Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

in den Beneluxländern und in Italien, dis Lösung „Miteigentum“, ,Volksaktie“, „Atomenergie“. fu der Saarfrage, das Wirken der Montanunion, dann Hat bei der Verwendung der Atomenergie der kreie G ~ fuhr der Redner fort — ,,sollten wir bei keiner Unternehmer noch etwas zu sagen, oder ist dies die Al dieser Nationen noch nach den Motiven fragen, die alleinige Aufgabe der planenden Menschen im staat- sic heute dazu führen, daß wir uns einigen, sondern lichen Leben ? Hier tritt ganz klar der Unterschied dez wir wollen kräftig mitarbeiten an der Entfaltung der Auffassungen zutage, und ich bin sicher, daß So aller wirtschaftlichen Möglichkeiten, die ein großer die zukünftigen Jahrzehnte uns zu einer sehr leb- de: Markt bietet, wie es Europa einmal ist und –~ wie haften Auseinandersetzung über die Frage „freie hre wir hoffen — in spätestens 12 Jahren sein wird. Marktwirtschaft“ oder ;Planwirtschaft‘“ zwingen Ms Vür viele technische Entwicklungen, die ich Ihnen werden — einfach deshalb, weil die Ausnutzung der bez eben aufgezeigt habe, ist die Tatsache eines gemein- Atomenergie in Hände gelegt werden muß, die mit kre samen Europäischen Marktes überhaupt erst die ihr umzugehen verstehen. Ich bin aher sicher, daß dig Voraussetzung ihrer Ausnutzung. Wir sind in so eg Unternehmer gibt, die es auch in freier Entschei- Be kleinen Größenordnungen von 40- bis 50-Millionen- dung zu tun in der Lage sind. Und lassen Sie mieh ver Völkern gar nicht mehr in der Lage, noch in Kon- damit, mit dem Wort ,,freier Unternehmer zum bec kurrenz zu treten mit den kinanziellen und mensch- Ende kommen. Der Unternehmer ist — ich glaube, Lo] lichen Möglichkeiten der 200- Millionen- Völker wie das kann man ohne Vberheblichkeit sagen Ö: dis i VSA und Rulland. Personifizierung dieser beiden Begrikke „Freiheit ' 9 Das Bild von den Aufgaben des Unternehmers und Vigentum“. Solange es . NO wü wäre unvollständig, wollte ich die Gewerkschaften sten gibt, die diesen beiden Begrikfen noch .das Wo unerwähnt lassen. Die nahezn in allen Sparten un- Erstrebenswerte belassen und die mit diesen beiden der serer Wirtschaft erreichte Vollbeschäftigung hat Begriffen ernst, gütig, aher auch freudig umzugehen hät zwangsläufig die Machtposition der Gewerkschaften verstehen und bereit sind, sie zu verteidigen, so- gestärkt, und daß sie bereit sind, diese Trümpfe, lange habe ich keine Angst um das Weiterbestehen Sc auch auszuspielen, haben wir vor 12 Monaten hier unserer abendländischen Gesellschaft. den erlebt. Ich hoffe, daß wir es in Kürze nicht wieder Da; erleben. Wie sehr aber die Gewerkschaften sich da- Zum Wriederaufbau des Dom-Paradieles ict mit von dem Boden des Auftrages entfernt haben, In seinem Aufsatz „„Die nördliche Vorhalle des Les; der ihnen bei der Gründung von arbeitenden Men- Lübecker Doms“ (Nr. '3 der „Lübeckischen Blät- Do; schen einmal erteilt wurde, das sei hier nur neben- ter“) befaßt sich Herr Architekt Grau mit einer Pax bei erwähnt. Es gehört nicht zur Aufgabe meines Frage, die über den engeren Kreis der Dom-St. Pe- rich Vortrages, dieses zu untersuchen, aber um einen tri-Gemeinde hinaus alle Bürger unserer Stadt, an- um objektiven Blickwinkel zu diesen Dingen zu errei- geht. Der Wiederaufbau bzw. die Neugestaltung der chen, wollte ich es nicht unausgesprochen lassen. unserer ältesten und ehrwürdigsten Kirche kann tier Wir als Unternehmer jedenfalls sind der Meinung, gar nicht lange und reiflich genug überlegt und all- Wel, daß wir in der offenen Aussprache über die Gemein- seitig diskutiert werden, und zwar bevor die Fach- Vor samkeit der Aufgaben, die Gewerkschaften und Un- leute ihre Arbeit beginnen, nicht erst hinterher, wie geg ternehmer haben, dem Ziele näherkommen, als es bei uns leider nur zu oft der Fal] gewesen ist. mit wenn wir uns bekämpfen. Besonders erfreulich erscheint mir die grundsätz- ode Ihnen als Lehrern und Erziehern und uns als Un- liche und eindeutige Stellungnahme füreinen Wieder- hoh ternehmern muß doch alles darauf ankommen, den aufbau des Domparadieses in der Vormensprache dies sozialen Vortschritt. all der vielen Menschen, die unserer Zeit. Da infolge mangelnder Vorlagen eine es ( hier im Westen vereint sincl, zu fördern, den so oft Rekonstruktion des ursprünglichen Zustands (also hab zitierten Lebensstandard zu heben ~ und zwar um vor den verfälschenden Restaurierungen von 1878 bis die mnere Sicherheit zu erhöhen, um die geistige und 1886/87) nicht in Frage kommt, ist dies gewiß des] Haltung dieser Millionen von Menschen zu kestigen, die einzig ehrliche Konsequenz. Jeder Versuch Pro so daß sie Sewappnet sind gegenüber den ideologi- gciner „Angleichung“ an mittelalterliche Bauformen falls schen Angriffen des Ostens. Wenn uns dies nieht führt unweigerlich zu irgendeiner Art. von „Neo- Wer: gelingt, ist jede Mark umsonst ausgegeben, die wir gotik“’ oder bestenfalls zu einer zwar korrekten, aber in ein Gewehr hineinstecken. Mir können mit Recht sterbenslangweiligen „Reißbrettgotik‘“’,vor welcher der Überzeugung sein, daß die Lebensformen der uns der gute Geist Heinrichs des Löwen bewahren westlichen Welt die wertvolleren sind. Warum ? möge. Um unserer Redlichkeit willen müssen wir Ich glaube, man braucht °s gar nicht versuchen den Mut zu einer zeitgemäßen Lösung aufbringen + 4 zu definieren. Vs genügt einfach, die Anzahl der ich zweifle nicht daran, daß es unter den lebenden Hax Menschen, .die von Osten nach Westen wandert, Architekten Könner gibt. die einer solchen Aufgabe unt; mit derjenigen, die von Westen nach Osten wan- gewachsen sind. so dert, zu vergleichen einen besseren und schlagen- Die einstigen Funktionen der Paradiesvorhalle keh deren Beweis gibt, es nicht. (Stätte des geistlichen Gerichts, der Almosenver- die . Ieh möchte Dinge anklingen lassen, die uns als teilung, des Aufenthalts der vom Gottesdienst aus- 2u € Unternehmer bewegen. Es sind Fragen, die wir geschlossenen Büßer) treffen für unsere Zeit nicht Wah vielleicht in der Diskussion nachher o p benötigen also keinen »repräsenta- Der beleuchten können. Ich gebe nur die Stichworte tiven“ Prunkbau. Die neue Vorhalle hätte lediglich 4.6
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