Full text: Lübeckische Blätter. 1955 (91=115)

tung unserer Konzerte. Gedankt sei auch unserer Us wurden 128 Männer und 17 Frauen betreut. treuen Gefolgschaft für die Unterstützung, die sie dem I36mal wurde mit Geld unterstützt. Die Gesamtaus- Verein durch ihren Konzertbesuch gewährt hat. Wir gaben betrugen DM 1341,01. danken unserer Muttergesellschaft für die uns gewährte In mehreren Fällen wurden Sachen eingelöst und Beihilfe und die Verbesserungen im Kolosseum und wieder herbeigeschafft, die als Pfand von früheren danken auch der Konzertdirektion Ernst Robert für die Arbeitgebern oder Vermietern zurückgehalten wurden umfangreiche Arbeit, die sie bei der Durchführung der oder bei der Gepäckabfertigung der Bundesbahn Konzerte geleistet hat. lagerten. Hilfe wurde bei der Beschaffung von Per- Für den Winter 1955/56, das Jahr des 60jährigen sonal- und Arbeitspapieren geleistet. Auch wurde Bestehens des Vereins, sind 9 Abonnementskonzerte mitgewirkt bei der Regelung von Ansprüchen, die die vorgesehen, für die wiederum Solisten und Künstler- Geschädigten gegen Straffällige besaßen. Die Bereit- vereinigungen von hohem Ruf verpflichtet sind, so stellung von Arbeitsplätzen für Jugendliche oder daß das Gesamtprogramm der Bedeutung des Jahres jüngere Handwerker klappte besser als die Unter- entsprechen wird. Großzügig sind auch jetzt unsere bringung von Straffälligen älterer Jahrgänge. treuen Garanten wieder auf den Plan getreten. Die Unterkunft kann nach wie vor nicht leicht für Mögen auch die Musikfreunde unserm Verein einen gstrafentlassene beschafft werden. Die noch immer jedesmal vollbesetzten Kolosseumssaal als Jubiläums- vorhandene allgemeine Wohnraummangellage, das geschenk darbringen. Mißtrauen der Vermieter und die Feststellung, daß nicht ein Mietpreis in jeder Höhe gezahlt werden kann, sind hier einige der stärksten Widerstände. Verein für Reehtsfürsorge Die in der hiesigen Strafanstalt einsitzenden Straf- und soriale Geriehtshilke e. V. gefangenen können ihre Sorgen einem Fürsorger des Den Weg zur Resozialisierung Straffälliger zu Vereins vor der Entlassung vortragen. Gemeinsam ebnen, ist die freiwillig übernommene Aufgabe des mit den Fürsorgern der Anstalt werden dann alle Vereins für Rechtsfürsorge. Die notwendigen Maß- Maßnahmen durchgeführt, die in dem Fall geeignet nahmen sind in jedem Fall andere, und stets ist bei erscheinen. Aber auch von den Vürsorgern aus- den um Mithilfe Angesprochenen eine Einstellung zu VWärtiger Strafvollzugsanstalten werden häufig vor überwinden, dem Straffälligen kein Vertrauen ent. den Entlassungen nach hier Mitteilungen ge- gegenzubringen und ihm damit keine Gelegenheit zur geben. ; ms . :: Bewährung zu geben. Die Öffentlichkeit muß sich Mit der Errichtung eines Übergangsheimes für ent- aber klar machen, daß sie durch Beteiligung an der. lassene Strafgefangene in Schleswig-Holstein ist man Hilfe für Straffällige sich auch selbst schützt, wenn auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht recht ein guter Weg gefunden wird und ein Straffälliger vorangekommen. Es fehlen dafür einfach die Mittel. nieht in der Verzweiflung und Not mangels anderer Der Plan schwebt aber weiterhin vor. Bis eine Arbeits- Möglichkeiten sich wiederum an fremdem Rigentum stelle gefunden oder Arbeitslosenunterstützung ge- vergreift und rückfällig wird. sichert und eine andere Unterkunft beschafft Der Verein ist am 4. September 1954 in das Vereins. worden ist, dienen für die vorläufige Unterbrin- register eingetragen worden und wurde vom Finanz- gung das Wandererheim und das Seemannsheim. amt Lübeck als ausschließlich und unmittelbar gemein- Auch die Heilsarmee ist gelegentlich helfend ein- nützigen Zwecken dienend anerkannt. Hiernach sind getreten. . Spenden an den Verein abzugsfähig. Vestzustellen ist noch, daß bei verheirateten Straf- Im Gegensatz zu örtlichen Gefangenenfürsorgeein- gefangenen die Ehe oft während oder gleich nach richtungen in anderen Städten steht der Verein hier Beendigung der Srtafhaft ins Wanken gerät. In auf der breitesten Basis, die gefunden werden kann. solchen Fällen wird enge Verbindung gehalten mit der Ihm gehören die im Selbsthilfeausschuß zusammen- Eheberatungsstelle, und oft ist eine Ehefrau nach geschlossenen freien Wohlfahrtsverbände an. Enge einem Erholungsaufenthalt mit dem . festen Willen Verbindung besteht auch mit der Sozialverwaltung, zurückgekehrt, den Mann nicht zu verlassen und ihm dem Jugendamt, der Öffentlichen Rechtsauskunfts- den Weg der Rückkehr in die Gemeinschaft nicht zu stelle und dem Arbeitsamt und erweist sich als sehr, erschweren. . . erfolgbringend. Schließlich hat auch die Gesellschaft Auch erscheint der Gedanke nicht abwegig, Beitrag zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit in An- du leisten für einen Ferienaufenthalt der Kinder knüpfung an das segensreiche Wirken schon ab Mitte Strafgefangener, damit nicht auch auf sie die ganzen des vorigen Jahrhunderts auf diesem Fürsorgegebiet Folgen der Taten ihrer Väter fallen. Menn die den 1947 neu gegründeten Verein als Tochtergesell- Familiengemeinschaft des Strafentlassenen in Ord- schaft im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgenommen. nung ist, erscheint _er selbst_ später weniger ge- Die Zugehörigkeit zum Schleswig-holsteinischen Lan- fährdet. . . . desverein für Gefangenenfürsorge besteht weiter, und Der Verein zählt 121 Mitglieder. Die vor drei damit ist die Anteilnahme an dem Bundeszusammen- HYahren erfolgte Herabsetzung des Mindestmit- schluß für Straffälligenhilke und Bewährungshilfe gdliederbeitrages auf jährlich 2,00 DM hat nicht gegeben. das erwartete Anwachsen des Mitgliederbestandes Das Interesse des Gerichts, der Staatsanwaltschaft gebracht. . . und der Strafvollzugsanstalten an den Bemühungen Der Verein wünscht sich für die Zukunkt die Mög- des Vereins ist besonders hervorzuheben. Das Gericht lichkeit, auf einen größeren Kreis von Helfern zurück- hat mehrfach davon Gebrauch gemacht, bei Strafaus- greifen zu können, die dem Strafentlassenen die Be- setzung zur Bewährung oder mit Verwarnungen währung erleichtern und ihn eine Gemeinschaft Jugendlicher den Verurteilten die Auflage zu machen. finden lassen, die ihn ohne Vorurteil aus seiner Ver- Bubezahlungen an den Verein zu leisten, gangenheit und nur nach seinem in die Zukuntt ge- I()
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