Full text: Lübeckische Blätter. 1957 (117)

Benutzer ebensowohl die Melodramen Bendas, die Bartok, Fortner, Genzmer, Hindemith, Jarnach, Opern von Cimarosa, d’Alayrac, Della Maria, Prokofieff, Raphael, Pepping, Skrjabin, Strawinsky Dittersdorf, Gluck, Hasse, Hiller, Righini, Rosetti, und anderen ergänzt worden. Gleiche Feststellungen Salieri, Joh. Ad. Scheibe, Abt Vogler, Weigl, lassen sich auch in der Abteilung Kammermusil: Zumsteeg, um nur einige zu nennen, wie dieneueren und Violinmusik machen, die wiederum Zeugnis Auszüge und Partituren von Wagner, Rich. Strauß, von einer lebendigen und regen häuslichen Musik- Pfitzner, Françgais, Henze, Hindemith, Alban Berg pflege früherer Zeiten gibt. Die Abschrift eines und anderen. Anregend mag hier das Bestehen der Quartettes für Violine, Viola, Fagott und Violon- Städtischen Bühnen gewirkt haben, die für die cello von Franz Anton Rosetti gehört ebenso zu den Benutzungsmöglichkeit der Opernwerke eine dank Seltenheiten wie die alten Flötenquartette von bare Aufgeschlossenheit zeigen. Hoffmeister im Druck von André. Auch hier ist der Auch in anderer Weise ist eine Zusammenarbeit Bestand nach der neueren Zeit hin erheblich er- der Musikabteilung der Stadtbibliothek mit dem F#änzt und die Bibliothek bemüht, von den bedeu- Orchester der Städtischen Bühnen bemerkenswert, tenden Namen der Gegenwart die wichtigsten Stücke die zu einem stärkeren Bestand. an Orchester.. Kkammermusikalischen Schaffens zu besitzen. material der gängigen Sinfoniemusik geführt hat. Nach dem Beispiel der vorangegangenen Jahr- Ouvertüren, Klavier- und Violinkonzerte, Pro- zehnte seit dem Bestehen der Musikabteilung als grammusik, Sinfonien der Klassiker und Ro- selbständige Einrichtung innerhalb der Stadt- mantiker sind für die Gesamtbesetzung des Or- bibliothek (1883) ist ihre Aufmerksamkeit auch auf chesters angeschafft worden, womit die Musik- die Einstellung der Werle einheimischer Kompo- sammlung bewußt die Rolle der beim Bomben- nisten gerichtet. So reihen sich an die Kette der angriff verlorengegangenen Orchesterbibliothek Marienorganisten Franz Tunder, Dietrich Buxte- übernommen hat. Nach den gegebenen Mög- hude, Schieferdecker, die Nachfolger Ad. Karl und lichkeiten wird dieser Bestand laufend ergänzt und HYriedrich Ludwig Aemilius Kunzen, Joh. Wilhelm erhält auch durch Aufnahme kleinerer Werke eine Cornelius v. Königslöw und Gottfried Hermann an. Erweiterung, die von den Schulorchestern und Von den letzteren bewahrt die Stadtbibliothek Collegia musica der Stadt begrüßt wird. noch autographe Partituren von Oratorien, Opern In ähnlicher Weise wie die Opernmusik reichen und Sinfonien auf. In neuerer Zeit sind an Lübecker die Bestände an Klavier- und Gesangsmusik von Komponisten Karl Lichtwark, Georg Göhler, Hugo historisch Bedeutsamem bis zu den wichtigsten Distler und Arno Knapp zu nennen. In der Gegen- Erscheinungen des gegenwärtigen Schaffens. Die Wart wirken Walter Kraft, Jens Rohwer und Ervin 2324 Nummern zählende Gruppe Klaviermusik ZÖillinger. enthält alte Abschriften der 15 Inventionen von Im Gesamten gesehen bietet sich in der Musi- Joh. Seb. Bach, der „Kunst der Fuge“ mit Vor- kaliensammlung ein Bild reger und aufgeschlosse- bericht von Marpurg (1752), frühe Sonatendrucke ner Sammeltätigkeit, die viele Stücke aus allen von Phil. Em. Bach, Joh. Wilh. Haessler (Erfurt Jahrhunderten bewahrt hat. Im Rahmen dieser 1787). James Nares (London 1747), Joh. David UÜbersicht konnte der Bestand nur in großen Zügen Scheidler (Gotha 1787), Daniel Gottlieb Türk (1776, charakterisiert werden, doch mag der Leser er- 1783 und 1785) und Sammelbände in Handschrif- kennen, daß die Auslagerung die Bibliothek um den ten des 18. Jahrhunderts, die ein Bild der privaten Besitz weniger kostbarer Stücke gebracht hat, daß Musikpflege des Lübecker Bürgerhauses geben. In sie in dem Ganzen ihres Bestandes indessen dem der Anschaffung nach dem Kriege ist die Musik- vwissenschaftlichen Benutzer und gebildeten Musik- abteilung bemüht gewesen, die Lücken der Jahre freund manch seltenes Quellenwerk, beziehungs- 1933 bis "1945 durch besondere Berücksichtigung weise reiche Gelegenheit zur musikalischen Unter- des gegenwärtigen Schaffens aufzufüllen. In mög- richtung bietet. Der lebhafte wissenschaftliche lichster Breite ist die Klavier- und Gesangsmusik örtliche und auswärtige Leihverkehr unterstreicht mit den wichtigsten Schöpfungen von Schönberg, diese Bedeutung. Georg Karstädt, Mölln Die Literatur über Ostmitteleuropa als Speziallammelgebiet der Stadtbibliothek Im Jahre 1949 erhielt die Stadtbibliothek den Schrifttums hingewiesen, da die Stadtbiblio- Lübeck ein Schreiben des früheren Leiters der thek in Stettin nicht mehr existiere, und die Uni- Volksbüchereien in Bremen Dr. Kurd Schulz mit versitätsbibliothek in Greifswald die Pomerania der Anfrage, welche Bibliothek Westdeutschlands. zwar sammle, aber für die Westzone in der Praxis das Schrifttum der entrissenen Ostgebiete betreue.. schwer zugänglich sei. Der Briefschreiber regte In dem Schreiben“wurde besonders auf die Not- dabei an, die Stadtbibliothek als nächstliegende wendigkeit der Sammlung des Pommern betreffen- Bibliothek möge diese Sammelaufgabe übernehmen, ] 392
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