Full text: Lübeckische Blätter. 1955 (91=115)

ein zweidimensionales Bild in einem gewissen Um- und auch die notwendigen Umbauten der Bühne ohne kang die plastische Illusion zu erzielen imstande war. die Anlage des Raum-Tones sind sehr erheblich, wobei wenn die Bildwand verbreitert und der Besucher die Frage der Rentabilität der damit verbundenen damit mehr in das Geschehen hineinbezogen wurde, Investitionen sehr beachtet werden muß. Insbesondere eine Raum-Ton-Wiedergabe erfolgte und die Tiefen- aber sind viele, vor allem kleinere Theater, nicht in der schärfe und Güte des Bildes gesteigert wurde. Lage, ein wirklich brauchbares Super-Scope- oder Die Entwicklung geeigneter Verfahren ist bisher inema-Scope-Bild zu erzielen. Ein breites Bild setz nicht abgeschlossen, wenn auch bereits einige einen nicht nur einen entsprechend breiten Raum, sondern sehr bemerkenswerten Vorsprung haben. Am über- cine besonders gute Sicht voraus. Während bishe sichtlichsten ist noch die Entwicklung der Güte dess bei einem schmäleren Bild die vorderen Reihen noc Filmbildes, bei der neben der Tiefenschärfe (Plastor eben brauchbar waren, sind diese beim Breitband kür rama-Verfahren) auch besonders auf ein verfeinertes den Besucher eine besondere Strapaze, aber auch i Korn großer Wert gelegt werden muß, da die Ver en hinteren Reihen wird den Besuchern der Genuß größerung des Bildes die Körnung durch Unschärfe sehr geschmälert, weil das vergrößerte Bild der Sicht- uncl Flimmern stärker bemerkbar werden läßt. Das" lücke zwischen den Vordermännern nicht mehr ent ista-Vision-Verfahren nimmt deshalb ein gegenüber spricht und allzu breit geworden ist. Kine wirklich groß- lem Vorführ-Film vergrößertes Negativ-Bild auf unc artige und vollwertige Wirkung dieser Verfahren ist verkleinert es beim Ziehen der Kopien. deshalb durchweg nur in eigens unter diesen Gesichts- Auch auf dem Gebiet des Raumtons sind zunächst. punkten neu und mit Raumton erbauten Lichtspiel nur zwei Verfahren hervorgetreten, und zwar das häusern zu erzielen, und es kann durchaus nicht be- Perspecta-Lichtton- und das Cinema-Scope-Magnet- stritten werden, daß hier die Illusion der Wirklichkeit, on-Verfahren. Beide Verfahren arbeiten mit drei vielen Fällen überwältigend ist. Lautsprecher-Gruppen hinter der Leinwand, und Aus den bereits gemachten Ausführungen geht letzteres noch mit zusätzlichen Anlagen im Saal selbst, hervor, daß für die weniger breiten und nicht so teueren für besondere Hffekte. Beiden ist also gemeinsam, dal! anderen Bildformate dis Möglichkeiten des Ein- bzw. sie in der Leinwand-Mitte und an den Seiten durch. | mbaues wesentlich besser sind, wenn dann auch der die Anlage von Lautsprechern die Illusion geben, daß, Eindruck und die Illusion entsprechend geringer wird. die Geräuschquellen mit dem Bild nahezu überein- Pür die allgemeinere Einführung des Breitbildes ist es timmen. Das einfachere Perspecta-Verfahren arbeitet aber sehr hinderlich, daß es noch zu viele Verfahre mit einer zusätzlichen Direktionsspur neben der nebeneinander gibt und dadurch erhebliche technische Einspur-Lichttonaufzeichnung, während Cinema nd finanzielle Schwierigkeiten sich ergeben. Es ist zu Scope vier selbständige Magnettonspuren aufweist. offen, dal die Produzenten sich eines Tages auf ein Us mag hier eingeflochten werden, daß die benötigten oder zwei Verfahren einigen und davon Abstand eile des ersteren Verfahrens