Full text: Lübeckische Blätter. 1957 (117)

LUÜBECKISCHE BLATTER ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUÜUTZIGER TATIGKEIT LUBECK, DEN 2. JUNI 1957 EIN HU N D ER T S I EB Z E HN TER JAHR G A N G - DREI UN D N EU N ZI G ST ER DER NEUEN REIHE / NUMMER 11 47. Deutscher Bibliothekartag vom 11. bis 15. Juni 1957 in Lübeck Zum A7. Deutschen Bibliothekartag werden sich etwa 500 Bibliothekare aus der Bundesrepublik Deutsch- land versammeln. Es ist uns eine besondere Freude, daß es den „Lübeckischen Blättern“, der Zeitschrift der „„Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit““, möglich ist, zu dieser Tagung dadurch einen Beitrag zu leisten, daß Lübecker Bibliothekare in unseren Spalten sich über wichtige Fragen ihres Fach- gebietes äußern können. So ist denn der erste Teil dieses Heftes dem Deutschen Bibliothekartag gewidmet. Wir wünschen dem Deutschen Bibliothekartag einen guten und erfolgreichen Verlauf und unsern Gästen darüber hinaus schöne Stunden in unserer Hansestadt Lübeck. Die Sehriftleitung Dr. Georg Behrens Das „musleale Moment’ in der Stadtbibliothek Lübeck Ob das Wort ,„museal“ für das, was hier damit Stadt entsprechen wird, dürfte es nicht ohne gemeint ist, eigentlich ein zutreffender oder gar eigenen Reiz sein, eine Untersuchung der Problem- besonders glücklicher Ausdruck ist, möge dahin- lage zu versuchen, in welche sich in Hinsicht auf gestellt bleiben. Seit Gustav Hofmann in Kon- das Museale die Bibliothek der Hansestadt Lübeck stanz sein Referat über „„Das museale Moment in gestellt sieht. Hier allerdings kann das nur in der Erwerbung“! hielt, habe ich vergeblich nach zusammengeraffter, an einer Auswahl typischer einer geeigneteren Bezeichnung für jenes Auf- Beispiele sich orientierender Weise geschehen. gabengebiet der wissenschaftlichen Bibliotheken Die Lage unserer Stadtbibliothek wäre ohne gesucht, welches den Bibliothekar immer wieder Zureifel schneller und leichter geschildert, wäre sie vor die verantwortungsschwere Frage stellt, ob er nicht durch zwei Ereignisse der jüngsten Ver- aus den – in der Regel sehr beschränkten + gangenheit in einschneidender Weise verschoben Mitteln des Anschaffungsetats die für den Ankauf worden. Erstens dureh den im Jahre 1937 ge- von Pretiosen der verschiedensten Art geforderten schehenen Raub der politischen Selbständiglkeit — in der Regel sehr beträchtlichen – Summen des Stadtstaates, einen Rechtsbruch in Gesetzes- aufwenden will, darf, soll oder kann. Hofmann form, mit welchem die bis dahin freie Stadt zu- hat in seinen sehr einleuchtenden, auf die Auf- gleich die Finanzhoheit eines Bundesstaates des stellung allgemeiner Prinzipien hinausgeführten Deutschen Reiches verlor. Zweitens aber durch Darlegungen gezeigt, daß diese museale Aufgabe den Verlust des gesamten, während des zweiten neben den alten Universalbibliotheken von inter- Weltkrieges ausgelagerten Bihliotheksgutes nach nationaler Bedeutung und vor den Universitäts- dem Kriege, mit welchem die Stadtbibliothek und Hochschulbibliotheken ganz besonders auch naturgemäß — mit geringen Ausnahmen — gerade den Landes- und Stadtbibliotheken gestellt ist, alles dasjenige einbüßte, was als musealer Besitz denen die Verpflichtung zufällt, das „regional, im Sinne unseres Themas anzusprechen ist, näm- historisch und persönlich Rinschlägige‘‘ als Illu. lich die Handschriften, Briefsammlungen und stration ihres kulturellen Raumes an sich zu Nachlässe, unter diesen auch Emanuel Geibels ziehen. Da nun, was die Stadtbibliotheken ber und Friedrich Overbecks, ferner die Inkunabeln trifft, Gewicht und Umfang dieser Aufgabe der und Liibecker Drucke des 16. Jahrhunderts. Von historisehen. nnd kulturellen Bedeutung ihrer dem Totalverlust aller Bestände zur Lübeckischen 1 2]
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