Full text: Lübeckische Blätter. 1954 (90)

gabe! .Der Mensch + das unbekannte Wesen“. scheidenden Punkt trifft. Müßte nicht vielmehr bei L' Das klingt wie ein Motto über unserer Zeit, die zu der Kennzeichnung und Beurteilung eines Kunst- ahnen beginnt, daß ihre Mitte nicht gefunden werden werkes die Frage nach der Wahrheit des Menschlichen kann in fleißiger Summierung vieler Einzelerkennt- gestellt werden? Dann wäre wohl zu scheiden zwischen nisse, sondern nur im Wagnis eines ganzen Einsatzes. monologiseher und dialogischer Kunst. Denn der Auch Wie sehr wir davor auf der Flucht sind, zeigt uns die Monolog bleibt bei sich. Und ob er noch so sauber Sein immer noch zunehmende Zahl der Neurosen. Wer nach dem Richtigen zu fragen versucht und zweck- tive. nieht ins Ungeahnte springen mag, kompensiert seine miäbig zu handeln meint, verfehlt er sich selbst. Das und Angst mit einer Krankheit. Aber die Aufgabe bleibt. Wagnis des Dialoges aber lebt aus der Wahrheit, denn isch Und unsere Neurosen machen nur deutlich, daß die er ereignet sich und macht mich frei. ' ge- Frage nach dem von uns geforderten neuen Menschen- Die Sicherheit des bürgerlichen Denkens weist oder tum eine leibhaftige Antwort braucht. Der Mensch arge Risse auf. Wer weiß, ob wir nicht eines Tages auf aber hört auf, ein Problem zu sein, und beginnt, sich als seinen Trümmern stehen? Wenn dann der Mensch ende Mysterium zu verstehen. in Denken und Handeln es mit sich selbst zu tun men Kein Wunder, daß in soleh umwälzenden Wand- haben wird, dürfte alles darauf ankommen, ob er röm- lungen unseres Selbstverständnisses wir wieder zu in Tapferkeit zu seinem Wesen gefunden haben wird. , Ur lauschen beginnen auf den andern Strom, der unsere Wenn das bürgerlich-rationalistische Denken konse- Geschichte speiste und tief unbewulst bis auf den quent zu Ende gedacht und damit ad absurdum ge- sich heutigen Tag noch nährt: Das Wagnis des christ- führt wird + sollte es dann nicht münden im Nyste- über lichen Glaubens. rium Mensch ? Dietrieh Gottschewski eute Denn in der Mitte der christlichen Botschaft steht dem der Mensch. Der ganze, vollkommene Mlensch: rirk- Jesus Christus. Und an ihm wird offenbar, daß es einen Luther Ins ? Menschen ,jan sich“ nicht gibt. Wenn die Wirklichkeit Je schwerer sich ein Erdensohn befreit, des Menschen unter dem Zeichen der Gottes-Eben- Je mächtger rührt er unsere Menschlichkeit. die bildliehlkceit steht. dann kann alles menschliche Sein : der nur als Dialog verstanden werden. ,Die Wahrheit Der selber ich der Zelle früh entsprang, sere beginnt zu zweien“, hat einmal Jaspers gesagt. Von Mir graut, wie lang der Luther drinnen rang! lung Anfang an war das Wort + aber eben nicht als lich Monolog, sondern als Ruf. „„Ich habe dich bei deinem ; . den Kampf verhiillt ;erie Namen gerufen!“ Und aller Ruf will vernommen §t trus it voter Kruzt c anp tüte ue; robe werden – und aller Ruf wartet auf Antwort. Nicht ‘r jéttt der Erde halben kreis erküllt: eht- hinausgeworfen sind wir ins Nichts, sondern hinein- . eut- gerufen in die Begegnung. Zum eigentlichen Aben- Er hrach in Todesnot den Klosterbann ' der teuer unseres Lebens wird der Dialog, der unser Das Grölite tut nur, wer nicht anders kann! ber- Ich unlösbar an das Du bindet. Voller Aufregung ist and diese Begegnung. Denn niemals meint sie eine di- Er fühlt der Zeiten ungeheuren Bruch aich stanzierte Zuordnung zweier Größen, sondern immer Und fest umklammert er sein Bibelbuch. nde, die untrennbare spannungsvolle Bezogenheit zweier jelct Brennpunkte, von denen (wie etwa bei der mathe- In seiner Seele kämpft, was wird und war, jein. matischen Figur einer Ellipse) keiner sein kann ohne Ein keuchend hart verschlungen Ringerpaar. 3 Es den andern. Nur über den Weg zum Du geht der som Wes zum Ich. Nur so können wir die Wahrheit Sein Geist ist zweier Zeiten Schlachtgebiet t in haben, daß wir „von Ihm her“ sind und „zu Ihm hin“ Mich wunderts nicht, daß er Dämonen sieht! ihre das Leben wagen. Wir würden unsere Existenz ver- den fehlen, wenn wir sie nicht verstünden als die Antwort Conrad Ferdinand Meyer mit auf Seinen Ruf. Das aber gibt solchem Verständnis des Menschen ung die erregende Dynamik, daß unser Du „,in einem Stimmen zum W'erk Martin Luthers zu Lichte wohnt, da niemand zukommen kann““. „Nie- ¡ten mand hat Gott je gesehen“. Niemand hat denkerisch ; . : , (ben den Weg zu Ihm gefunden. Vnerreichbar bleibt Er Ganz und gar nieht bin ich der Meinung derer, die nd- unseren Begriffen und Vorstellungen. Keine Aussage nieht wünschen, daß die heilige Schrift von Iaiey in jam kann ,„über“ Ihn gemacht werden. Er ist totaltt:t dre YqUrzpr"ete f!qten rer. s y Lt r an aliter: ganz anders als alles, was wir uns vor- und so dunke! gele ; ; ; “.11; üb | 6 ; heologen versteht, oder wie wenn die christliche z; iTIlÇe .. u ' E;lD' b 1- 'en- unser Schicksal. „Die Wahrheit beginnt zu zweien“: ennt! Vielle b Christi Geheimnis das die personale Begegnung mit dem verborgenen Gott der Könige nicht kundzutun, a X jzti Gtheiruk ‘art ist unsere menschliche Existenz. Jesus, der exem- uwiill möglichst weit bekannt wer bt: C .. elts. 'en- Plarisehe Mensch, hat dieses volle Leben gewagt und alle Frauen läsen das Vrgugslny. fseu. ci y. es gewonnen in der Kraft des Vertrauens. In Ihm, schen Briefe. 0, daß sis doch H1 q w e qu U och dem Verborgenen, weiß er sich geborgen und hat den übersetzt wären, daß vieht h n:; e Sarazenen sie ; ob „Mut, sich zu bejahen als einen Bejahten“ (Tillich). Irländer, nein, auch 16 uren. un U ücttrick jah Jas Es scheint mir darum z. B. fraglich zu sein, ob die läsen und verstehen könnten! Der erste Schrit s tt); Vrerchäthnt. zt cpaÂt;4t.: rrâ sehe der igendvis ven are Fuhr tom ©7717]. 1 I 910
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