etwa 15000 DM und des y ehmen, nur das eigene als das beste anzupreisen. letzteren etwa 21000 DM kosten, was zur Folge hat, Bei dieser Entscheidung wird sicher ein sehr ge daß sehr viele Kinos bei dem üblichen Einspur-Licht- wichtiger Faktor, und zwar die Frage der künstleri on (aus der Mitte des Bildes kommend) bleiben schen Möglichkeiten des Breitbildes noch mitsprechen werden). ie schon erwähnt, hat der Farbfilm den Schwarz Erheblich unterschiedlicher ist die Entwicklung des eiß-Film nicht verdrängen können, und dasnicht nur Bildformats selbst. Während wir früher nur ein For~ aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil die mat von I: 1,37 hatten, das auch heute noch im Schwarz-Weiß-Zeichnung für manche Filmtheme größten Umfang benutzt wird, gibt es daneben die passender und eindrucksvoller ist. Das gleiche wir sogenannten Panorama-Breitwände in den Verhält- hinsichtlich des Bildformates kestzustellen sein. nissen I: 1,65 (benutzt z. B. Rank), 1: 1,85 (Vista- Ein sehr breites Bild ist sicher für Landschafts- ision), 1: 2, 1: 2,55 (Cinema-Scope), 1: 3 (Super- aufnahmen, Sport- und andere Reportagen besonders Scope) und I: 3,25 (Cinemara). Innerhalb der Ver- geeignet, es kommt auch für jede Art von Monumental hältnisse I: 1,33 bis 1: 1,85 wird das Breitbild nur durch nd Massen-Szenen in Betracht, aber es eignet sich ergrößerung und Veränderung des Bildfensters des sehr wenig für die sogenannten Großaufnahmen, für Projektors erzielt, während Cinema- und Super-Scope kleine Interieurs und die Kammerspiele. Das bisher n dem Aufnahme-Verfahren durch Linsen anamorpher" übliche Schwenken der Kamera wird peinlich, vor bzw. prismatischer Art eine Zusammenquetschung des. allem dann, wenn es nicht im Schneckentempo er- Bildes auf das Format 1 :: 1,37 des normalen Filmbildes folgt, das aber der Filmhandlung keineswegs immer nd entsprechende Entzerrung bei der Projektion gerecht werden kann. Außerdem} ganz allgemein erzielen. Das Cinemara-Verfahren erreicht ein ver- gesagt — ist das breite Bildformat weder nach unserem größertes Bild auf einer dem Rundhorizont ähnlich eschmack harmonisch, noch den Möglichkeiten des gebogener Leinwand durch eine Zusammense zung normalen Sehwinkels unserer Augen angepaßt. Ob- dreier Projektionsbilder. rohl bisher ein gewisser Zusammenklang von Bild, Das letztere Verfahren ist nicht nur zu kostspielig. Ton und Handlung erfolgte, besteht beim Breitbild die sondern bietet sehr viel technische Schwierigkeiten Gefahr der Überbewertung des Bildes und eine Über- nd erfordert hierfür besonders gebaute Theater. Es betonung der Szenerie gegenüber der Handlung. So t deshalb keine Aussicht, daß dieses Verfahren passend das Breitbild für eine Verfolgungsjagd in der sich durchsetzt. Wesentlich günstiger liegen die Aus- Prärie ist, so wenig eignet es sich für eine längere sichten für Super- und insbesondere Cinema-Scope, Dialog- oder zarte Liebesszene in Großaufnahme. dessen Anlagekosten zwar auch sehr wesentlich sind, Das breite Bild stellt sicher die Regisseure un as sich aber schon in USA und zum Teil auch bei uns" Kameraleute vor neue Aufgaben, die nicht im ersten gut eingeführt hat. Allerdings kosten die Vorsatz- Ansturm gemeistert werden, aber es kann dennoch Linsen für die Wiedergabe schon allein rund 3500 DM, kaum angenommen werden. daß das Breitbild alle | ()Q
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