Full text: Lübeckische Blätter. 1954 (90)

! Ö Bueh steht ju immerhin mehr als eine banale ,„sohöne‘’ und „indianischen Blutmisehung‘' als „Sonderfall“ betrachten . ' sensationello Liebesgeschiehte. Das Thema ,,menscehlicher mul, das ebensowenig wie Klaus Heinrich vom wirklichen § Sonderfall und Gesellschaft‘), vom Dichter schon im , Tonio Leben weil) und seine Verletzliehkeit hinter gewandten uncl Kröger“ angeschlagen, wird hier gleichsam als kunstvolle spitzen Redensarten versteckt, das Algebra studiert, weil es zl Doppelkuge verarbeitet. Es goht um zwei „Sonderfälle“, darin ein hohes und freies Spiel entdeckt hat aus diesem 18 oben um den Prinzen Klaus Heinrich und Imma Spoelmann, unvergeßliehsten Mädchenaus Thomas Manns Erzählungen wird 16 aus denen, nach den Worten des Dr. Ueberbein, ein „Aller. hier eine charmante, lebenskluge und witzige Rotblondine mit 1, weltsfall‘’ wird, ein Liebespaar, ein Brautpaar, dem sich in der für den Film riehtigen Misehung von Keßheit und Gefühl. ie „Hoheit und Liebe“’ ein „strenges Glück“ erfüllt. So mögen Und gar erst ihr Vater, Mr. Spoelmann! Was der sich in der h denn besagte Käufer und Leser des Buches, je nach Ge. hlöfisehen Welt an Vormlosigkeiten zu leisten hat, erregt Lach- sehmacksriehtung, angenehm oder unangenehm enttäuscht stürme und überschreitet weit die Grenzen des Glaubhaften - b- worden sein. Eigentlich hätte es aber einer solchen Reklame auch die Grenzen des Taktes, den der Dichter in diesem Fall m gar nicht bedurft, denn alles, was von „Königlichen Hoheiten“ walten läßt. Den struppigen und prinzipientreuen Dr. Veber- i: handelt, findet heute bekanntlich ein breites und zahlreiches bein erkannt man dagegen gleich wieder. Wie gut, daß er sich .d Publikum. Der Film, den wir in der letzten Woche hier nicht entleibt, weil er mit der Welt nicht fertig wird, wie >t sahen, wohlvorbereitet durch häufige Presseberichte aus der solches im Buch die Heiterkeit stört, sondern unter den ze Herstellungsarbeit, plakatierte denn auch: „Königliche Gratulanten beim Fackelzug am lautesten , Vivat‘ ruft! Einzig ie Hoheit‘ ~~ ,„frei nach dem Roman von Thomas Mann“’. Nun, die Gräfin Löwenjoul darf so bleiben ,wie im Buche’, wenn was die Liebhaber dieses charmanten und fein humorvollen auch in ihrem Aulßeren etwas hübscher als dort mit ihrem Buches da im Kino sahen, konnte nach ihrer Meinung eher spärlichen Scheitel und den braunen Kleidern. Wir haben „krei von Thomas Mann“’ genannt werden, obwohl, nach den aber auch das Vergnügen, einen schlichten Mann aus seiner ausführlichen und häufigen Berichten der Reporter, Frau untergeordneten Stelle im Buch stark in den Vordergrund Erika Mann im Auftrage ihres Vaters bei den eu treten zu sehen, nämlich den Kammerdiener Neumann, der m mitgewirkt hatte und diese Mitarbeit im Vorspann auch nun die sehr kühle Atmosphäre um die einsame Hoheit, seines m ausdrücklich betont wurde. Sicherlich schien den Filmher. Prinzen freundlich temperiert und für den nötigen Humor aus stellern die kühle und verhaltene Atmosphäre des Buches einer der Kammerdienerperspektive sorgt. Gelegentlich entdeckt 10, Wirkung beim Publikum abträglich zu sein. So ist denn einer. man sogar Spuren aus dem feinen und geschliffenen Dialog h seits dicker aufgetragen worden, andererseits wurde mehr fürs des Romans in den Gesprächen des Films. Daneben stehen 18 Gemüt gesorgt. Ganze Szenen sind neu erfunden worden, dann freie Erfindungen wie etwa Immas Bonmot nach dem ur ~ wir wüßten gern, ob unter Mitwirkung des Dichters – so entscheidenden Gespräch mit dem Großherzog ,,sie hätte nur k der Ballonaufstieg mit seinen Möglichkeiten zum Ausspielen ein bißchen eingeheizt‘’; — ein Satz, der schlecht in die Stil- he volkstümlicher Komik, Immas ebenso komische Verhandlung ebene Thomas Manns paßt. Warum eigentlich dieses „Liebes- es mit den Ministern und das Zusammentreffen der Liebenden geflüster“ auf dem Hofball an Stelle des reizenden Kotillon- er im der bohèmehaften Junggesellenbehansung des Dr. Veber. gesprächs im Buch ? 