Full text: Lübeckische Blätter. 1956 (116)

Fritz Schmalenbach: Neue Studien über Malerei des Thomas Mann, Nachlese. Prosa 1951-1955. 19. und 20. Jahrhunderts. 47 Abb., Rota-Verlag, 1956, S. Fischer Verlag. Eu; Im Rahmen der Stockholmer Gesamtausgabe erschien der Die in diesem Bande vorgelegten Studien erwecken schon in Prosa-Band ,„Nachlese‘’, der auf 230 Seiten die letzten essay- persönlicher Hinsicht unser Interesse: wir lernen den Verfasser, istischen Schriften Thomas Manns vereinigt. Wir dürfen aus der sich uns zunächst nur als Museumsmann vorstellen konnte, diesem Schaffensgebiet des Dichters künftig noch mehr erwar- als Historiker und Schriftsteller kennen. Die Vielseitigkeit dr ten: Die Herausgabe einer „großen Anzahl essayistischer Themen gewährt uns einen Einblick in die Verschiedenartige. Äußerungen + besonders auch aus den Jahren zwischen 1933 keit der angesprochenen Gebiete. Wichtig scheint mir, dds und 1945 —, die in deutscher Sprache teilweise überhaupt wir in dieser vielfachen Spiegelung des Verfassers Verhältnisse nicht, zu anderen Teilen nur durch Zeitungs- oder Zeitschrif- zur Grundfrage der Kunstbeurteilung kennenlernen. ten- Abdrucke bekanntgemacht wurden“. kündigt das Nach- Gleich im ersten Aufsatz „American Scene’ werden wir mi’ wort dieses Bandes an. einer neuen Malereiströmung in den Vereinigten Staaten Neben dem bereits frühergedruekten „Versuch über Schiller‘, bekanntgemacht, einer Strömung, von der der Verfasser sagt: dem Kern- nnd Glanzstück des Ganzen, enthält der Band den gerade daß sie unbekümmert ,,unkünstlerisch“ ist, ist daes gewichtigen Essay „Kleist und seine Erzählungen“’, den „Ver- Wertvollste an dieser Malerei. Die beiläufige Polemik des Ver. such über Tschechow‘ und eine große Anzahl kleinerer Prosa- fassers gegen den europäischen Formalismus in der Kunst und stücke, autobiographische und semiotische, Glückwunsch- und sein Eintreten für das neue Aufgreifen des Inhaltes giht uns Gedenkartikel für geistige Weggenossen und Betrachtungen einen interessanten Aufschluß über des Verfassers Einstellung zu verschiedenen Erscheinungen unserer Kultur. Auch die zu der gegenwärtigen öffentlichen Kunstdiskussion. in lächelnder Wehmut gehaltene „Ansprache in Lübeck‘ fand Der Aufsatz über Käthe Kollwitz, ursprünglich die Einlei- hier ihren Platz. . tung zu einer Monographie über die Künstlerin (Renaissance Das Interesse für eine solche Sammlung, gerade sotern sie Verlag, Bern 1948), erinnert an den schönen Vortrag, mit dem diese kleineren Stücke umfaßt. erklärt sich aus der Bezogenheit sieh Dr. Schmalenbach seinerzeit einführte. Das stoffliche und auf das Gesamtwerk: Dichtung und Kritik standen für Thomas menschliche Interesse am Gegenstand steht im Vordergrunde, Mann seit seinen Anfängen eng beieinander, und so mag man und die fachlich tiefschürfkende Untersuchung dient vor alem auch aus diesem vorerst letzten seiner zahlreichen Essay- ter Deutung des Stils als eines Spiegels des Menschlichen. Bände noch neue FEinzelzüge für die Erkenntnis seiner künst- Dr. Schmalenbach hat über zwei Jahrzehnte in der Schweiz lerischen Persönlichkeit gewinnen. Y " gelebt. Da ist es nieht verwunderlich, daß ihn die Kunst dieses Der unvergleichliche Tonfall, die verschmitzte Anmut, mit Landes in ihren Bann gezogen hat. Der größte Teil der Studien der so manches Prohlem aufgespürt wird, bleiben auch hier beschäftigt sich denn auch mit Schweizer Kunstproblemen vwieder bemerklich. Mit seinem fesselnden Essay über Tsche- und Künstlern. Das Besondere und Abseitige dieser Kunst-. Chow betrat Thomas Mann ein bislang kaum näher untersneh- provinz wird am Einzelnen erhellt. Wer sich nur für aktuelle tes Gebiet, und es ist voller Selbstbezug, wenn er an dem rus: und avantgardistische Kunstfragen interessiert, muß hier aller. sischen Dichter seine ,„Ironie gegen den Ruhm, seinen Zweikel dings enttäuscht werden. Es handelt sich hauptsächlich um n Sinn und Mert seines Tuns“ hervorhebt und Tschechows tiefstes 19. Jahrhundert und um uns unbekannte Namen. Nur Worte „Unzufriedenheit mit sich selber bildet