Full text: Lübeckische Blätter. 1954 (90)

schaft ilire wertvollen, aber nicht ohne Zuschuß mög- gesagt: die Vorlage, mit der der Arbeitsausschulß dem lichen Ausstellungen nicht durchführen können. Doch Gesamtvorstand seine Vorschläge zur Verteilung der kommen hier auch Einzelfälle in Frage, in denen etwa WMlittel unterbreitet, hat sich im Laufe der Jahré zu dureh Druckkostenzuschuß oder Abnahmegarantie dass einem umfangreichen Heft von einem Dutzend Seiten Erscheinen eines wertvollen Werkes erst möglich ger ausgewachsen. Diese Verteilung der Mittel erfolgt macht wird; in diesem Sinne darf die Stiftung z. B.. nicht etwa laufend auf eingehende Anträge, sondern Gräbke/Castellis schönes neues Lübeck-Buch oder Dr. grundsätzlich einmal im Jahr, im Spätherbst, wenn Hasses Werk über das Triumphkreuz Bernt Notkes der Abschluß der Firma Possehl und damit die für die im Dom oder Dr. von Brandts ausgezeichnetes Buch Stiftung verfügbare Summe feststeht. Nur bei diesem über ,„Geist und Politik in der lübeckischenGeschichte‘s Verfahren kann eine Gesamtübersicht gewonnen und zum Druck verholfen zu haben für sich in Anspruch können die einzelnen Vorhaben nach Umfang und Be- nehmen. deutung gegeneinander abgewogen werden; allerdings Weder auf sozialem noch auf kulturellem Gebiet. bleibt dann für Eilsachen im Laufe des Jahres nur ein sieht die Stiftung es als ihre Aufgabe an, einfach not- etwa bei der Hauptverteilung frei gebliebener, meist leidenden Vereinskassen aufzuhelfen, wie ihr manch-. nur geringer Restbetrag verfügbar. Das ist ein mal zugemutet wird; sondern sie gibt selbst nur Bein Mangel, der in Kauf genommen werden muß. Auch hilfe für bestimmte konkrete Zwecke, sie will be- der Kopenhagener Carlsberg -Fonds, die großartige stimmte Aufgaben verwirklichen helfen. Sie bindet Stiftung der Brauer Jacobsen Vater und Sohn — ver- sich auch nieht durch Mitgliedschaften und beteiligt mutlich übrigens Possehls Vorbild für seine Stiftung + sich nieht an vorbereitenden Geldsammlungen; erst ist seinerzeit nach wenigen Jahren schon davon ab- wenn es so weit ist, daß mit einem bestimmten Zu- gekommen, laufend von Fall zu Fall zuzuteilen, und schuß die Sache verwirklicht werden kann, beteiligt. schüttet einmal im Jahre aus. Im ganzen ist seit 1950, sie sich im Rahmen ihrer Zwecke und Mittel, wenn sie. als nach dem zweiten Weltkrieg und der zweiten die Sache für fördernswert hält. Daß auf eine Zu-| Inflation die Quelle wieder zu fließen anfing, rund eine teilung, mag die Sache auch noch so sehr in den Million DM aus dem Reinertrage der Firma Possehl Rahmen der Stiftung passen, kein Anspruch besteht, sozialen und kulturellen Zwecken zugeflossen, etwa daß diese vielmehr stets im freien Ermessen des Vor-. zwei Drittel für jene, ein Drittel für diese — genau läßt standes liegt, versteht sich zwar von selbst, mag aber sich das nicht abgrenzen, da manches sich über- noch ausdrücklich unterstrichen sein. Auch die Auf- schneidet. Auch für die Zukunft dark man auf ähnlich sichtsbehörde, die Landesregierung, hat darauf keinen] hohe Leistungen hoffen. So wirkt sich das Lebenswerk Einfluß; sie wacht nur darüber, daß der Vorstand FHSenator Possehls immer noch und, wie