Full text: Lübeckische Blätter. 1954 (90)

> Fritz» keiten höchster Schätze war auch mancherlei in gänzt. In dieser Umgebung würden auf einmal die Pastor Asche gesunken, was spätere Zeiten an Prunk und steine zu reden beginnen, und zwar in einer eindring- setzte. falschen Worten hier aufgehäuft hatten. Natürlich lichen, gut verständlichen Sprache. Die Reste könnten m und ist auch manches edle Bildwerk aus der Barockzeit mit manchen anderen in einem Lapidarium unter- Pastor zerstört worden, nie hätte man sich zu einer Purifi- gebracht werden, für das sich später einmal die Ruine dliches zierung entschlossen; aber da nun das Schicksal des Domchores anbieten könnte. eis des selbst mit grausamer Hand eingegriffen hat, ist es eine Ein gotischer Altar aus den reichen Beständen des chließ- vielleicht schmerzliche, aber hohe Verpflichtung für St.-Annen-Museums würde den barocken würdig er- [d über die Erneuerer, diese einzige Chance wahrzunehmen. setzen, auch eine Gestaltung in der strengen Sprache : Dom, Das verlangt wohl mancherlei Verzichte auf Ge- unserer Zeit wäre möglich, vielleicht sogar die beste lesbau- wohntes und Geliebtes, die Vorderungen der Pietät sind Lösung. Die vielen Seitenkapellen, die zum Teil zu lei- legitim und bestehen in Ehren. Aber sie dürfen nicht jetzt noch Abstellräume sind, böten Platz für manche ng der gegen die grundsätzliche Notwendigkeit auftreten, die mittelalterliche Kostbarkeit, die heute nur noch ein Innen- gotische Kirche wieder zu ihrer klaren Bedeutung zu museales Dasein fristet. etzigen bringen, sie nieht mehr zu verstellen mit Dingen, über Als alter Denkmalpfleger bin ich gewöhnt und ver- die die Vergänglichkeit ihr Urteil gesprochen hat. pflichtet, bloß mit der größten Behutsamtkeit Hand er hier | Es sind ja ohnehin nur noch ganz wenige Stücke aus an historische Bestände zu legen. Wo noch ein Zu- in die barocker und späterer Zeit vorhanden, die nicht sammenhang + und sei es der lockerste — besteht, rendige irreparable Ruinen sind. da ist keine Diskussion über dessen Erhaltung zu- Neues Allerdings ein wesentliches Stück des zerstörten lässig; aber der Fall des Fredenhagen-Altares ist so n Bei- Bestandes ist noch vorhanden, dessen Entfernung eindeutig bestimmt, daß es nicht schwer halten dürfte, 1 auch wohl manchem Widerspruch begegnen wird, der ihn imSinne lebendiger Denkmalpflege zu entscheiden. 1annig- Fredenhagen-Altar. Als einem, der tätig und be- Lothar Schwink die im trachtend nun schon geraume Zeit sich mit den estätte Erfordernissen des Raumes vertraut gemacht hat, mögen sei es mir gestattet, meine Gedanken über dieses Fine Nachricht von der ersten Turnansctalt ugend, Problem zum Ausdruck zu bringen und zur Diskussion in Lübeck Heim- zu stellen. Um es gleich deutlich auszusprechen: ich Kirche, vertrete mit Nachdruck die Forderung, daß der Altar Die Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger lichen, entfernt wird. Andere Gründe wie die der Pietät Tätigkeit „hat zur Errichtung einer zweckmäßigen [ission, können für seine Erhaltung nicht angeführt werden, Tyrnanstalt für die gesammte Jugend Lübecks die n viel viele und gewichtige aber für seine Beseitigung. Wenn gc{xrste Aufforderung ergehen lassen. Der Bürgermeister [eraus- es sich noch um ein Stück von außerordentlichem Nx. Christian Adolph Overbeck war es, der in ind der künstlerischen Rang handeln würde, dann würde die «jner am I4. Februar 1815 in der Uskallzchakt ge- renden Entscheidung schwieriger. Aber darum handelt es sich haltenen Vorlesung über die Entstehung und Ein- g und hier durchaus nicht. Das schwerfällige, plumpe nieder- richtung, über den Zweck und Nutzen der von Fried- lens zu ländische Barock verdeckt bloß notdürftig dureh das .