W G . LUBECKISCHE BLATTER ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT Fr: LÜBECK, DEN 4. SEPTEMBER 1955 n- er EIN HUN D ER T FU N F ZE H NT ER JAHR G ANG / EINUN D N E U N ZI G S T ER DER NE U E N REI HE Y N U M MER 14 st le. n0 . Die Vorsteherschaft Der Gelellschaft zur Beförderung gemelnnütziger Tätigkeit verleiht Herrn t " LEOPOLD THI EME aus Anlaß der Vollendung kleines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner unablälligen erfolgreichen r, Bemühungen um die künstlerifche Darstellung und Deutung der Architektur und Landschaft Lübecks, wie er ihnen In einer Fülle von Radierungen und Zeichnungen gültige Gestalt gegeben hat, und in dankbarer Anerkennung keiner jahrzehntelangen uneigennützigen Tätigkeit im Dienst und zum Besten d der bildenden Kunstler Lübecks DI E D ENKMÜNZE DER GESELLSCHAFT IN SI L B ER. DER DIREKT OR Lübeck, den 15. Juli 1955 Dr. Sander Thomas Mann t Der Ehrenbürger der Hansestadt Lübeck, Thomas zehnten Jahrhunderts besaß noch eine geschlossene Mann, ist in Kilchberg am Züricher See verschieden. Form. In Familie. Haus und Stadt hatte der junge Trotz allem, was geeignet war, trennende Wände Thomas Mann eine gewordene, eine unkonstruierte zwischen Thomas Mann und seiner Heimatstadt auf. Welt erlebt. Das „Bürgerliche“, das Konservative zuriehten, und obwohl der Verstorbene sich ihr lange des alten Lübeck war der Boden, in dem er wurzelte. Zeit kerngehalten hat, ist er doch immer ein Bürger Einer der wesentlichen Züge im Bilde des Künstlers unserer Stadt gewesen und wird es bleiben. Nieht nur Thomas Mann ist es, daß er den Zusammenhang mit in seinen frühen Werken, vor allem den „Budden- diesem nährenden Boden niemals verloren hat. Schon brooks‘“ und dem Tonio Kröger“, atmet der Leser als junger Mann spürte er mit untrüglicher Sicherheit, die Luft der alten Hansestadt, bis in seine späten daß diese Welt. aus der er stammte, zugrunde ging. Werke taucht immer wieder in immer wechselnder So kam es zu der überraschenden Erscheinung, daß Gestalt Lübeck auf. Gewiß hat Thomas Mann stets das erste Werk des damals Fünfundzwanzigjährigen nach Modellen gearbeitet, sie waren ihm + seien es den ,.Verfall einer Familie“ zum Gegenstand hatte. Menschen, Städte, Landschaften, Institutionen – Morin aber äußert sich dieser Verfall? Der älteste unentbehrliches Arbeitsmaterial und alle diese Mor Buddenbrook, der Getreidehändler Johann. ist eine delle konnte ihm nur sein Gigonsr Lebenskreis, seine völlig unkomplizierte Natur; was er zu tun und Zu eigene Erfahrung bieten, aber es bleibt doch auffällig, lassen hat, wie er sein Leben zu führen hat, ist ihm felch überragende Bedeutung dabei Lübeck behalten selbstverständlich. Bei seinem Sohn. dem Konsul, at, obwohl er diese Stadt bereits verlassen hatte, ist es schon ein wenig anders. Zwar ruht auch sein bose sein künstlerisches Schaffen überhaupt begann. Sichverhalten auf festem Grunde, er ist überzeugter, ies kann nicht nur darauf beruhen, daß Eindrücke gläubiger Christ. Aber ein feiner Unterschied gegen- aus der Jugendzeit besonders tief ATZE; Anderes über demVater ist vorhanden: Mit einer gewissen tt wohl wichtiger: Sein Vater, der Senator Mann, immer erneuten Bemühung wird diese Grundlage des Far eme Verkörperung hansestädtischen Geistes, Lebens festgehalten, der moralische Christ und der fie Vamilie schon seit langem mit Lübeck eng ver- kühl rechnende Geschäftsmann — beides ist der unden. das I.ibeck auct-des ausgehenden neun- Konsul – wollen sich kaum noch zur wirklich ge- 1 A"

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