Full text: Lübeckische Blätter. 1953 (89)

ler Er war Mitglied seit dem Jahre 1905, stellver- der Spar- und Anleihe-Kasse inne. Mehreren Tochter- if- tretender Direktor vom November 1945 bis zum April gesellschaften gehörte er als Mitglied an, in der 1952, seitdem Vorsteher. Er war seit 1922 Mitglied Overbeck-Gesellschaft führte er den Vorsitz von nd des Ausschusses für die ,„„Lübeckischen Blätter“ und 1945 bis 1948. e; führte von 1928 bis 1933 dessen Vorsitz. Von 1909 bis Ferner hat Hermann G. Stolterfoht in wirtschaft- st, 1915 war er Vorsteher des Museums für Völkerkunde. lichen Unternehmungen und Verbänden eine weit- i Seit 1946 hatte er den Vorsitz in der Vorsteherschaft ausgedehnte Wirksamkeit entfaltet. ge te- t Zum Ausbau der Salzspeicher tss h der Nummer 4 der Lübeckischen Blätter hat Doch damit ist die grundsätzliche Frage +s p t f P p EEE s dabei frei und sachlich seinen Standpunkt klargelegt. Gebäude aus der Hand geben und einem rein i- Man kann diesen Ausführungen, abgesehen von der privaten Zweck zuführen ? s hierbei nebensächlichen Frage der Weihnachtsreklame, Ühberschauen wir nun zuerst einmal den Bestand e voll zustimmen, ja, es muß einmal offen ausge- öffentlicher profaner Bauten, die ein Gesicht “s sprochen werden, daß der Firma Heiek & und eine Bedeutung haben, so ist die Liste leider bald it Schmaltz für die durch ihren Umbau erfolgte erschöptt. An Großbauten sind es nur das Rathaus e Erhaltung der Salzspeicher eher Dank als mit Kanzleigebäude, das Zeughaus, die Salzspeicher, t- Vorwurf seitens der Bevölkerung gebührt. das Burgtor, das Holstenter, das Behnhaus und der [: Aber damit ist die grundsätzliche Frage gar nicht Komplex des St.-Annen-Klosters. Die besonders Es berührt, und es sei daher gestattet, zu ihr einmal gelagerten Stiftshöfe, die ja nur die zweimalige Geld- . Stellung zu nehmen. entwertung ihrer Selbständigkeit beraubte, seien % Die Firma Heick & Schmaltz sah in dem Komplex wegen ihrer besonderen, zweckgebundenen Aufgabe t it der Salzspeicher, an der Hauptverkehrsstraße zwischen nieht mit herangezogen. En Bahnhof und Innenstadt gelegen, mit gutem Blick eine Mit der oben genannten Liste unserer großen â- günstige Geschäftslage. Ihre Aufgabe als Wirtschafts- Profanbauten kommen wir nun zu der Frage ihrer R unternehmen ist es, mit allen erlaubten Mitteln für Zweckbestimmung. Alle wurden sie einst gebaut nd Erhaltung und Ausbau des Betriebes zu sorgen. zum Wohle der gesamten Bürgerschaft, und wie die . Dieses geschäftliche Interesse erschöpfte sich jedoch Inschrift an der Innenseite des Holstentores beweist, “. zum größten Teil mit der Erwerbung des Grundstückes. waren sich die Lübecker dessen auch durchaus bewußt. ) Da aber auf ihm eine historisch und baulich bedeut- Bollte sich daraus nieht die selbstverständliche ft same Gebäudegruppe stand, ergaben sich Schwierig. Vorderung ergeben, daß sie auch weiterhin und für j k keiten, die nur auf dem Wege des Kompromisses zu alle Zukunft im Dienste der Allgemeinheit stehen ts lösen waren. Es dürfte doch wohl jedem klar sein, müßten, noch dazu in einem Gemeinwesen, das den daß ein moderner, schaufensterreicher Neubauan dieser Anspruch erhebt, eine Demokratie zu sein ? § Stelle eine ganz andere Anziehungs- und WMerbekraft Wenden wir uns nun den einzelnen Beispielen zu, ; H ausstrahlen würde, vor allem auch, weil dann ja die s0 erkennen wir bald, daß fast überall diese Forderung [n gesamte Front dem Strom der Passanten zugänglich erkäüllt wurde – das Rathaus, das Holstentor, ee gemacht werden könnte. das Behnhaus, das Zeughaus und auch die id Wenn also die Firma dieses historische Bauwerk ausgedehnte Anlage des St.- Annen-Klosters ' , zum Rahmen wählte, dann doch aus der Erwägung sind Besitz der Allgemeinheit geblieben oder : heraus, daß die Gunst der Lage diese Nachteile auf. wieder geworden. In wie hervorragender Weise [m zuwiegen vermöchte, vielleieht auch mit dem Ge- das geschah, dafür sind St.- Annen-Museum, Holsten- n danken, daß der bekannte Name ,, Salzspeicher““ und die tor und Behnhaus leuchtende Beispiele. Daß aber auch r Form der Giebel durch die ihnen innewohnenden schon frühere Zeiten so dachten, beweist die starke é: Gefühlswerte ebenfalls eine gewisse Anziehungs- Ablehnung des Planes, nach der Wiederherstellung "g kraft ausüben würden. Da nun aber eine Firma wirt- des Holstentores 1871 darin ein Café einzurichten. f schaftlich denken muß, so war nun ein Weg zu finden, Besonderer Erwähnung bedarf nun das Zeughaus in dem Umbau mit den geringsten Mitteln den größt- oder Wollmagazin, das heutige Polizeiprä- möglichen Nutzen abzugewinnen. Daß bei. dem sidium. Ihm war vor dem ersten Weltkriege, wieder ks schlechten baulichen Zustand und der völlig ungleich. in richtiger Erkenntnis seiner inneren Bedeutung, mäßigen inneren Aufteilung der einzelnen Häuser die Rolle zugedacht, das damalige Staatsarchiv auf- dies nur unter starker Veränderung der Gesamtstruktur zunehmen. Es wurde auf Grund der Gutachten von möglich sein würde, müßte jedem klar sein, der nur Baufachleuten für ungeeignet und baulich untragbar die geringste Ahnung von baulichen Dingen hat. Es erklärt und schlief weiter seinen Dornröschenschlaf, muß daher noch einmal ausgesprochen werden, daß bis andere Fachleute am Ruder waren und seinen sowohl der Firma Heick & Schmaltz als auch dem Umbau für den jetzigen Zweck vollendeten. Nun u- Architekten Anerkennung dafür gebühren, wie sie kann eine solche Synthese von altem Gemäuer und Is- im Rahmen der gegebenen Verhältnisse die Aufgabe neuer Aufgabe ohne Zugeständnisse und Eingriffe lösten und das äußere, im Stadtbild entscheidende nicht vor sich gehen. Aber hier geschah es mit wirk- II- Bild erhielten. Dabei muß natürlich die ja nur als lichem Geschick und großer Rücksicht. Ja, es gelang it- Zwischenlösung gedachte Eingangshalle in Speicher sogar, im jetzigen Rinwohnermeldeamt aus den Resten 2 außer Betracht bleiben. der alten Balken eine schöne Balkendecke und damit 7 Q
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