Full text: Lübeckische Blätter. 1957 (117)

von niedrigem Handlangerdienst befreit und frei gemacht diesem Falle gelang es nieht. Stimmcharakter und Auf- für die höheren Aufgaben der Maschinenkontrolle, geistigen fassungen zielten in verschiedene Richtungen, was nicht Bildung und ethischen Vervollkommnung. Fourastié laßt hinderte, daß ausgezeichnete Einzelleistungen festzustellen seine Blicke weit in die Zukunft voraus schweifen, die er waren, von denen hier die Rede sein soll. Man wird Lisa als tertiäre Zivilisation sieht: „Der Geldwert des primären Schwarzwellers Arie „Aus Liebe will mein Heiland und sekundären Produktionsapparates wird gering, sein sterben“ nicht vergessen. Der verhaltene Ton ihres materieller Umfang hingegen außerordentlich sein; er wird schlanken, dort ganz ruhig liegenden Soprans schmiegte sich in den Händen einer relativ sehr kleinen Zahl von Be- sich dem Charakter der Arie bezaubernd an. Anna schäftigten befinden, während die große Masse der Be- Hlisabeth Ku glers weicher, schwebender Sopran er- völkerung nur indirekte Arbeit leistet. Schon heute er-. füllte den Hörer in der mit Recht zügig genommenen Arie leben wir, daß ein- oder zweihunderttausend Arbeiter einer ,,Blute nur, mein liebes Herz‘. Erieh Wenk gewinnt Sehlüsselindustrie das Wirtschaftsleben einer Nation be- immer stärker das Format eines hochqualikizierten Ora- Irohen können. In der tertiären Zivilisation werden einige toriumssängers. Die Partie des Heilandes war bei ihm in Hunderte von Spezialisten die Herren über das Schicksal hbesten Händen. Rudolf Langmaacks erdhafter, külliger von Millionen sein. Dies läßt die Notwendigkeit eines Baß gab der Gestalt des Pilatus realistisches Protil. Er Staates ahnen, der die Durchsetzung der Gemeininteressen bewährte sich vortrefflich in Arien. Ursula Zollenkopf durchsetzen kann. Auf der anderen Seite wird die ge. muülte ihr üppiges Vibrato niederkümpfen, wenn ihr ge- ringste Störung im riesigen tertiären Apparat schwere sundes Material zu Wirkung kommen soll. Brigitte Konsequenzen haben.“ Hans Wittmack HÖrigutsch hatte mit dem gleichen Problem zu ringen. Die Wärme ihres Gesangstons nahm den Hörer jedoch ge- Veranfialtungen ..; Er L ET S§: Verhand Deutsehe Frauenkultur e. V., Ortsgruppe Lüheek dittert das gequälte Herz““ übertragen worden: ein Ver- Voranstaltungen im Monst ztai 1951 kraurnhrncs on or mit kleinn Bischrüuicunscn volle. Eingeführte Gäste zu allen Veranstaltungen will- rum durch seine Gesangskultur. ö kommen Die Partie des Evangelisten sang, wie im Vorjahre, Donnerstag, den 9. Mai 1957, 16.00 Vhr, Georg Jelden. Seine klare und lebendige Deklamation, Gemeinnützige Gesellschaft, Königstraße 5, I: sein edles Iyrisches, technisch gut geformtes und geführtes Mitsliederyersammlung s Material erwiesen sich als vortreffliche Voraussetzungen Berichte, Planungen und wichtige Besprechungen. für diese Partie, Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Die beiden Chöre vermittelten die Sätze der Turbae, der Donnerstag, den I6. Mai 1957, 16.00 Vhr, großen Formen und Choräle mit Inbrunst. Man stelle den Gemeinnützige Gesellschaft, Königstraße 5, I: Cantus-firmus-Chor in Zukunft besser auf die kleine Literarische Arbeitsgemeinschaft Empore, von der aus größere Durchschlagskraft und klang- ,„Urna V rentzel“ ' q ~ liche Unmittelbarkeit erwartet werden dürfen. Frau Rentz spricht und liest: „PDostojewskij “ Der gute Gesamteindruck der Aufführung wurde nicht von Zenta Maurina. zuletzt durch die Mitwirkung sehr befähigter Instrumenta- Der Vorstand: listen erreicht, von denen sich solistisch Irma Lübcke, Margret Creydt, Lübeck, Rosemarie Lahrs (Violine), Johannes Koch