Full text: Lübeckische Blätter. 1956 (116)

für dis Aufnahme in die Muttergesellschaft aus und GUÜleichgewiehts den Ausschlag gegeben, so babe es zum Siege üußerts die Hoffnung, daß damit den Sehlutupern [mmer tinnen. 1tslgedcscon sci an ein Neuerslchen des künftig eine noch größere Resonanz für ihre Arbeit und gc(uropäischen icht ss fortan überhaupt nicht mehr zu für ihre besonderen Sorgen und Wünsche gegeben sei. denken. Vielmehr sei an die Stelle seiner Problematik heute Her Ost-West-Gegensatz getreten, der bereits zur Spaltung der Büchertisch Welt, Europas und Deutschlands geführt habe. 5 " In der Zange dieses Gegensatzes habe sich Westdeutschland, im Lübische Geschiehten und Sagen, gesammelt von noch bevor man an eine Wiedervereinigung zu denken gewagt Ernst Deecke. Neu herausgegeben von Werner habe, zugunsten einer Option für den Westen entschieden. N eugeb auer. T. Auflage. Verlag Max Schmidt. Heute - inzwischen mit westlicher Hilfe wieder zu Kräften gi Römhild, Lübeck, 244 Seiten, Leinen, 5,50 DM. gekommen - stehe es an der Wegegabel, die ihm zwei völlig Vor 56 Jahren hat Ernst Deecke die erste Auflage seiner verschiedene Wege zeige, um zu der als vornehmstes Ziel er- nie Sammlung lübischer Geschichten und Sagen in diesen Blättern klärten „Wiedervereinigung in Freiheit“ zu gelangen. Der un selbst angezeigt. (Neue Lübeckische Blätter 1851, S. 402 f.)) deine führe geradlinig auf das nationale Ziel zu, der andere mit Einem Geschlechte zugebörig, in dem ,„jeder einzelne nur sich dem Umwege über die abendländische Solidarität als Dauer- ter selbst wollte und doch alle Hilfe von der Gesellschaft erwartete, zustand. Geradlinig kann das Ziel nach Dehios Meinung nur ja heischte‘’, wollte er auf ein Geschlecht zurückdeuten, „wo erreicht werden unter Gefährdung der Freiheit, während die Ic man an der Gesellschaft festhielt und alle Hilfe nur bei sich andere Straße zwar die Freiheit sichere, aber niemand sagen fs selbst suchte“. Er gibt des weiteren Rechenschaft über die könne, wann sie das Ziel der Einheit erreiche. Da die Einheit Al Gesichtspunkte, die ihn bei seiner dreizehn Jahre umfassenden indes ohne die Freiheit wertlos sei, müliten wir uns für den tie Arbeit geleitet haben. Der Wunsch, den Ernst, Deecke im längeren Weg entscheiden. Vorwort zur ersten Auflage ausgesprochen hat, seine Samm- Einheit ohne Freiheit wertlos? Wolf Schenke (,.Neue vir lung möchte ein Volksbuech werden, hat sich erfüllt. Politik“ v. 12. 3. 1956) verwirkt diese Fragestellung als irre- G) Nun hat der Verlag Max Schmidt-Römhild es unternom- führend, weil es erstmal um die Existenz überhaupt für uns 2 men, das Buch wieder herauszubringen. Erfreulicherweise ghtehe, die Einheit und Freiheit gleichermaßen voraussetze und ha! ist es dank der Unterstützung durch die Possehlstiftung mög. keine rangmäßige Trennung beider zulasse. Schenke wirkt fi lich gewesen, den Preis für das tadellos ausgestattete Buch so Velhio auch weltpolitische Blindheit vor, weil er nur „„bis zu den A niedrig anzusetzen, daß man es als ausgesprochen billig be: Kürchtürmen Europas“ gucke und gar nieht bemerke, daß in § zeichnen kann. Wird es auch künftig ein Volksbuch sein? der weiten Welt sich längst dritte Mächte neben Rußland und § Über den Wert dieses Buches braucht wohl kaum noch etwas den USA zusammengefunden hätten, welehe an Stelle einer [! gesagt zu werden, aber der Boden, auf dem es gewachsen ist, MWelthegemonie ein Weltgleichgewieht der Kräfte anstrebten, war die romantisch bestimmte Idee des Volkstums. Diese Dies ~+ und nicht die töriehte Alternative zwischen Einheit Ja Romantik ist verklungen, aber weshalb sollte das Werk, das und Freiheit – ist nämlich die Grundfrage, vor der wir stehen: nic aus ihr erwachsen ist, nicht auch heute noch dankbar begrüßt. Soll und wird der Weltfrieden begründet und erhalten durch wi und viel gelesen werden, wie es doch seit seinem Entstehen die Hegemonie einer Weltführungsmacht, um deren Rolle sich 261 immer lebendig geblieben ist! Ein besseres Bilderbuch lübi- dann die USA und die UdSSR streiten würden, oder durch scher Vergangenheit ist kaum zu denken. Ein Bilderbuch yleichsam die Fortsetzung der europäischen Kräftehbalance Re gewiß auch für Jugendliche, aber auch dem Freunde der nunmehr im Weltformat ? Ar [übeckischen Geschichte wird dieses Buch immer eine Fund- Dehio glaubt nicht an letztere Möglichkeit, und zwar nieht grube für die Lebensformen, die Rechtsauffassung, die Wirt. zuletzt wohl deswegen nicht, weil Deutschland bereits im schaft, das religiöse Leben in vergangenen Jahrhunderten sein. ersten Weltkrieg ein solches Weltgleichgewiceht erstrebte und I! Die von Werner Neugebauer besorgte neue Ausgabe ent- dabei unterlag. Es ist sehr interessant, wie Dehio sich mit der hält nicht nur sämtliche Sagen und Geschichten der früheren RKankeschen Historikerschule auseinandersetzt, welche es für Auflagen, hinzugefügt sind auch acht Geschichten, die Deecke’ Deutschlands geschichtlichen Beruf angesehen habe, den Zu- weggelassen hatte, ,weil ich sie verwirrendem Mißverstädnis stand des europäischen in einen Gleichgewichtszustand der nicht preisgeben wollte‘. Er fügt allerdings hinzu: „„Vielleicht gyanzen Welt zu überführen. Von dieser „deutsehen Sendung“ vber bin ich hin und wieder besorgter gewesen als nötig war.