Full text: Lübeckische Blätter. 1958 (118)

Büchertisch Aber in der Farbe liegt wohl die eigentliche Stärke des jungen Künstlers. Die Spannweite seiner Palette erweist Hildegard Stern, Die schwarze Sonne. Fünf sich am eindeutigsten in den Temperabildern kleineren Liebesgeschichten. Moritz Schanenburg Verlag, Formates. Fast immer stoßen wir auf ein brennendes Rot, Lahr im Schwarzwald. o aus dem eine Fülle von Nuancen entwickelt wird, von Dem 1956 erschienenen Bändchen „Das Hugenotten- kühlem Rosa über reines Zinnoberrot bis zum Purpur oder kreuz“ mit fünf Erzählungen hat die in Lübeck aufge-. strahlenden Orange. Dieser überhitzten Skala sind mit wachsene Hildegard Stern jetzt in der gleichen „„Silberdistel viel Phantasie und Delikatesse die kälteren Töne entgegen- Reihe“ ein Bändchen mit fünf Liebesgeschichten folgen gestellt: reines Ultramarin oder Kobalt, blau-grüne und lassen, deren erste dem Buche den Namen gegeben hat. blau-violette Töne, strahlendes Grün oder bis zum Schwarz Rs sind wiederum hübsch erdachte und sorgfältig und getrübtes. Auch sanftere Klänge einer auf Grau gestimm- sauber gearbeitete Erzählungen, kulturhistorisch wohl- ten Palette sind in einigen Bildern zu finden (Marktstände fundiert und erfreulich zu lesen. Eine gute Unterhaltungs. in Verona, Bahngelände, Landschaft bei Rom). Aber die literatur in ansprechendem Gewande, als Geschenk wohl härteren Kontraste überwiegen, die sich besonders in den geeignet. Be südlichen Landschaften zu stärkster Strahlkraft steigern. Das bei den Zeichnungen erwähnte Gitterwerk liegt Veranstaltungen [) r§iqo Muiersim, wugtüugy cho aUptUur ar K Verband Deutsche Frauenkultur e. Y. / Ortsgruppe Lüboek Vn Ulan, "d dor Mälor dis arho auch nacke ihrem raurn Donnerstag, den 22. Mai 1958, 16.00 Uhr: bildenden Charakter einsetzt. So bewahrt er bei aller Kleiner Saal Gemeinnützige Gesellschaft, König. Freiheit der Übersetzung die Intensität des Landschafts- straße 5. Lesenachmittag: Frauen meistern das ÿfgprlebnisses. Leben. Frau Gayer liest: Aenne Morrow-Lindbergh Der zunächst pastose Varbauftrag wird in den letzten „Muschel in meiner Hand““. Frau Rentz liest: Alice größeren Ölbildern ökonomischer (Südlicher Ort I. und II.). Uordan-Zuekmayer „Die Varm in den grünen Hie Varbe erhält eine größere Transparenz und ist in den Bergen“. Flächen strenger begrenzt. Hier gelingt es dem Künstler, Donnerstag, den 29. Mai 1958, 15 Uhr: Treffen vor die spontane Freude an der Produktion durch kluges dem Heim gegenüber der Lutherkirche. Besichtigung Bauen zu vertiefen. des neuen Altersheims „Bethanien“ an der Moislinger Sicher sind manche Bildelemente und Farbklänge nicht Allee. Gemeinsam mit dem Frauenarbeitskreis. Tuble ohne das Vorbild Mackes denkbar; auch W. Grimms Nescafe und Gebäck mitbringen. Duktus klingt manchmal an. Aber das besagt wenig bei einem so jungen Künstler, dessen ursprüngliches Talent Anthroposophisehe (osellsehakt, Gruppe Lüheek Viarton Varbainn dis ajchthars Welt in oinon’ strallonden „Zwei öffontlicho Vorträge in der Aula des Katharineums Zaubergarten verwandelt. Die Aussage der Farbe entzieht Königstraße). Beginn 20.00 Uhr. sich dem interpretierenden Wort, aber jeder einigermaßen Mittwoch, den 4. Juni 1958: Prof. Walter Donath, ,,farbmusikalische‘ Betrachter müßte seine helle Freude Erlangen, „Das Bild