Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

man das Parken rund um die Kirche nicht zuläßt. ausschußB der Lübecker Schwimmhalle, um die Die Stille für eine solche Stätte wäre gewährleistet. Dinge zu gestalten und zu finanzieren — wrenn sie Die Kirche würde für alle Feiern, die üblicherweise weiterer Verfolgung wert sind. Ob man den Bund unter freiem Himmel abgehalten werden, bei un- und das Land beteiligen sollte, möge unbeantwortet günstiger Witterung einen würdigen Ersatz bieten. bleiben. Das Ganze wäre ja wohl im wesentlichen Die Form der gotischen Halle käme einer solehen eine Lübecker Angelegenheit, aber deshalb brauchte Verwendung weitgehend entgegen. Kirchliche Verr man zu einer Beihilfe nicht nein zu sagen. Ent- anstaltungen dürften in einer solchen Gedächtnis- scheidend müßte sein, daß diese Stätte ein wenig die stätte abgehalten werden können, vielleicht in Weisheit widerspiegelt. die wir aus unserer eigenen eingebauten Nebenräumen im ehemaligen West- Stadtgeschichte entnehmen können: ,.Sic transit werk oder in Kapellen für besondere Zwecke. Kon- gloria mundi“, und nun bitte die tüchtigen Lateiner zerte kirchlicher Art, wie sie schon einmal vor- fortzufahren: „„Aber die Menschlichkeit bleibt“, die geschlagen wurden, könnten ebenso stattfinden. Menschlichkeit, wie wir sie in unseren Mauern durch In der Hauptsache aber sollte die Kirche jederzeit unsere Nachbarn im Norden erfahren haben, als es offen sein und vorwiegend dem dienen, was 2. B. unsschlecht ging, und wie wir sie im eigenen beschei- bei dem Mahnmal für die Kriegsgefangenen unter denen Rahmen versucht haben, mit der Wiederauf- den Rathausarkaden überhaupt nicht möglich ist, nahme der Nordischen Tage und anderen Begeg- nämlich dem bißchen Ruhe und Besinnung, um nungen zu bekräftigen. wenigstens einen Hauch davon nachzufühlen, was Gewiß, Geld wird sich mit einer solchen Stätte Jahre hinter Stacheldraht in Wirklichkeit bedeuten. nicht verdienen lassen. Sie wird an Erhaltung An einer solchen Stätte wären wir alle beteiligt, ständig einiges kosten. Aber vielleicht sagte sie Kirche und Laien, Einheimische und Flüchtlinge, den besinnlicheren unter uns und unseren vielen Unternehmer und Arbeiter, Stadt und Lübecker Besuchern, daß wir neben so vielem glitzernden Körperschaften. Deshalb sollte sich auch eine ent- materiellen Aufwand das menschliche Ich nicht sprechende Gruppe von Bürgern zusammenfinden ganz vergaßen. können, etwa in ähnlicher Vorm wie der Arbeits- Helmuth Niendorf Rechtsordnung und Unternehmertum Auf einer kürzlich stattgefundenen Aus- uyreilen auch Staatsanwälten. zumeist erst im Einzel- spracheveranstaltung der Industrie- und Han- prozeß in praktischen Kontakt. Er wird zwar delskammer zu Lübeck, in der über „Wesen häufig seine vertraglichen Beziehungen mit Hilfe und Aufgaben des Unternehmertums“ zwischen eines Anwalts schon im Stadium der betrieblichen Richtern. Staatsanwälten und Rechtsanwälten Planung gestalten. Zuweilen auch hat er die von einerseits und führenden Persönlichkeiten der ihm initüerten betrieblichen Vorgänge vertrags- Wirtschaft andererseits gesprochen wurde, rechtlich nieht zweckgerecht und vorteilhaft ein- brachte u. a. Syndicus Dr. Schröder folgende gerichtet. Das wird er u. U. erst im Prozeß fest- Gedanken zu obigem Thema: gestellt erhalten, dann. wenn „„das Kind in den Wenn man die Funktion der Rechtsordnung und Brunnen gefallen ist“. In jedem Falle wird er der unternehmerischen Tätigkeit einander gegen- gegenüber den Juristen die Kenntnis der Praxis“ überstellen will, so hat die erstere im wesentlichen und den ,.gesunden Menschenverstand“ für sich in immer nur re ulierende und zuvörderst statische Anspruch nehmen. Wie dem auch immer sem mag, Aufgaben für gn. Gemeinschaft zu erfüllen. Das es ist nicht zu leugnen. daß die Kenntnis des Unter- gilt auch für das Gebiet des Handels- und Wirt- nehmers über das wirtschaftlich-dynamische Ge- schaftsrechts im speziellen. jchehen yon primärer Bedeutung ist gegenüber dem Der Unternehmer dagegen wirtschaftet dyna- lediglich ordnenden, formulierenden Tätigwerden misch, anfangsetzend und gestaltend. Für ihn ist des Anwralts. Stellt doch diese nur das äußere die äußere, formale Einkleidung des von ihm initi- „Gewand“ des Vorganges her. . ierten betrieblichen Geschehens von zweitrangiger Kommt nun die Sache vor den Richter, so sub- Bageutung; e uhl sr dis Rechtsordnung, ihre sumiert dieser den nachträglich abzuurteilenden Sanktionen gegenüber Dritten und sich selbst pirisclatihchen sure rb« r§te W aft Erg tztrtich anerkennt. ..zenheit ler Funbtianen tv dab~i tre üer „ Handelickter . cin er. der Rechtsordnung und des Unternehmers resultie î k c: Usus icRtsz; LÄût. so wird jn die häufig in Kreisen der gewerblichen Wirtschaft Mandel s n.. 1 utjehter. Pl. o~.~ U w anzutreffende Ablehnung des juristisch-formalen bestmöglicher Weise em zUhtB: Den cas Fs horrscht hier - wieweit zu Recht. verstand‘‘ Genüge uztqr r fer .. En ciel bleibe ausdrücklich dahingestellt das Gefühl Die Ipdustrie. nu iz L U§s rer usr zee vor, juristische Abstraktionen seien nutzlos. Diese facher Hinsic ts : ps tzterther : werden zuweilen als „Haarspaltereien“ bezeichnet. bunden. Sie stellt die wesentlichste ..C elle". i rn‘ gzwischen dem eschilderten subjektiven, dynamisch j zr. Uutemkzsr. rush. ri dre k: c zu- greg. Wollen der Unternehmer und der 153
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