1d bein. Vor allem scheint es aber dem Buch doch an der nötigen Man fragt sich einmal wieder, woran es liegt, an den deut- en sensationellen Spannung gefehlt zu haben, man ließ also duren schen Filmschaffenden oder am deutschen Publikum, daß m einen Krach um den Finanzvertrag zwischen Spoelmann und es bei uns nicht möglich ist, aus einem Buch von hohem Rang 1i- dem Staate Grimmburg das obligate tragische Mißverständnis cinen adäquaten Film zu machen, einen Film ohne geschmack. lie zwischen den gerade glücklieh und heimlich Verlobten ent. lose Vergröberungen und sentimentale Konzessionen an das ch stehen, damit die Taschentücher im Zuschauerraum auch vielberufene Publikum. Anderswo geht es doch! Hier in N- zu ihrem Recht kämen. Und kaum sind diese dunkeln Wolken diesem Falle durfte man es um so eher erwarten, als der en verscheucht, so hindert der Zorn des Großherzogs ~ wegen Diehter durch seine Tochter bei der Gestaltung mitwirkte. n. der Ebenbürtigkeit natürlich - dio Sonne am Durchbrechen, Es ist doch kaum anzunehmen, daß er, unbeschadet des § cgrrbugretc Otte erm; t Nr ett le k Ürckerketkttnee s ' .. : it cdiesem frühen Werk, di ische Umsetzun, vollkommen n- zum Siege über den f ürstlichen Stolz verhelfen muß und endlich ansieht. Auch Harsid rss rss hat eur? ng der Hofball mit nochmaligem Liebesgeflüster beginnen kann. früheren Filme größere Erwartungen erweckt, als er hier ng Aber nicht nur das sind Momente der Überraschung für den erfüllt. „Königliche Hoheit‘“ ist kein Film eines eigenen ist Romanleser im Kino. Die zweite große Überraschung sind die künstlerischen Gepräges – immerhin aber wirkungssicher, Rovrchou, die er aus dem Bueh doch ganz gut zu kennen weil beschwingt, heiter, gemütvoll in seinem Milieu der kleinen ts glaubt. Der Großherzog und die Minister sind sich wohl Residenz mit Spitzwegzügen. Die Farbigkeit der Bilder ist tio ziemlich gleich tte! . Dem Klaus-Heinrich, den Dieter gweschmaeckvoll, nur selten noch so knallig, wie das Bild der as Borsche spielt, fehlt es bei ler grtey Vorm der fürstlichen Wachtparade mit dem vielen Rot. An Schauspielern finden m, Porzlorztetior nieht an Weltunerfahrenheit, was ihm mangelt, sich hier die besten zusammen, die der deutsche Film hente ck § lo v. nsueht nach dem Leben der anderen, hier ersetzt aufzubieten hat. Wenn überhaupt, dann lohnt es sich ihret- les uro so. § männliche Töne des Stolzes heim Zusammenstols wegen, diesen Streifen anzusehen, denn ihre fein nuancierte ar mit der Welt Samuel Spoelmanns. Aber Imma! Aus dem Kunst macht vieles wieder gut, was der Drehbuchautor ge- ts schwarzhaarigen. herben Geschöpf. das sich wegen seiner sündigt hat f. c las m, in tr GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT in. vip FER N RU f N R. 2 23 91 lo, ta na er V .O0 R T. R A G P fs; : Dienstag, den 23. Vebrnar 1954, 20 Uhr, Königstraße 5 [ TRG". ture jäetBrttkegre" ok Gemeinsam mit "e Pete etue 296 Heimat w Dienstag, den 2. März 1954, 20 Uhr, Obersehule zum Dom it“ Barvakt Prof Dr. Lendle, Göttingen: „Medizin und Industrie“ s. Gemeinsam mit T eue : "üs der metriuieen Ari Zttetvorqh«kung chen Verein g- im A;
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