ein Grundele- Hodler weist über den engeren schweizerischen Rahmen hinaus. bez jcass echten Talents“ mit dem Beifall des Eingeweihten : .: : : §§. edenkt. itcoceIe .I E S ünstlerische Sonderstellung der Schweiz innerhalb der Tode wie eins Enclebe; Werke nur hatde “<), aber auch gesamteuropäischen Entwicklung. Ausgehend von der Fest- “ct 0 fende Sstlightheit sé ZEcstlichsn Cllauhiskeit stellung, daß der Impressionismus in der Schweiz keine tiefere te Ffsgrettensle p ' Er r pgrsch to gn it u ig Äes Wirkung ausüben konnte, werden die Ursachen dieser Erschei- er r; mn EN. Jioclossngs sems é sc s Ls rer t s tot: nung in dem Fehlen von Kunstakademien als den Pflanzstät- a tjn ihren *vssteusuten ä t; § 36 Vi sio gruaupts.' ten einer malerischen Erziehung und Tradition gefunden. Das !! Lg gor egen 1 p em q: 4s pom: h ro fen req Besondere der Schweizer Malerei liege in dieser Isoliertheit der tt! su Ia. kl, g: pe! S ss Scat rere meinem !!; refsrset se yr pie Ausbltäung tn die großen aout. \\fork hoschieden ist. so wird sie mit mir leben, mir zur Seite“. vielfach auch auswärts blieben. Von dieser allgemeineren Dr. Klaus Matthias Untersuchung aus gewinnen die Teilprobleme einzelner Maler unser spezielles Interesse. sss ; Ver- Die „Eigentümlichkeiten des Stils des Malers Albert Anker‘ N iederdeutscher Kalender 1957. Hildos. Eernagris Ver [183101910). eines Geistesverwandten des bekannteren Ben- lag Schleswig. DM 6,80. \7 rerlaZ jamin Vantier (1828-1898) werden in Vergleich und Gegen- Scehleswig-Holstein-Kalender 1957. Wachholz Verlag üherstellung sondiert. Der Verfasser geht sehr ins einzelne, Reumnünster. VM 5:80. mit einer beinah altmodischen Liebe für das formale und das Der Niederdeutsche Kalender zeigt aus dem Gesamt- t ;p Wehe fe ür das psx cholsitchr und das belletristische gebiet Niederdeutsehlands wie schon seine Vorgänger 26 vort iEScssOsOsOlh SsEI=ltOSS > keit vor unseren Augen. men. Diesmal ist auch Lübeck nicht vergessen. 4 j j . n rung des Stils von Barthélemy Menn“, dem rer von Ferdi- ; mf "Pexte, ein sehr nand Hodler. Diesem letzteren sind drei Aufsätze gewidmet, euen Bauten, jedesmal auch gut einführende .exe, em. s- der umfassendste davon: „„Die Schicksale des Auserwählten! ‘“ [rl qumete § Vademecum für allo. die sich ern. üher die eig : T F zh : U : en Schönheiten des Landes und seine Geschichte belehren Pr Lua §rtztisrt tu Liner Vriuzzung uud eiuer Kogis. Der ts . Zehön Dazu dienen auch auf jedem Blatt die Gedenk- das in Bern s; sets Bild dio Urkeceen. ase mf rt aas tze f Ftrd magsghein Betröchtsr üharrgschon: vsleh urohs museum die Kopie ist. Dieser Tatbestand stand nicht ein- äh bederténder F'orsövlohkeiten Sobleswig-H'0 wou 10r" k- '; i ; . h.: i: gebracht hat. Auch hier ist Lübeck diesmal gebührend berüc Huluchon Prioritätsanaprüohn. Hor Aufvata 1.1 dus Verdiangr ciehtigt worden. Beide Kalender worden von den Heimat diese endgültig geklärt zu haben. Aufsätze dieser Art werden freunden sehr yilkemmen gcheißen verden. nieht in erster Linie wegen des historischen Tatbestandes t.... .. sztetriehen. zulern mess U q elltitis enkel Zu tegns Schleswig-Holstein, von Alf red Kamphausen. Hildeg. listariker zur Ehrs, En. Bernaerts Verlag Schleswig. DM 12 50. Obwohl der vorliegende Band nur Gelegenheitsarbeiten ent- Welche Fülle von eigenartiger Schönheit, von landschaft- hält. gestattet er auch eine Beurteilung des Schriftstellees. lichen Reizen, welche Mannigfalt bedeutender kirchlicher, neben dem Historiker. Der Verfasser schreibt mit dem sondie. bäuerlicher und herrschaftlicher Architektur das für den ober- renden Stift des kritischen Beobachters. Sachliche Feststel. flächlichen Betrachter anscheinend so sensationsarme Land lung und Klarheit sind sein vordringlichstes Anliegen, selbst Schleswig-Holstein birgt, zeigt dieser Bildband in wunderrollen wenn sein Herz mitspricht. wie bei dem Aufsatz über Käthe Großaufnahmen, die von den besten Lichtbildnern des Landes Kollwitz. A. B. Enns stammen. darunter den Lübeckern Wilh. Castelli und Theo W- I54
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