Full text: Lübeckische Blätter. 1955 (91=115)

reuther eindrucksvoll als Roller, Fritz Nußbaum ein enthusia. war, z. B. am Anfang, schleppend, aber so mußte es auch stischer Kosinsky voll jugendlichen Übersehwanges. Viktor sein, im übrigen aber wußte er über gewisse Längen gut hin- Tacik spielte mit stärkster Ausdruckskraft den Pater — wegzutäuschen, und im letzten Akt, der das ja immer wirk- auch in seiner Szene wurde der ekstatisch-expressionistische same Theater im Theater bringt, ließ. er den großen Sänger die Oharakter der Inszenierung sehr deutlieh. Mit ruhiger Würde Farbe dick auflegen, und Viktor Tacik malte wirklich mit bildete Georg Mark — Crimegs Pastor Moser einen dramatisch ganz dickem Pinsel. Fritz Nußbaum machte aus der Rolle des wirksamen Gegensatz zu Franz. MM. . Helmuth Zusammenfassend sei gesagt: Es war Theater großen Stils. von Scheven war als der pessimistische und offenbar weniger und ich möchte annehmen: es war Theater im Geiste des intelligente Dichter ein guter Gegenspieler für Bernhard jungen Sechiller. Be VDannell. Das Ganze: Leichte Kost, aber schmackhaft zubereitet und Alfred Molnars ,, Spiel im Schloß'‘‘ mit Eleganz serviert! Be Wenn beinahe 28 Jahre vergangen sind, seitdem man das .. §. .. . damals junge Stück gesehen hat, kann man es sich gern noch Heinrieh Böll las im Lübeeker Podium einmal ansehen; denn inzwischen hat man doch viel davon Kaum einer von denen, die in der letzten Podiumreran- wieder vergessen, und wenn man es noch nicht gesehen hat, staltung der Buchhandlung Weiland den Dichter Heinrich soll man ruhig einmal hingehen. Zwar hat es im ersten Akt Böll hörten, ist „zufrieden“ nach Hause gegangen. Wie eine etwas schmierige Stelle ~ das m ist kein Druckfehler ~ fragwürdig das Leben geworden ist, machte die Lesung er- aber die Fähigkeit zwischen ~+ sagen wir einmal — deutlich schreckend deutlich. Die Hörer werden bedrückt gewesen oder ungeschminkt und schmierig zu unterscheiden ist ja sein von dem Krankhaften. dem Niedrigen, von der Not, der ohnehin heute schwach entwickelt, doch im übrigen ist das Verzweiflung, dem zutiefst Traurigen. was unser Leben erfüllt Stück nett und nicht ohne Witz gemacht. und was der Dichter zu gestalten vermochte. . Da sitzen sie nun im gräflichen Schloß, in das sie geladen Heinrich Böll (geb. 1917), ein Neuer, der erst vor wenigen sind, die beiden ,„Dichter“ und ihr junger, höchst talentierter Jahren einen anerkannten Platz im literarischen Forum ein- Operettenkomponist, sie sitzen in einem Salon Louis — ich genommen hat, las zunächst zwei Kapitel aus seinem letzten glaube H Quinze, sehr elegant, ich meine den Salon und die Roman ,, Haus ohne Hüter“. Darin geht es um das Schicksal drei Herren, sie haben köstlich soupiert, und nun ~ ja nun zweier elfjähriger Jungen, die beide den Vater im Kriege fragen sie sich, wie man eigentlich ~ denn das sei für einen verloren haben und allein bei ihren Müttern leben, bei Frauen, Dichter ungeheuer schwierig ~ ein Stück anfangen solle. die innerlich zerbrochen sind und die jene Knaben nicht ins Dann drückt sich der Dichter + in diesem Falle meine ieh den Leben hineinzuführen vermögen. Mit knapper, leidenschafts- wirklichen — sehr elegant um die „Exposition“, indem er die loser Sprache gestaltet der Dichter naturalistische Bilder, die drei Herren sich einfach dem Publikum vorstellen läßt. Nun, so rücksichtslos und verdichtet in der Aussage sind, daß der und so kommt denn eben das Spiel im Schloß in Gang. Eine Hörer fast physisch von ihnen angepackt wird. .: wichtige Rolle spielt noch die große Diva, von Thessy Kuhls c L Abend und Morgen faßt sehr reizvoll gegeben, und der große, aber offenbar recht Heinrich Böll ebenso naturalistisch das Problem einer Ehe, törichte und in puncto ehelicher Treue reichlich unbedenkliche die innerlich nicht mehr besteht, die aber den neuen Anfang Sänger. Der eine Dichter nun, von Bernhard Danneil mit findet mit einer verhaltenen Frage und einer zarten Antwort. Vollendetem Charme gespielt, rettet dem jungen Komponisten Fast befreiend wirkte auf die Zuhörer die satirische Skizze die keineswegs begründete Illusion, in der er hinsichtlich der ,,Der Lacher‘, obgleich auch sie trotz aller heiteren Züge einen Zuverlässigkeit seiner Braut, eben besagter Diva, befangen düsteren Lebenshintergrund zeigt: der berufsmäßige Lacher ist. Wie der Dichter das macht, darauf eben kommt es an. der Varietés, Vortragssäle und Aufnahmeräume haßt das Er macht das sehr gewandt, zu gewandt; denn riehtiger wäre bestellte Lachen, zu dem er täglich gezwungen ist. Er hat sein 2s schon, den jungen Mann durch die Hölle der Enttäuschung eigenes verlormn.. ö s!keu zu lassen, weil der arme Kerl mit diesem Mädchen als Heinrich Böll ist ein Meister des Wortes; er yermzs d das Dichter zt LrÔitt eig, vs. Zher s) fukge! Eg] l ho rerU. Z. Er lotet den Uzinz: gr; natürlich nieht handeln; denn dann wäre es sry pre cdtstqrn Gegenpart s ztbutlt pit e setze ühne; arstellung, die allerdings registriert, n! : ! Ein er. aber ist dieses Spiel im Schloß, und Gegengewichte zur Lanuheit, zur Durchschnittlichkeit, zum ß. üogsben wurde es auch. Edgar Fuchs war nicht nur ein billigen Opportunitätsglauben. Dieser tiefe Ernst der Ayer enter von wirklich rührender Liebenswürdigkeit, er lenkte rührte die Hörer an, die dem Dichter mit herzlichem Bei auch das Spiel im Schloß mit gewandter Hand. Das Tempo dankten. Näcke GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNÜUTZIGER TATIGKEIT GR U N DU N G S J A HR 17 89 F ER N R U F NR. 2 23 91 Theaterrin Neue Mitglieder Anrecht ] Montag, den rens c 1955, Kammerspiele, Amtsgerichtsrat 2. W. Ernst Marung. Roeckstr. 20 a an Stelle von „Das Bild des Menschen‘ „Das HRankprokurist Hans hantsgn. Bizzsrchzte. 21 „eie Vmändorung it Schl feu Lewur Molt wantät z hs ys :; uber. V blondstr. Y reti t i Ver, Sey . Anrecht T yugrden. den 21. März 1955, Kammerspiels, UU Kurt tech supeck.Kietcrhäg Vizänhek Anre »Das Bild des Menschen‘, von Peter .
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