und Gartenstraße 21, Tel. 267 82 Elisabeth Otte (Viola da gamba), Erich Meyer und Gisela Grusnick (Flöte), Herbert Schmidt und Heinz Theater und Mulik Scehulting (Oboe), Otto Kober (Continuo-Cello), Jo- Lübecker Konzertspiegel ;; RGI EZ It O vs tScgs.d April stießen in die Gefilde hoher künstlerischer Verlebendigung Im Bewußtsein der anteilnehmenden Hörer nehmen die vor (Nummern 25, 47, 58, 66). Die beiden Kammer- Passionen von Johann Sebastian Bach einen hervor.. orchester erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen. Die ragenden Platz ein. Während die Lübecker Knaben. Kürche war bis auf den letzten Platz besetzt. Kantorei (Besprechung im letzten Heft der ,„„Lüb. Blätter'‘‘) Kurz vor den Passionsaufführungen — deshalb wohl die Johannespassion des Thomaskantors, wie in jedem Jahr, auch nicht so stark wie sonst beachtet ~ fand das 7. Sin- zur Aufführung brachte, nahm sich der Sing- und Spiel- koniekonzert unter Leitung von Christoph von Doh- kreis unter Leitung von Bruno Grusnick der (ebenfals nanyi statt. ; in traditionellen Aufführungen wiederkehrenden) Mat- Gefeierter Solist des Abends war Helmut Roloff, tbhäuspassion an. Sie wurde auch in diesem Jahre + der Berlin. Mit überlegener Technik gab er dem c-mall- Jakobi-Tradition folgend + von zwei getrennten Emporen Klavierkonzert Von Beethoven eine nuancen- und aus gesungen, wodurch sich für den Dirigenten des ChoresIL gausdr ueksreiche Deutung, der sieh Chr. v. Dohnanyi mit die Aufgaben präzisen Nachdirigierens, aber auch selb-. dem städtischen Orchester elastisch anpalte. : ständiger Gestaltung ergaben, die vonKarl Heinz Färber Das Sinfoniekonzert wurde mit der Tragischen mit musikalischer Intelligenz gelöst wurden. Bruno Ouvertüre von Brahms eingeleitet und mit einer sehr Grusnick hatte die Gesamtleitung in Händen. Durch erlesenen Wiedergabe der Unrvollendeten, der 8. Sinfonie seine Wachsamkeit war ein durchweg präzises Zuzaammen- h-moll von Sehuber t, abgeschlossen. . wirken der Gruppen und eine flüssige Abfolge der Passions- Das Gewicht des 7. Sinfoniekonzerts war vielfach als zu teile gewährleistet. Wenn die Tempi von ihm sehr schnell leicht befunden worden. Man dachte dabei an die Pro- genommen wurden, dann wird der Aufführungspraktiker gramme früherer Sinfoniekonzerte in Lübeck. Wir finden dafür mehr Verständnis haben als der Laienhörer. Diesem uolchen Rinwand sehr berechtigt. Andererseits scheint es könnte ein ruhigerer Choralgesang als Entspannungsfaktor uns recht und billig zu sein, wenn der neue Generalmusik- angeboten werden, ohne daß dadurch die Interpretations. direktor mit Bedacht und Vorsicht soin Haus baut, vor grundsätze und die Präzision ins Wanken gerieten. Die allem dann, wenn er dabei mit Sorgfalt und einer sehr von Fermaten freie Choraldarbietung Grusnicks ist bei der Zewinnenden musikalischen Sauberkeit rorgeht. von ihm gewählten Schlichtheit und dem flotten, an ge- . . übten Gemeindegesang erinnernden, Tempo ohne Frage Eugen Onegin, Lyrische Szenen von Peter Tschai- vertretbar. Man sollte aber daraus kein Prinzip machen. kowsky Die Wahl von Solisten ist an verschiedene, vom Nicht. Mit der Premiere des „Eugen Onegin“ sind für Lübeck praktiker nicht ohne weiteres zu übersehende, Faktoren einige Ereignisse lokaler Bedeutung verbunden, die wert gebunden. Selten wird man für eine so große Zahl von sind, vom Chronisten vermerkt zu werden. Solisten, wie die Matthäuspassion sie braucht, ein völlig Da ist zunächst der Dienstantritt des neuen General- homogenes Ensemble zusammenstellen können. Auch in musikdirektors Christoph von Dohnanyi am Opernpult des 106
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