der Welt in der Geistesge- vor diesen Bildern finden. schichte der Menschheit (zum geophysikalischen Jahr“’). Unter den jüngeren Malern, die sooft unverbindlich- Donnerstag, den 5. Juni 1958: Dr. Hans Börnsen, dekorativ oder allzu rverquält-bedeutsam arbeiten, wirkt Hamburg, „Der Ruf an den Menschen durch Zer. Séine Begabung wie die Alfred Klosowskis besonders er- störung und Aufbau“. frischend. P. Kleinsehmidt Unkostenbeitrag je 1.0 DM. Ermäßigung möglich. Sehleswig-Holsteinisehes Landesmuseum, Sehleswig sehloßk Gottork Theater und Musik 25. Mai bis 6. Juni 1958: Franz Schensky (1871 bis 1957), Lübeeker Konzertspiegel Lichtbilder aus Helgoland und Schleswig. Mai ]. Juni bis 6. Juli 1958: Farbige Crapt.ik 57. Die Beruhigung des Konzertbetriebs mit dem beginnen- den Frühling ist eine natürliche Erscheinung, die auch in Ausstellungen t§qn Jotrun testuchten vor. Lmertalv, dcr Fethe ey süthallen-stadio c Brig twoBk rr Alfrsod Klaosowski e Staatsorchester Uamburg war Man kann der Leitung des Stadthallen-Studios be- eingeladen worden, das 7. Sinfoniekonzert der Stadt scheinigen, daß sie das Ausstellungsprogramm phantasie. Lübeck zu geben. Unter der Leitung von Josef Keil- roll und abwechslungsreich gestaltet. Nach den polnischen berth spielte es mit den Merkmalen der Erlesenheit ein Filmplakaten und einer beachtenswerten Ausstellung von Programm, das mit Haydns Paukenschlagsinfonie und Laienarbeiten aus der Freizeitbeschäftigung der Gewerk- Brahms’ Erster die Wünsche des konservativ eingestellten schaftsjugend sehen wir zur Zeit eine umfangreichero Teils des Konzertpublikums befriedigte und mit dem Kollektion von Werken des jungen Hamburger Malers Divertimento aus „Kuß der Fee“ von Igor Strawinsky Alfred Klosowski (Jahrgang 1927). (1928) sieh von dem Geist der Überlieferung nicht wesent- Den Auftakt dieser Ausstellung bilden einige groß- lich entfernte. Des Russen Werk, eine für das Ballett ge- kormatige Tusehrzeichnungen. Die Motive, meist südliche schriebene Zweckmusik, ist eine Huldigung an die „Muse Landschaft mit Architektur, werden in ein spannungs.. Tschaikowskys“. Es erfüllt darüber hinaus und erfüllte in volles Gitterwerk übersetzt, das großzügig mit breitem dem Gastkonzert der Hamburger den Zweek, die unbe- Pinsel niedergeschrieben ist. Veinere Linien, unregelmäßige streitbar hohen Qualitäten dieses exzellenten Klangkörpers Tupfer und runde Flecken verdichten die Fläche stellen. in seiner Gesamtheit und an den einzelnen Pulten bei weise, wodurch trotz der schriftartigen Zeichenweise Raum-. solistischen Aufgaben herauszustellen. Strawinskys Parti- [ L:1;Uuuf erzeugt wird. Ein reizvoll fimmerndes Spiel tur ist ein sehr aufgelockertes und durchsichtiges Gewebe, szircten eiß und Schwarz weist schon im graphischen das auszubreiten und zu spannen vom Dirigenten Umsicht erk auf den geborenen Maler hin. Der Pinselstrich bleibt und Wachsamkeit in höchsten Maße erfordert. Josef stets dem Fleck und Tupfer näher als der reinen Linie. Keilberth weiß diese Tugenden ohne gestische Allüren an- Diese Blätter sind von großer rhythmischer Vielfalt und bei zuwenden. Seine bajuwarische Ruhe ist ein großartiger aller Abstraktion von naturhafter Lebendigkeit. Ausgangspunkt für jeden musikalischen Prozel). Die aus 1 22
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