“ bhkült Dehio nichts, da sie nur gegen England, nämlich nur bei Schwerverständliche Wörter sind in einem alphabetisch ange: Beendigung der britischen Suprematie zur See zu erfüllen und ordneten Anhang kurz erklärt. deshalb weder friedlich noch im Kriege zu erreichen gewesen Möge dieses Buch, wie es Ernst Deecke einst gewünscht hat, wäre. Denn von all den vielen Bundesgenossen, auf die wir in ein lübeckisches Volksbuch bleiben oder wieder werden. Das. einem Weltkamptf um die Freiheit der Meere gegen England vber kann es nur, wenn es nicht lediglich auf kurze Zeit aus vor den Weltkriegen geglaubt hatten, uns verlassen zu Büchereien entliehen wird, sondern wenn es Hausrecht bei den können, wäre hernach niemand uns zu Hilfe gekommen, Also, Iten und neuen Lübeckern erhält. Be += folgert Dehio -, sei die Frage eines Weltimperiums schon : . ; " damals entschieden und das Führungszentrum inzwischen nur ludwig Dehio, Deutschland und die Welt poli- von London nach Washington verlegt worden. tik im 20. Jahrhundert. Verlag R. Olden; Ist diese Folgerung nicht indes - besonders für einen Histo: bourg, München. DN 8,50. riker - reichlich voreilig ? Kann man nicht umgekehrt das n So heißt der Titel eines Buches, das jüngst im Verlag Scheitern Deutschlands in beiden Weltkriegen viel leichter . R. Oldenbourg, München, erschienenist und Aufsehen erregthat.. darauf zurückführen, daß es in diesen kaum wirklich welt- r Aufsehen wegen seiner besonders präzise formulierten Stellung- politisehe Parolen herausgestellt, sondern sich auf engherzit re nahme zur deutschen Wiedervereinigung und wegen der Per. nationalistische oder gar abstrus ideologische Ziele verste zt zönlichkeit des Verfassers: Prof. Ludwig Dehio als Historiker hat ? Dehio erwägt selbst die heutige Möglichkeit einer auf üt von Ruf bekennt sich zu dem Satz, daß die + bürgerliche + üVationalisten wie Pazifisten gleichermaßen suggestiven deut- ü Hreiheit für uns den klaren Vorrang verdiene vor der Forde. schen Politik, welche unter Vermeidung aller militärisehen Lu rung nach nationaler Einheit. Er weiß selbst, dals er damit Mlttel und jeder hegemonialen Hybris lediglich diplomatisch Iy Hen ihm als Historiker gesetzten Aufgabenkreis überschreitet eine bewegliche Rolle zwischen Ost und West zu kreieren und sich auf die Ebene politischen UÜrteilens begibt. Gerade suchen würde. Er verkennt nicht, daß der Nationalismus U pher weil er dieses aus einer Folge von zunächst wissenschaft. cturch seine überraschende Verbindung mit der Gewaltlosi keit lich-historischen Aufsätzen gleichsam logiseh herauswachsen neue Anziehungskraft gewönne. Aber er kann sich die wir: [üßt, muß der Leser achtgeben, daß er seinerseits die Grenz. kung einer solehen deutschen Politik dann doch nieht anders . linis nieht übersieht, die im Buche zwischen wissenschaft-. vorstellen als ein dummschlaues Schaukeln im Boot, in dem m licher Erkenntnis und subjektiver Meinungsäußerung leicht wir nun einmal mit allen anderen freien Völkern gemeinsam zu verschwimmen droht. ßäßen. Denn nicht umsonst, versprächen sich die Sowjets von : Dehio knüpft an sein älteres Werk an ,„Gleiehgewieht oder diner nach ihren Ideen sieh vollziehenden deutschen Wieder- . Hegemonie‘, mit dem er nachwies, dals das europäische vereinigung die Sprengung des Westens. h Mächtekonzert in einem ständigen Kampf aller politischen Obwohl solehe Worte nur den überzeugen können, der von " Kräfte gegen die jeweils stärkste von ihnen bestanden habe, ihrer Richtigkeit bereits vorher durchdrungen war, ist sein 1 um eine amg durch diese und damit den Verlust der Buch doch jedem nur warm zu empfehlen, den die gesamt- ai Freiheit zu verhindern. Stets hätten diese Kriege, zuletzt die deutsche Sorge bedrückt. Es zeigt ihm jedenfalls klar, dal wir 1- beiden Weltkriege gegen Deutschland, mit der Niederlage der vor einer Woegscheide stehen, über deren Bedentung sich ein lor fn Uegenqnialugeht. z.dor. gs [str sor wn... Verstand und Cewissen eine eigene Menu er England in den Kämpfen um die Wiederhers ; Hans Wittms |] 8
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