Full text: Lübeckische Blätter. 1956 (116)

Bebauung mit Heimstätten für Menschen. Und vor so geschändeten Kirchen ist das Mahnmal für Deutsch- den Toren der Stadt dürfte auch noch genug Platz für land. Je lieber uns das vertraute Bild des alten Wohnungen sein. Lübeck mit seiner Türme Pracht ist, um so mehr Und die Kirchen sollen ohne ihre Turmspitzen mit sollten wir die drei Kirchen stehen lassen in ihrem den Turmstümpfen dastehen? W. Lüders bringt jetzigen Zustand, uns und allen kommenden Ge- diesen Gedanken zum Ausdruck. Ist dies ein ss un- sochlechtern zur Mahnung und zur Warnung, daß sie bedingt verwerflicher Zustand ! Ich erinnere an uns zurufen: so hat uns Gott geschlagen. Ruinen in Deutschland aus vergangenen Zeiten. Nur Ich trete also den Worten von W. Lüders durchaus zwei seien hier genannt: das Schloß in Heidelberg und bei. Er hat auf die Kirchen in Frankreich hingewiesen. das Kloster Paulinzella in Thüringen. Grade diese Er hätte auch auf andere Kirchen hinweisen können, letzt genannte Ruine steht in der Reihe der Perlen die einen vollendeten und einen unvollendeten Turm deutscher kirchlicher Baukunst. Gewiß stehen das haben, allen voran das Straßburger Münster. Daneben Schloß in Heidelberg und die Klosterruine Paulinzella die Marienkirche in Torgau. Auch andere Kirchen außer Dienst. Lübecks Kirchen aber sollen den könnten genannt werden mit Turm, doch ohne Spitze Lebenden dienen. Das soll nicht übersehen werden. wie St. Marien in Danzig, St. Jakobi in Thorn und der Aber sind nicht die Lübecker Kirchen mit ihren Dom in Marienwerder. Rs ist vielleicht noch nicht zu Turmstümpfen, worauf W. Lüders nachdrücklich auf- spät, die Beschlüsse über den Neubau der Türme zu merksam macht, ein unübersehbares Mahnmal für überprüfen und statt der Kirehtürme Wohnungen zu ganz Deutschland ? Man braucht keine besonderen bauen. Gottesdienstliche Stätten können die Kirchen Mahnmale zu errichten. Gott selbst hat hier eines auch ohne Turmspitzen sein. errichtet, ganz groß und ganz eindrucksvoll. Ich Arnold Schumann, Pfarrer, möchte gradezu sagen: die Stadt Lübeck mit ihren Beilrode, Kreis Torgau Was geschieht am Koberg? Täglich rollen rund 9000 Fahrzeuge über den Ko- Haltestellen sind im Interesse der Bedienung der berg. Hierzu kommen noch die Straßenbahnen und Vahrgäste unerläßlich. Sie bedeuten jedoch für den Radfahrer, die in diesen 9000 Fahrzeugen nicht einbe- individuellen Verkehr während der Haltezeiten der rt Uh ners §e 100.1 uu ! . 34:1 deren parabolische Form noch kein Abklingen im ausstrahlt. In der entgegengesetzten Riehtung, von Verkehrszuwachs andeutet. Mit der stetig steigenden der Breiten Straße kommend, liegen fast die gleichen Kraftwagenproduktion wächst das Verkehrsgedränge Verhältnisse vor, nur mit dem wesentlichen Un- von Jahr zu Jahr. terschied, daß dieser Verkehrsstrom nicht so groß Was am Koberg zur Zeit geschieht, ist eine bauliche ist. ö Umgestaltung des Platzes als Verkehrsanlage unter Bei der Untersuchung des Koberges in verkehrs- Ausnutzung der vorhandenem Flächen, ohne etwas technischer Hinsicht stellte es sich sehr bald heraus, am eigentlichen Stadtgrundriß zu ändern. Selbst die daß die Verkehrsbedürfnisse einen Ausbau erfordern, Bäume bleiben in der neuen Planung respektvoll unan- der in der Gr. Burgstraße beginnend, sich bis zur getastet. Kreuzung der Beckergrube erstreckt. Auf dem Ko- Eine der wesentlichen Grundregeln in der Straßen- berg selbst genügt eine Schwenkung der Verkehrs- verkehrsplanung ist, dafür Sorge zu tragen, daß der richtung ungefähr parallel zur J. akobi-Kirche, um die Verkehr ständig zügig im Fluß bleibt. Es kommt notwendigen Verkehrsflächen zu gewinnen. Die Ein- keineswegs darauf an, im Stadtkern die Voraussetzun- fahrt zum Koberg von der Gr. Burgstraße erhält gen für Geschwindigkeiten von 60 bis 80 km/h zu durch Verschlingung der Gleise der Straßenbahn eine schaffen, sondern es geht darum, dafür zu sorgen, daß freie Vahrspur für den individuellen Verkehr. Bei der Verkehr ständig fließt. Ein Verkehrsstau erzeugt dieser Anordnung der Gleise, wo die Straßenbahn nur zwangsläufig eine Ansammlung von Fahrzeugen, die noch die Mittelspur benötigt, müssen zwangsläufig infolge ihrer Zusammenballung im weiteren Verkehrs- die seitlich von der Schiene gelegenen Fahrspuren vom ablauf zu erhöhten Schwierigkeiten in der Verkehrs- ruhenden Verkehr freigehalten werden. Die Haltestelle abwieklung führen. Leider Iäßt sich dieser Gesichts- der Straßenbahn wird mit Halteinseln ausgestattet, punkt an stark belasteten Verkehrskreuzungen im die über Zebrastreifen zu erreichen sind. Der Bus Stadtkern meist nicht verwirklichen, weil die hierzu hält wie bisher unmittelbar am Bürgersteig in Höhe notwendigen Verkehrsanlagen zu viel Platz benötigen. der Straßenbahnhalteinseln. : Trotzdem kann der Dort, wo aber, wie z. B. am Koberg, die Möglichkeit individuelle Verkehr selbst bei gleichzeitig haltender besteht, soll sie ausgenutzt werden. Straßenbahn und haltendem Bus vorbeifließen, weil Wie sieht es nun heute am Koberg aus ! Von der die Fahrbahnen je zwei Spuren erhalten. Das Ein- Gr. Burgstralse kommend, führt nur eine Fahrspur in biegen aus der Königstraße auf den Koberg wird Rechtskurve über den Koberg. Diese Spur muß sich künftig in einem wesentlich weniger spitzen Winkel er individuelle Verkehr mit den Nahverkehrsmitteln, erfolgen. Leider muß eine Einschränkung der heutigen in unserem Falle der Straßenbahn, teilen. Auf dem Parkplätze in Kauf genommen werden. Dieser Ver- Koberg selbst befindet sich eine Haltestelle der lust wird aber durch bessere VFlächenausnutzung des Straßenbahn. Vast an gleicher Stelle liegt unmittelbar verbleibenden Parkplatzes gemindert. Für den Vuß- am Bordstein auch eine Omnibushaltestelle. Diese gängerverkehr werden mehrere Zebrastreifen in die rd;
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