Full text: Lübeckische Blätter. 1959 (119)

kurieren zu lassen. Dieser hatte sich nämlich ber der Hohe Rat der Stadt wollte ihm das Physikat schwert, daß Hamburg offenbar zu arm sei, um sich anvertrauen, sondern auch der Herzog Johann einen fähigen Physikus zu halten. Friedrich von Schleswig und Holstein, damaliger Der Lübecker Physikus war damals eine hochan- Erzbischok von Bremen und Bischof von Lübeck, gesehene Persönlichkeit. Er gehörte zur „familia wünschte ihn zu seinem Leibarzt. Das verlockende senatus“. In dem alten Ratsstuhl in der Marien- Angebot konnte er erst annehmen, nachdem sein kirche stand ihm neben den fremden Gesandten ein Landesvater, der Herzog von Braunschweig, ihm Platz zu, und bei seinem Leichenbegängnis erklang die gewünschte Entlassung aus seiner Professur er- das Glockenspiel von St. Marien. teilt hatte. M e i b o m hatte als Physikus in Lübeck Einer der Nachfolger Reuchlins war Dr. die Ratsapotheke zu beaufsichtigen, die Wundärzte Joh. Heinrich M e i b o m. Er wurde am 27. August und Hebammen zu prüfen und „auf den Gesund- 1590 in Helmstedt geboren als Sohn eines berühm- heitszustand der Stadt Acht zu haben“. Von drei Johann Heinrich Meibom geb. 27. August 1590 in Helmstedt, gest. 16. Mai 1655 in Lübeck ten Professors der Poesie und Geschichte. Er studierte großen Epidemien ist die Rede, bei deren Be- in seiner Vaterstadt, in Wittenberg und Leipzig kämpfung er sich auszeichnete: Es war das Fleck- Medizin. Seine Kenntnisse erweiterte er auf einer fieber im Jahre 1639, die Influenza im Jahre 1643 Reise durch Italiens medizinische Hochschulen. 1619 und schließlich der Keuchhusten. Er starb am erwarb er in Basel die Doktorwürde. Schon im 16. Mai 1655 in Lübeck und wurde mit hohen Ehren nächsten Jahre sehen wir ihn mit 30 Jahren als zu Grabe getragen. Sein Bild ist uns erhalten. Professor der Medizin in Helmstedt. Die Wirren Sein Sohn H ei nrich, 1638 in Lübeck geboren, des 30jährigen Krieges vertrieben ihn aus seiner wurde noch berühmter als sein Vater. Er bekleidete Vaterstadt. Auf der Flucht kam er 1626 auch nach in Helmstedt nicht weniger als drei Professuren, Lübeck. Hier zog er durch „mehrere glückliche und zwar die der Geschichte, Poesie und Medizin Kuren“ die Aufmerksamkeit auf sich. Nicht allein und galt als hervorragender Polyhistor. Nach ihm [ 26
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