Full text: Lübeckische Blätter. 1956 (116)

och bevor er begriffen hat, was sich verständlich zu Innern. Zu diesem Wurzelbereich wird ihm zwinkernd achen versuchte, taucht alles schon wieder hinab und die Pforte geöffnet. Mit Spielsignaturen verlockt ihn eibt auf dem Meere der Gegenstandslosigkeit fort. der Maler, die Flucht aus der konfektionierten Wirk- ur daß man jetzt ahnt, was sich jenseits dieser lichkeit endlich zu wagen und sich in den Humus der 'ormen an menschlicher Wirklichkeit birgt. unteren Schichten fallen zu lassen. Daß eine solche Art von Inhalt den besten Willen, Das gegenstandslose Bild ist der Verzweiflungsschrei a den guten Glauben des Betrachters voraussetzt, ist einer Welt gegenüber, die der Mensch nicht mehr ]ar. Manche erscheinen wie orakelhaft wissend, ein sicher beherrscht issen, das sich jenseits des Verstandes erstreckt ber wo ist das Wertmaß, um dieses Beredte vom Ge- Der zum Schluß sich noch meldenden Frage ist hwätzigen unterscheiden zu können! Anonymes kaum zu entgehen, obgleich von vorherein feststehen hat immer die Neigung zum Vniversalen, die leicht muß, daß ihre Beantwortung auch im günstigsten 1 § Unkontrallierbare geht. Der Mensch als das Maß ] alle gewagt bleibt: die Frage nach jenem im Ueute iner Welt und des Bildes von ihr. Fehlt das Maß, kenthaltenen Morgen. Doch ist es nicht menschliches fällt das Bild n die Tiefe [ einzelnen Seele oder j orrecht, 1m Spiegel der Vergangenheit nicht nur sich s Nichts der entgeisterten Stoffwelt. selbst zu betrachten, sondern die Fläche solange zu Also, das gegenstandslos-anonyme Bild vom Thema h(hhehen, bis ihr Licht für einen Moment dort drüben und Inhalt aus zu begreifen ist schwer, wenn nicht die Schemen der Zukunft aufblitzen läßt ? | nmöglich. hte Aussicht, von its étné Aussage eben Die Frage nach der Zukunft lautet angesichts jenes rsclchnd. Der Betrachter muß in Uinhlick auf Urs Purer tick“ dar t als ciettzmg cu trtasten rrtnag, Erwartung verzichten. Doch entspricht nieht gerade Oder läßt sich bezweifeln, daß diese Station eine End- dieser Verzieht dem des Bildes und zumal dem des station darstellt ? Ein Nein kann kein Stil für die Malers ! Haben nicht Alle an den inneren Bedingungen Pauer sein. Und da der Verlust des Gegenstandes teil, die sein Weltbild derart umgeformt haben !? Sein yon Innen erfolgte und sein formales Verschwinden Spiegel wirkt doch seit je nur die Züge zurück, die das sich fast ein halbes Jahrhundert später erst zeigte, da Innere seiner Umgebung ihm hinhält. Das Weltbild ihm also ein echter Entwicklungsvollzug zugrunde des Anonymen kann nur das formal-anonyme Abbild liegt, wird kaum zu erwarten sein, daß er, soeben auf bedeuten. Und wie sieht er aus, dieser Schicksalss yund davon. sich alsbald wieder einstellen wird. Ihn gefährte des Malers ? Nachdem ihn die Zeit von sich künstlich zurückzugewinnen ist längst schon ver- selbst abstrahierte, was anderes darf er vom Bilde err guceht – mit welchem Urfolg sé Haltztiick His fetiars warten, als den Rest, der verblieb. Was er dann sieht, klassizistische Erneuerung vollzog sich doch immerhin nimmt er nicht mehr als Gleichnis, sondern nur noch unter den Augen der Weimarer Bildungsaristokratie. als Form. Und wer sie bereitet, ist nicht mehr der An welche Schichten sol er Künstler sich heute Mensch, der den anderen im Gespräch zu erreichen hoch wenden ! Gd ddt sucht, sondern der einsam mit Formresten spielende Doch vielleicht läßt sich darauf noch am ehesten Künstler. Der homo ludens, der sich im Spiel mit den gcine Antwort bekommen: auf die Frage nach der Stel Formen erschöpft. Der Desillusionierte, der spielend lung des Künstlers zur Gesellschaft, also das Merkma auf den Baustein seines Daseins zurückgreift. Aller gpeines Berufes. Au ier ei i früheren Gegenstandspflichten entbunden, kann ihn der Mensch Zystand. weder einzeln noch als Masse beirren. Sein eigenes Die Umanzipation des Bildes als Gattung verhält sich Mißverhältnis zur Welt in Deformationen zu äußern, kongenial zu jener von Farbe und Form der houtigon. verlockt ihn nieht mehr. Heiter in seiner Entrücktheit,, Zuvor nur Teile eines größeren Ganzen, lösen sich strebt èr nur noch nach sprachloser Schönheit. | beide allmählich aus ihren Verbänden und erheben Wenn das Verhältnis zwischen Bild und Betrachter] Anspruch auf Selbständigkeit. Der namenlose Maler in diesem Sinne bereinigt ist, können beide einander] der Frühzeit tritt langsam nach vorn, bis er schließlich gerecht werden. Die im Spieltrieb sich äußerndenY als Weltberühmter vor dem Werk seines freien irrationalen Kräfte führen in das Reich der Untätige. Künstlertums steht. Der Handwerker wurde Bo- keit. Abseits von der Strömung der Zeit durchfließt hemien, die Werkstattarbeit des Gesellen zur Hand- ein toter Arm eine einsame Landschaft. Dorthin weist schrift des Prominenten. Das Bild als Spiegel des der Maler den Freund seiner Kunst und läßt ihn die Malerberufes verhält sich entsprechend. Ursprünglich Angel ins Grundlose werfen. Er bietet ihm hier einen als Fresko dem Architektonischen untergrordnet, oder Blick über Tiefen, die früher befahren, jetzt unheim- als Kultbild kaum mehr als priesterlicher Gebrauchs- lich wurden. Doch was bergen sie + Nichts oder gegenstand, wandert es über das Museum in den Alles? Und was meinen sie? Ernst oder Scherz? Halon esoterischer Kenner, um schließlich als formel- Grübler und Spinner sind sie beide, und sie sitzen in haft schwer zu entzifferndes Gebilde im Atelier zu einem verlassenen Gebiet, horchen its Grundlose und yerstauben. Urspünglich für die Gemeinde auf die . 1/44 V 2.3 M RZ Ferien von einer entsetzlich gewordenen Aufgabenlast Joch der andere nähme es nicht einmal geschenkt. wird dem Freunde geboten, der dem Maler ja gewiß Der Bildinhalt, anfangs lesbar wie Schrift, geht de keine Landschaft mehr abnehmen würde. Ernüchtert Weg über schärfste Naturähnlichkeit, dann hinab z wie jener, kann ihn nur noch aufhorchen lassen, was den Deformationen subjektiver Auffassungsarten, u sein Verstand nicht begreift oder seine Skepsis chokiert. in der Stille meditativer VFormspielereien zu enden. Was hat er nicht alles durchschaut! Atome, ja sogar Jenes Ältere war wie ein Teil des Gebets, dieses die Unendlichkeit ist ihm endlich geworden! Das Heutige ein Teil dieser heutigen Welt. Wie an ihr einzige. das er nicht kennt. ist das Dunkel im eigenen explodiert, treibt sein Formenbestand ins Leere hin- IId
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