v} \.
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