Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

Und noch eins, wovon wir sprechen hörten: den früheren Rindruck wahrend, in einem der vom Warum Wiederaufbau des Naturwissenschaftlichen Feuer verschonten Patrizierhäuser erstanden ist, hat Museums am Dom? Jahrzehntelang hat man die uns sehr gefreut. Zur absoluten Vollkommenheit Verschandelung der südlichen Domseite durch den schien uns nur die früher rühmlichst bekannte vor noch nicht siebzig Jahren aus dem ,,Geist der „Schabbelhauspastete‘’ zu fehlen, ein Manko aller- Zeit“ geschaffenen Neubau bitter beklagt. Nun hat dings, das sich leichter reparieren läßt, als schlim- die Katastrophe von 1942 an dieser Stelle wirklich mere Fehler. einmal reinen Tisch geschaffen, und schon plant Mit diesem Stichwort betreten wir, nicht ohne man, einem on dit zufolge, an der gleichen Stelle wohlmeinende Vorwarnung aus Freundesmund, der eine Wiederholung aus dem Geist unserer Zeit oder wir aber, grundsätzlich nur dem eigenen Eindruck gar im Stil des alten Klosters. Unsere unmaßgeb- vertrauend, nicht ohne weiteres zu glauben be- liche Meinung ist: Fort mit den Trümmern des schlossen haben, den Markt: 0, Himmel, so Museums, uncl der Dom wird schöner als ie wieder- schlimm hatten wir es uns nieht vorgestellt! Nach erstehn! dem Bombenangriff, den die Post als einziges Bau- St. Aegidien: Wer an einem trüben Vebruartage werk am Markt fast unversehrt überstanden hatte, vor dem schmalen Giebel des Rekhauses Schild- machte trotz aller Trauer ein Wort voller Galgen- stralie-Aegiclienstraße steht, hinter dem der ger humors die Runde: Nicht Engländer, nein, Ameri- drungene, westfälisch wirkende Turm der Kirche kaner hätten den Angriff geflogen und die Post ver- schemenhaft in den nebelverhangenen Himmel schont, weil sie das für die Lübecker Gotik gehalten ragt, dem erscheint gerade diese Stelle weit mehr, hätten. Nun, heute repräsentiert die Post im neuen, als der jetzt der Textilwerbung dienende Holsten- schlichten Gewande das bei weitem schönste der torplatz, als ein Symbol all dessen, was einmal neueren Gebäude. Was da, ganz abgesehen vom Lübeck war. Ganz still und andächtig standen wir „Aktenzwinger“ nach der Breiten Straße und Kohl- eine Zeitlang an diesem, vielleicht schönsten Alt- markt zu entstanden ist, trägt den Stempel miß- stadtpunkt. 0, bitte, liebe Stadtplaner, laßt Euch glückter Kompromisse, wirkt ausgesprochen gekün- niemals einfallen, dort dem Zeitgeist Konzessionen stelt und kleinlich, mit einem Wort, scheußlich. zu machen! Die Stadtregierung, die den Mut (und das Geld !) auf- St. Katharinen: Die alte Schönheit, vermehrt bringt, diesen Kleinstadtmarkt wieder abzureißen, durch die wiedererstandene Schönheit der ergrei- wird sich ein historisches Verdienst erwerben, selbst kenden Barlach-Figuren. Rin überzeugendes Bei- auf die Gefahr hin, daß die Kohlmarktseite unbe- spiel für die Möglichkeit konsonanter Verbindung baut bleibt, und der Verkehr, wie es dem Mesen von Altem und Neuem. Selten tritt einem die geir Siner lebendigen Stadt entspricht, tangential am stesgeschichtliche Verwandtschaft zwischen G ik Markt vorbeiflutet. Ich habe mich mit der Theorie und Expressionismus so deutlich vor Augen. des „stillen Marktbezirks“ nie 8s0 recht hokroupcen. ESSO SSE. : .: B qq; UE, e : begründeten ,„Kaaks“, dessen numerierte un Hier dominieren Heilig-Geist-Hospital, St. J akobi f grun ae Eines] d tr RU A t E Laseor- jd Sehiffergesellichaft noch durehaus. Was an tctogratierte Rinzelteile in gens cen gor. Neuem hinzukam, bleibt bescheiden und sachlich fer schlafen, Jetzt unüberss are 11 “is M. Ein kleines Beispiel, wie man es zk. . Lender Kraftwagen ein schläfriges Idyll im Mi SSESCG CHE C I ENS lrigle. I p ?êl. der ja im Hilde zu. hlojhsr. der durch die bauliche Neuge- schon lange vor dem Kriege mn die Köni ; ; GAK est EcthhtSSSEE EESEESSettB!B. U:: alten Herrn nebenan im »Heilig-Geist“), die wohl Leuten cu ran die wenig ‘Achtung vor den re F;) vwersheut auf den Banken zu steinernen Zeugen einer großen Vergangenheit, ! i i en schei- Breite Stra s -- Mongsiraßo: Dis Heile Siz.ß fumindest aber wenig Geschmack zu hab gibt sich Mühe, ihren alten Namen endlich einmal Da ich keine Ahnung habe, wer dafür verant- wahr zu machen. Da die alte, geschwungene Linien- wortlich zeichnet, bitte ich denjenigen oder die- führung trotzdem im Wesentlichen erhalten blieb, jenigen, die sich von meiner so offenherzig bekun- wirken die neuen Geschäftsbauten größtenteils gut deten Meinung betroffen fühlen könnten, mir zu undl angepaßt. Was an Wiederaufbau in der Meng. glauben, daß dies kein Planmäßiger Angriff, kein straße geleistet wurde, ist imponierend. Wenn ein- „Schuß aus dem Hinterhalt“ sein soll. Sie mögen mal die Kapelle „Maria am Stegel‘“’ wieder errichtet daraus nur den Grad meiner von unausrottbarer ist, wird auch der schöne, von den Giebeln der Anhänglichkeit an Lübeck genährten Enttäuschung Mengstraße und dem Laubengang des Kanzlei- und Trauer ermessen. gebäudes begrenzte Platz nördlich der Marienkirche St. Marien: Muß ich mich schämen, zu gestehen, jut zeinen Bäumen ein wiedererstandenes. Stück daß ick Js Kirche vor zehn Jahren einmal mit des lieben alten Lübecks sein. Daß Weiter unten Hilfe eines Modellierbogens aus Holz und Pappe em neues Schabbelhaus, im Innern spiegelbildlich nachgebaut habe ? Ich habe sie vom ersten Augen- U)
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