Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

biet die für die soziale Gemeinschaft notwendige ständige Überwachung und Kontrolle durchzufüh- ren. Auf dem Sektor der gewerblichen Trinkwas- serversorgung sind die Verhältnisse im allgemeinen so gut übersichtlich, daß die Kontrolle relativ ein- fach ist. Auch sind die Qualitäten des geförderten Wassers gewöhnlich recht gut, da viele Betriebe einen großen Bedarf haben und daher das Wasser aus einem der unter dem Stadtgebiet liegenden Druckwasserstockwerke entnehmen. Verunreinigun- gen des Wassers, die in solchen Fällen festgestellt werden, sind leicht auf bauliche oder sonstige von der Oberfläche herrührende Fehler zurückzuführen, da das Tiefenwasser glücklicherweise seine hervor- ragende Qualität bisher behalten hat, soweit es nicht der zunehmenden Versalzung unterliegt. Ungleich schwieriger und komplizierter liegen die Verhältnisse aber bei den Tausenden von alten und neuen Flachbrunnen, die sich im Gebiet der Stadt befinden und die der privaten Trinkwasser- versorgung bzw. kleinen Gewerbebetrieben dort dienen, wo die zentrale Wasserversorgung bei dem schnellen Wachstum der Stadt noch nicht vorhan- den ist, oder wo es dem Besitzer geglückt ist, den Anschluß bisher zu umgehen. Hier wurde und wird noch heute gegen die Grundsätze der Hygiene in einem Ausmaß gesündigt, das nicht entschuldbar Abb. 1 ist und Gefahr bedeutet. Man fragt sich oft, was Öffentlicher Brunnen. Es handelt sich um einen Rohrbrunnen, bei dem der gespaltene Deckel nur einen niedrigen Montageschacht bedeckt. Er fördert vorläufig noch einwandfreies Trinkwasser. Lebensmittelgewerbes, ist so hoch, daß der Bezug städtischen Leitungswassers die Produktion nicht unerheblich verteuert. Das Grundwasser hat gegen- über dem Wakenitzwasser den außerdem geschätz- ten Vorzug einer ständig gleichmäßigen niedrigen Temperatur, was z. B. für Kühlzwecke sehr wichtig ist. Oft allerdings wird nur deshalb noch Grund- wasser entnommen, weil von der Väterzeit her eine alte Brunnenanlage vorhanden ist, die aus Ren- tabilitätsgründen oder Gewohnheit weiter ausge- nutzt wird. In einigen Fällen, es muß dies leider gesagt werden, trägt private Profitsucht, Gedan- kenlosigkeit und Unverstand die Schuld an wenig erfreulichen Zuständen. Verkasser kennt eine ganze Reihe der privaten gewerblichen Trink- und Brauchwasserversorgungs- anlagen in Lübeck, von denen der größte Teil mustergültig gehalten und gepflegt ist. Leider gibt es aber —~ wie gesagt – auch das Gegen- teil und vorläufig reichen die gesetzlichen Bestim- mungen noch nicht aus oder wurden aus ver- schiedenen Gründen nicht mit der erforderlichen Energie angewandt, um unverständigen Mitbürgern das benötigte Mindestmaß an Gemeinsinn beizu- bringen. Sobald jedoch die Wassergesetze der Län- Abb. 2 der, die zum Bundeswasserhaushaltsgesetz als Rah- Im Hintergrund der Misthaufen, in der Mitte ein mengesetze erlassen werden müssen, im Frühjahr Teich, der mit dem Grundwasser in Verbindung des kommenden Jahres in Kraft treten werden; Steht, im Vordergrund der Brunnen. Das Warn- wird es relativ leicht möglich sein, auf diesem EL fchild sagt aUlos. Weitorer F osücat:r ist deter 252
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