Full text: Lübeckische Blätter. 1954 (90)

Neu- des Nordriegels bringen diese Blätter an anderer minente Kreise zu erfassen, nämlich Männer und entor îtelle. Frauen der Jahrgänge, die sich anschicken, in die rbst- j Nur auf einige Dinge ist hingewiesen worden, die geistig, wirtschaftlich, politisch führende Schicht ein- kken, uns beim Rückblick auf das vergangene Jahr wichtig zutreten. Hoffen wir, daß dem guten Anfang eines erschienen, vor allem ist das weite Gebiet des kultu- aber eben nur Anfang + von 1953 Nordische Tage rellen Lebens absichtlich ganz unerwähnt geblieben, von 1954 folgen, die geeignet sind, das wirklich zu 1953 da uns der Zeitpunkt dafür nicht geeignet erscheinen schaffen und zu fördern, was zu schaffen und zu fördern Zeit- | will. Fällt doch der Anfang des Kalenderjahres gleich- sie bestimmt sind: Ein ganz persönliches Zueinander- MW oh- sam mitten in das kulturelle Jahr hinein. kommen ohne allzu viel offizielle Veranstaltungen und ). So Auf ein wichtiges Ereignis kulturell-wirtschaftlichn möglichst auch ohne Feuerwerk, Zapfen- und andere rsbau politischer Art aber soll doch der Blick zurückgelenkt Streiche. Die Menschen, auf die es uns hier ankommen su werden: Die „Nordischen Tage‘ von 1953. Wir haben muß, legen darauf sicherlich keinen Wert + im st, an sie damals in diesen Blättern als einen guten Anfang Gegenteil! Die Nordischen Tage sind eine interna- ische bezeichnet und den Wunsch geäußert, sie möchten tionale Aufgabe von nationaler Bedeutung. Die Voraus- onal- Nachfolger finden und es möchte der Versuch ge- setzungen, sie lösen zu können, besitzt Lübeck. Hier chen- macht werden, über Prominenz und Presse hinaus kann es seinem alten Namen Hansestadt Lübeck ein vwuten weitere noch nicht, aber vielleicht demnächst pro- neues Leben geben. Be erlich ) die chaft n ist. Zur Marktbebauung erlich ierig- Die neuerliche Diskussion der Marktbebauung in Besseres zu leisten ? Es will scheinen, daß das Zu- ssade der Tagespresse legt es nahe, wegen der besonderen standekommen einer Diskussion bereits eine Antwort 3 wir Bedeutung des Gegenstandes einige Diskussionspunkte darauf gibt: der Wunsch nach einer harmonischen mäße eingehender zu behandeln, als es in Leserzuschriften Gestaltung unserer Umwelt ist in Deutschland bei licht- an die Tagespresse möglich ist. Das soll mit Nach- aller Schaffenswut nicht erstorben, und darüber dürfen Ver- stehendem versucht werden, wobei als Hauptgegen- wir wahrhaftig froh sein! . Mut stand und letztes Ziel aller Überlegungen der geplante Die Bewältigung der Vielzahl technischer, wirt- 1e er- Rathaus-Anbau angesehen wird. Zunächst ein Wort schaftlicher und sonstiger Probleme, die jedes einiger- r von zu der Tatsache, dal die Marktbebauung nun, in malen bedeutende Bauvorhaben in unserer Zeit . sich so weit vorgeschrittenem Zustand, nochmals öffentlich regelmäßig aufwirft, ist seit längerem schon nicht :chsel diskutiert wird. Mindestens für ihren wichtigsten mehr von HRinzelpersönlichkeiten zu leisten, sondern n zu Teil, den Rathaus-Anbau, konnte das aber gar nicht immer nur durch Gemeinschaftsarbeit. Und es ist ein tliche früher geschehen. Denn der breiten Öffentlichkeit besonderes Kennzeichen dieser Arbeit, daß sehr selten rictes wurde der Entwurk hierfür ja erst in dem gleichen alles Entscheidende in einem einzigen Wurf