„jch Ludwi g Jahn in Berlin errichteten Turn- Alters aufwendige Material in allerdings sehr guter hand. knstalt diegy mnastischen Übungen, zum Zwecke diesem werklicher Behandlung seine durchaus mittelmäßige Jer Bildung und der Kräftigung des Körpers, den 1.1 im Qualität. Zudem ist der Altar so weitgehend be- Jyersammelten Mitgliedern auch für ihre Söhne auf das tember schädigt, dal er als nahezu zerstört gelten darf. Seine Dringendste empfahl. Die begeisterte Empfehlung ange- Miederherstellung, für die eine sorgfältige Berechnung pjjeh nicht fruchtlos; eine Vereinigung von Jugend- „aien.. vorliegt, würde Kosten in einer sechsstelligen Zahl freunden wandte sogleich auf die Ausführung des hrist- erfordern, eine Summe, die in einem nicht zu ver- Vorschlages die eifrigste Thätiglceeit, und binnen Thema tretenden Mißverhältnis zu dem fragwürdigen Erfols kurzem war zur ersten Einrichtung einer solchen in den stünde. Oder glaubt im Ernst heute noch ein Mensch, Anstalt, mittelst der Subskription, eine bedeutende )ie für daß es einem Kind des 20. Jahrhunderts möglich Summe herbeigeschafft. Durch eine zweite, am 10. »rträge Wäre, sich in Geist und Können des 17. Jahrhunderts Necember 1816 vom Syndikus Dr. Carl Georg ;, Ver- einzuleben? Was bei derartigen hybriden Bestre- Oyrtius gehaltene Vorlesung über diesen Gegenstand Kräfte bungen zutage gefördert wird, dafür gibt es leider grurde dann das Interesse dafür noch lebhafter ange- roblem zahllose Beispiele, die wir weiß Gott nicht vermehren regt und auch die Gesellschaft zur Leistung eines rx ein wollen. Was wäre gewonnen ! Ein mäßiges Gebilde, 1zitrages von 100 Mark Courant bestimmt. Die rreicht das durch eine restaurative Ergänzung noch mäßiger Übungen begannen, unter der Leitung eines von Jahn l, für geworden wäre, würde fremd und fröstelnd und ohne ¿mpfohlenen Lehrers, am 16. April 1817, und hatten chaus Beziehung durch seine Masse den Blick in den kristall- jjy ersten Jahre den gewünschten Erfolg, weshalb die klaren Raum von Maria Tiden verstellen. Ja, wie es Gesellschaft auch für das nächste Jahr der Anstalt noch hinter dem Lettner stand, dessen Feingliedrig- ¿ine zweite Beihilfe von 100 Mark Courant bewilligte. keit seine Schwere verdeckte, da war das alles noch Der Unterricht hat seitdem ununterbrochen fortbe- anders, aber jetzt ist er ein Fremdkörper; zumal mit standen, selbst während mehrerer Winter in einem tet in - der Nachbarschaft des köstlich anmutigen Sakra- zweckmäßigen Lokale des Burgklosters; die Anstalt s goti: mentshäuschens verträgt sich der grämliche Petrefakt „tand jedoch nach jener zwiekachen Unterstützung z zeigt gar nicht mehr, mit keinem Ton geht er auf die klin- jp keiner näheren Beziehung zur Gesellschaft, sondern ; 1942, sende Heiterkeit seiner Umgebung ein. sie hat ferner selbständig unter eigenen Vorstehern n Ge- Rs wurde von verständiger Seite der gute Vorschlag sich geleitet und erhalten.“ de der fr macht, den Kruzifixus mit den beiden Assistenz- Aus: Dr. Ludwig Heller, Geschichte der Lübeckischen unt hren in dor Godüchtnickapelie im Südturm an. dor qua wur Baked. ns geeinten. mußecie rchu 16]
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