Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

zr Jerusalem“ erfreuen durfte als eines echten Over- keit Dr. Strucks in Lübeck richten. Gustav Struck Ä beck aus seinen besten Jahren, an dem er ein halbes wurde am 27. Januar 1889 in Rostocl geboren. s Menschenalter gearbeitet hatte (siehe die Ab- Von 1913 bis 1918 studierte er in Berlin und Rostock t bildungen in der Bildbeilage der ,„Lübeckischen Germanistik, Geschichte, Erdkunde und Philo- s Blätter“ vom 21. April 1957). So mag denn in Er- sophie und promovierte mit einer preisgekrönten zj innerung an dieses uns 1942 verlorengegangene Bild Dissertation über „„Die philosophischen Lehren von ki Schnorr von Carolsfeld noch einmal das Wort VFriedrich Bouterwek“ zum Doktor. Nach einer § haben. Er schreibt aus Rom am 19. Mai 1824 an Tätiglceit als Volontär an der Universitätsbibliothek E: einen Freund: „Die Absendung seines Kinzugs‘ Rostock wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter Il ist kür Overbeck eine wichtige Epoche. Fünfzehn und später Bibliotheksrat (1925) an der Landes- . Jahre war dieser Freund an seiner Seite und hat bibliothek in Kassel, bis er 1934 als Direktor die den Beginn und die Entwicklung seines Meisters Leitung der Lübeckischen Stadtbibliothek über- ft erlebt; jede neue Erfahrung, jede Erregung des Ge- nahm. Sich auf die Vorarbeiten des verstorbenen k fühls wirkte auf diesen Freund, gestaltete ihn und Bibliotheksrates Dr. Heinrich Schneider stützend, : gab ihm das Gepräge. Nicht nur Overbeck fühlte gab Dr. Struck als „Veröffentlichung der Lü- ü bei der Trennung von dem Bild, wie es mit ihm beckischen Stadtbibliothek“ den Briefwechsel zusammengewachsen war. Frau, Dienerschaft und zwischen Geibel und Goedeke heraus. Von seinen [6- Nachbarn nahmen den größten Anteil. Die alte Beiträgen für den „Wagen“ seien als längere, wert- i Magd weinte bitterlich. Ieh wollte, Sie könnten volle Aufsätze genannt:: „TyIl UVlenspegels poetische 18 das Bild noch einmal sehen, es ist doch ein gött- Sendung“, „„Johann Georg Hamann, der Magus des liches BUd.“ Paul Brockhaus Nordens“, „Philipp Otto Runge“, „„Ernst Moritz Arndt auf der Märchensuche“ und ..Jan Hinnerk Dr. Gustav Struck zum Gedächtnis up de Lammerstraat.“ ler Am 14. November 1957 verstarb in Kassel der Besonders die Niederdeutschen in Lübeck fühlen on ehemalige Direktor der Lübecker Stadtbibliothek, sich Dr. Struck zu Dank verpflichtet. Schon 1920 ür Dr. Gustav Struck, dem auch Lübeck ein ehrendes übersetzte er zum ersten Male ein Hauptwerk aus * Angedenken zu bewahren verpflichtet ist. Während der mittelniederdeutschen Literatur ins heutige Ir. der siehen Jahre, die Dr. Struck in Lübeck tätig war, Plattdeutsch, das 1463 verfalte „„Redentiner Oster- ’ti half er mit, das geistige Gesicht der Hansestadt zu spiel“ des Doberaner Zistersiensermönches Peter l prägen. Harmonisch vereinigten sich in ihm Eigen- Kalff, das 1933 auch in Lübeck durch die Laien- ". ar SU tr r vr terre r sr ws cs >. die lautere menschliche Persönlichkeit, sein ganzes In bester Erinnerung sind auch die von Dr. fi Wesen, das fest im niederdeutschen Volkstum ver- Struck gestalteten Volksabende der ,,Platt- j ] wurzelt war, auf der anderen Seite die ungewöhn- dütschen Volksgill“, zu deren Gildenrat er gehörte. 2t liehe Gelehrsamkeit, die aus allen seinen Veröffent- Immer galt seine besondere Liebe dem Nieder- sf. lichungen, Aufsätzen, Vorträgen, Kritiken und deutschen. Er beherrschte die Sprache des Volkes, Reden sprach. Dr. Struck ist der Verfasser von er sprach plattdeutsch, wie nur ein Bauer oder 's Arbeiten von tiefer wissenschaftlicher Prägung; Schiffer es sprechen kann. Ihm war die seltene [es er hat sich daneben eine belebende Bindung zu Gabe verliehen, diese Sprache in ihrer ganzen bild- ss §ts1ztuczhätien: Volkstum bewahrt, wie es wenigen betten. anschaulichen, plastischen Fülle zu meistern. t6s "IE dos Fejtrop.1934 bis 1940 war er Muziiceitiker Eh RE ss § Pot tr kür tt thoclisekszn Ziztisr und zel sri “ ttt, t sie 80 trefflich nur aus der gesunden U U ite tucer Veic Kruitr dé Jet Pzjr geber. vurorkülualten Voliuiumns atttgeltet 5- durch ein gesundes Urteil, einen ziselierten Stil und nicht den Humor Vergessen, mit dem er ein Thoma e einen erstaunlichen Reichtum in der Wortwahl aus- anzupacken verstand, jenen zu Herzen sprechenden mn zeichnen, sind Kabinettstücke in ihrer Art. Humor, der, wenn es nottut, sehr wohl eine über- 1940 erhielt er einen ehrenvollen Ruf als Direktor legene Ironie zur geschmeidigen Waffe schärfen der nassauischen Landesbibliothek in Miesbaden. kann. Beispiele seiner plattdeutschen Sprach- Ing Als nach dem Ende des unseligen Krieges die formung finden wir in seinen Beiträgen zu dem 1937 an- Engländer und Amerikaner blindlings und unter- erschienenen Büchlein „Niederdeutsches Lübeck“, ohl schiedlos entgegen aller menschlichen Gerechtigkeit in der Veröffentlichung der Fehrsgilde ,.Platt- in auch die kulturell führenden Männer aus ihrer dütsche Reden“ und im .Blinkküer ut Lübeck“), ten ßteluns Hitssrutzt. sicherte sich der bekannte das der damalige „Lübecker Volksbote“ allwöchent- [2° |! ) 44/7 "h! §e Martes slr ruüvelhite Hetire:icige rheine ine Bibliotheken der Welt zu findende Enzyklopädie schaftliche Arbeiten über Buch- und Bibliotheks- urt- »Die Musik in Geschichte und Gegenwart“. wesen und auf seine Mitarbeit an der Lübecker 80 . Mir aber wollen nach einigen kurzen Notizen Volkshochschule hinweisen, deren Leiter er von eck über seinen Lebensweg unsern Blick auf die Tätig- 1934 bis 1937 war. so vervollständigt sich das Bild i in 91
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