wir hoffen Gesetz und Satzung beachtet. dürfen, auf unabsehbar lange Zeit zum Segen seiner Diese wenigen Beispiele und kurzen Ausführungen Vaterstadt aus, und die Possehl-Stiftung wahrt seinen müssen genügen, um wenigstens anzudeuten, auf Namen und sein Andenken, indem sie aus dem Rein- welehe Weise sich die Possehl-Stiftung im sozialen wie ertrage seiner Betriebe hilft und fördert. jrn kulturellen Bereich betätigt. Nur so riel sei noch Oberstadtdirektor.a. D. Helms Domchor oder Dom? In Heft 19 der Lübeckischen Blätter hat Baurat. „„Freunde des Lübecker Domes“ einen anderen Weg Pieper den Mut gefunden, auf die Gefährdungen, diel gehen müßte. Er sollte nämlich zuerst alle vor- unseren Stadtkirchen drohen, in großer Offenheit” handenen Mittel dafür einsetzen, das Hauptschiff des aufmerksam zu machen; wir alle schulden ihm dafür Domes zu erhalten, und dann, wenn nicht nur dieses, Dank. Er hat mit besonderem Nachdruck von der sondern auch die größeren Gefährdungen unserer Gefährdung der Domgewölbe zwischen den beiden anderen Kirchen behoben sind. an den Neuaufhagu des Türmen gesprochen und dabei darauf hingewiesen, Domchores gehen. daß der Domchor nicht wieder hergestells werden So wie es wirklich um unsere Kirchen steht, kann könne, sondern neu aufgebaut werden müsse. es doch wohlniemand verantworten, füreine Teilaufgabe Im nächstfolgenden Heft hat unser Museumsdi- Mittel einzusetzen, die nach Aussage des Baufach- direktor Dr. Gräbke dazu aufgerufen, sich gerade’ mannes und Statikers nicht mehr aus dem noch Bez für die Erhaltung des Domchores einzusetzen und] stehenden gerettet werden kann, sondern neu gelöst; dafür Mittel bereitzustellen. werden muß. Ich bin sowohl auf dem Gebiete der Kunst als des Es ist auch mir nicht gleichgültig, ein großes Kunst- Bauens ein Laie, beide Verfasser der Artikel sind Fach-| twwerk und geschichtliches Baudenkmal unserer Stadt männer, jeder auf seinem Gebiet. Ich habe durchaus] preiszugeben, aber schuldig wird doch der werden, Verständnis dafür, daß der Kunstwissenschaftler den üer über einer Teilaufgabe, der seine besondere Liebe Domchor, die Grabstätte Lübecker Bischöfe, wieder gilt, die Gesamtaufgabe vergißt. Es gilt zuerst ein- hergestellt wissen möchte. Wenn aber richtig ist, was. mal, die Bauwerke, die noch aus ihrem Bestande zu der Baufachmann und Statiker über die Gefährdung bewahren sind, zu retten. Es gilt, jenseits aller per- der noch stehenden Domgewölbe sagt – und ich sönlichen Wünsche und Liebe zu diesem oder jenem gehe davon aus, dal dies so ist, und dal Baurat Pieper) Bauwerk, nur zu fragen, was ist die dringendste Auf- von seinem Gewissen und der Verantwortung, die gabe. Und an dieser Stelle sollten alle Mittel, die in jeder Lübecker für die Erhaltung unserer Kirchen unserer Stadt für die Erhaltung unserer Kirchen frei- haben sollte, gedrängt, wenigstens die Leser unserer zumachen sind, verwendet werden. Dieses Werk ist Blätter über diese Bedrohung unterrichten wollte -– wur dann zu vollbringen, wenn die ganze Bevölkerung [ann will es mich dünken. daß auch der Verein der! Lübecks dieses als ihre Aufgabe ansieht. jede Frau und 6,92
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