beim ie die Augenblick bekannt, als die Bürgerschaft darüber ersten Anfang hingestellt werden kann; vielmehr reift heuß- Beschluß faßte. Und es ist immerhin bemerkenswert, die endgültige Form in sehr vielen Fällen erst in ge- n ist, daß in der gleichen Sitzung aus Kreisen der Bürger- meinsamem Bemühen heran. Was hier von der fach- t an- schaftsmitglieder vorgeschlagen wurde, diesen Be- miännischen Seite des Bauens gesagt wurde, gilt aber B die schluß zunächst noch reifen zu lassen. nieht minder für diejenigen Zusammenhänge, die ' und Die inzwischen erschienenen Diskussionsbeiträge öffentliches Interesse besitzen. So besehen, ist eine enügt haben mehrere Ziele: außer der geforderten (und wiederholte Diskussion derselben Sache doch wohl n die inzwischen in Aussicht gestellten) Veröffentlichung mehr als der Wunsch, ständig zu kritisieren. z. B. genauerer Pläne werden aus der Betrachtung des bisher Wie sehr der Wunsch nach einer Ausreifung aller nern- Gebauten Befürchtungen hinsichtlich der Qualität unserer Arbeiten heute ein ganz allgemeines Anliegen 1 und des noch Kommenden abgeleitet, und schließlich wird ist, oder wenigstens sein sollte, zeigt in eindrucksvoller ]s ist versucht, bereits jetzt zu wesentlichen Punkten des Weise die Festrede, die der Präsident des Bundes lerer, Entwurfs selbst kritisch Stellung zu nehmen. Deutscher Architekten, Prof. Bartning, am 3. Sep- seum Recht betrachtet, ist die Behandlung der beiden tember 1953 in Hamburg gehalten hat.') Sein Thema 180Ter letztgenannten Punkte vor der Veröffentlichung der lautete: „Keine Zeit‘, und er schildert dort für ähnliche lieser Pläne ja verfrüht; aber es darf wohl zugute gehalten Zusammenhänge in seiner bekannten launigen Art, Nun werden, daß angesichts des immer wieder betonten Zeit- wie trotz endlosen Zeitaufwandes für die eigentliche doch drueks sich niemand dem Vorwurf aussetzen möchte, Reife keine Zeit mehr übrigbleibt. r be- mit seiner Stellungnahme hinter dem Berge zu halten. Betrachten wir nun unter diesem Gesichtswinkel Aus- Und noch ein Wort über das Ziel der Diskussion die beiden über die Marktbebauung abgehaltenen 1 Ge- überhaupt. Wir leben in einer Zeit, die einer einzigen Wettbewerbe, so kommen wir für sie auch zu einer rden. Generation eine erdrückende Fülle von Aufgaben anderen Wertung als bisher. Der erste Wettbewerb Aus- gleichzeitig stellt; und nur wenn man sich das immer 1949 fand statt in einer Zeit, in der größte sozial- und . Ver- wieder vor Augen hält, kann man es verstehen, daß wirtschaftspolitische Umschichtungen in vollem den ? uns so vieles gar nicht gelingen will, wie es auch hier Gange waren. Nun ist bekanntlich die Architektur jener von allem Bauen in Lübeck ganz allgemein behauptet nur ein Spiegel, in dem die geistige und wirtschaftliche hend worden ist. Aber sollen wir deswegen resignieren und Verfassung einer Epoche nach außen sichtbar wird. allenthalben zufrieden sein, wenn nur überhaupt erst Durften wir da von dem Bild, das uns aus dem Spiegel ichen einmal rein mengenmäßig das alles da ist, was wir dieses Wettbewerbs ansah. eine Reife erwarten ? d im so nötig brauchen und uns im übrigen auf den Stand- - Frage punkt stellen, daß es unserer Zeit nicht gegeben sei, 1) Abgedruekt im Heft 10 der Zeitschrift „der Architekt“.
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