Full text: Lübeckische Blätter. 1957 (117)

VII. Verkehrsverein, Denkmalsrat usw., sie alle möchten li Diese hier ausgesprochenen Gedanken sollen nur hier angesprochen sein. Und ich bin sicher, daß unsere e sine Anregung sein und möchten erreichen, daß eine städtischen Behörden noch jene lübeckische Aufge- B wirklich umfassende Aussprache über die Verkehrs- schlossenheit zeigen, die unserer Stadt ihre ganz be- t gestaltung in und um unseren alten Stadtkern zustande sondere Art geschenkt hat und damit auch uns, die wir käme. Jeder Mitbürger sollte mitdenken, unsere Ver- ihre Bürger sein dürfen. waltungen, die städtischen Verkehrsbetriebe, Polizei, Dr. Rolf Sander n h L U Zur Stadtplanung n In dem Aufsatz der Lübeckischen Blätter: „„Unsere Hierbei war ausgeführt: Jede Stadt ist ein Glied des . staatsrechtliche und kommunale Lage‘ wird die Frage Mirtschaftsorganismus des Landes und gleichzeitig hehandelt, ob Lübeck wieder selbständiger Staat wer- ein Glied des Verkehrsorganismus des Landes, also war den könnte. Wenn die folgenden Ausführungen an zunächst hiervon auszugehen. Es ergab sich dann für . maßgebender Stelle auch vielleicht als unerwünscht die weitere Planung folgende Ordnung: U und post festum kommend abgetan werden, glaube 1. Festlegung der Wirtschafts- und Industriezentren 11 ieh doch, daß sie auch jetzt noch in einigen Punkten und Sicherung für deren Lage, Raumbedarf und 0 nützlich sein und vielleicht sogar in einiger Zeit zu besondere Anforderungen. einer Wiederaufnahme der Bemühungen um die Selb- 2. Festlegung und Sicherung der Verkehrsnotwen- ständigkeit Anlaß geben könnten. digkeiten für den Fernverkehr. Die besondere Bedeutung von Lübeck liegt von 3. Teilung des Stadtgebietes in Wirtschaftsflächen, jeher darin, daß es Hauptumschlagspunkt und End- Wohngebiete und Freiflächen. punkt des ganzen Ostseehandels ist. 4. Klarstellung und planmäßige Festlegung der Es liegt hier der selten günstige Fall vor, dal Seer YVerkehrsnotwendigkeiten des Stadtgebietes verkehr, Binnenwasserstraßen, Eisenbahn und Auto- . : ; . bahn auf einem eng begrenzten Raum zusammenkom- b. V 4ztl)g: ug der stsctsbgulichen Sehwerpunlcts. men. Die jetzige Überleitung der Seefrachten auf die 6. Rinzelplanung kür Straßen und Plätze. ; verschiedenen Transportwege (und umgekehrt) ist Rine einwandfreie architektonische Gestaltung im i anerkannt ungünstig. Würde man hier, wozu jetzt einzelnen sollte eine selbstverständliche allgemeine noch Zeit und Gelegenheit wäre, einen großen einheit- Vorderung sein. . : lichen Umschlagplatz mit Lagerplätzen, Lagerhäu- Als ich mich im folgenden Jahr nach demRegierungs- gern. Bürohäusern und Verwaltungsgebäucden ent- wechsel 1945 nach dem Plan erkundigte, hörte ich, daß s§iclcela, s80 würde man damit die Bedeutung von Y nieht vorhanden, also offenbar vernichtet war. ~ ' Liibeck als Handelsplatz stark betonen und seine Lei- Fachkenntnisse unerwünscht, wie so oft bei Partei- stungsfähiglkeit steigern. buchverwaltungen. i Im Anschluß an den Umschlagplatz wären dann Lübeck hatte aber dafür folgendes unternommen: j neue Wohnviertel anzulegen, für die der gegebene Einzelwettbewerb Haerder, Einzelwettbewerb Markt- iz Platz das Gebiet zwischen dem Umschlagplatz und platz und endlose Verhandlungen über den Kaak, die SchwartauHSeeretz wäre. auch jetzt noch nicht geklärt sind. Also anstatt zu- Hier könnte eine geschlossene Satellitenstadt ge- nächst die großen Hauptaufgaben zu lösen, Beschäfti- schaffen werden mit den geringsten Aufschließungs- gung mit Rinzelsachen, die erst an sechster Stelle kosten, den kürzesten Verbindungen zum Bahnhof, hätten zu stehen brauchen. Um dann die durch die zum Mirtschaftszentrum und zur Stadtmitte, die falsche Stadtentwicklung entstandenen Verkehrs- ; gleichzeitig direkte Verbindung mit den anschließen- schwierigkeiten zu Iösen, verwandelte man die ohnehin . den EHrholungsflächen hätte. Der Fernverkehr könnte verstopften Altstadtstraßen restlos in Parkplätze und ' vom Ortsverkehr getrennt und die Altstadt in bezug leistete sich den unbegreiflichen Schildbürgerstreich u .uf den Verkehr wesentlich entlastet werden. Dadureh des Aufbaues Niederegger — und das vor den Fen- 1 würden die Fehler der jetzigen Stadtentwicklung in stern des Stadthauses ! Die Hüxstraßeist doch die ein- ; Richtung Brandenbaum-Bichholz vermieden und in zige durchgehende Querverbindung neben der WMahm- ? ihrer schädlichen Auswirkung noch in etwa zu mildern straße, deren Funktionsfähigkeit nicht beschränkt, sein. Dazu gehört die große Belastung der Bewohner sondern hätte gesteigert werden müssen, wozu nach dureh hohe Fahrkosten wegen der weiten Anmarsch- den Bombenschäden absolut die Möglichkeit vorlag. wege und Belastung der Stadt durch die hohen Auf- Mir liegt übrigens ein Plan vor, nach dem die Stadt . schließungskosten, die dauernde Straßenunterhaltung, Essen die ganzen GeschäftsstraßBen der Innenstadt 1 Beleuchtung, Leitungen und Polizeiauksicht. vom Autoverkehr freihalten will, ähnliches habe ich Natürlich wären dann Eingemeindungen nötig, die auch von anderen Städten gehört. Lübeck wird auch aber als notwendige Gebietserweiterung ebenfalls die dazu kommen müssen. Selbständigkeitsansprüche stützen könnten. Leider ist ja an der Marktbebauung mit den städte- Ich hatte auf Grund meiner Isjährigen Erfahrungen baulich und architektonisch unmöglich gestalteten beim Wiederaufbau des Ruhrkohlenbezirks (nach dem Zugängen vom Kohlmarkt aus nichts mehr zu ändern, ersten Weltkrieg) nun Ende 1944 mit Genehmigung aber beim Wiederaufbau der zerstörten Teile der der damaligen Stadtverwaltung und im Einvernehmen Straßen läßt sich noch vieles erreichen. mit Eisenbahn- und Wasserbauverwaltung einen Auf- Zur Marktplatzbebauung hatte ich damals in den bauplan für Lübeck vorgelegt, der die volle Zustim- Liüibeckischen Blättern geschrieben, die Frage moderne mung der Stadtverwaltung fand. oder historische Stilformen brauchte eigentlich gar 4.'.
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