Full text: Lübeckische Blätter. 1953 (89)

jene „empfängt“, „beherbergt‘’ und ,Jentläßt‘’. Mit einer Original selbst besorgte. Ob er die allbekannte Geschichte großen Anzahl eindrucksvoller Bilder werden die städtebau. von der Abschiedssinfonie erzählt, oder von der menschlich lichen Erkenntnisse glücklich belegt. Dr. h. c. Ernst Scher- liebenswürdigen und künstleriseh so unendlich fruchtbaren mer offenbart in dem Aufsatz „Schöne Wasserlandschaft an Yreundschaft mit Mozart beriehtet, ob er die erregenden der Wakenitz und Trave“ seine Liebe zu den beiden ungleichen Londoner Jahre oder die seltsamen Begebenheiten beim Tode Sehwestern, die es ihm mit ihrer Landschaft, ihrer Tier- und des Komponisten schildert — es geschieht das auf eine Art, Pflanzenwelt gleichermaßen angetan haben. Erwin Voll- die an Haydns ,,jenseits von Scherz und Ernst‘ erinnert. mers Betrachtung „Wanderungen am Wasser“’ und besonders Das ist aber nur das äußere Bild eines außergewöhnlich klugen Hans HR. Oelriehs „„Wandelnder Weg‘, in dem die Natur- und wohlfundierten Buches – allein die Quellenangaben be- anschauung des Brodtener Utferwegs fast ins Metaphysische tragen sechs Seiten + von dem Thomas Mann in seinem Vor- gewendet wird, sind künstlerisch verdichtete Darstellungen wort bekennt, daß er ,„eine Menge dabei gelernt‘ habe. Dis der Lübecker Wässer und ihrer Umgebung. In den Kreis von Sinfonien, Quartette usw. werden nicht an Hand langatmiger Fluß und Meer wird auch das Moor einbezogen (Leopold Analysen besprochen. Kurze, oft wie absichtslos hingeworfene Thieme, Julius Havremann, Otto Anthes). Bemerkungen zu den Hauptwerken enthüllen nach und nach In einer Reihe gewichtiger Beiträge wird der großen Söhne alle Wesenszüge und Wandlungen dieses Riesenwerkes, das und Freunde unserer Stadt gedacht. Paul Brockhaus widmet bis heute noch in keiner abgeschlossenen Gesamtausgabe Gustav Falke zum 100. Geburtstag ein Gedenkblatt, in dem verliegt. E Günter Behrens er den Dichter selbst zu Wort kommen läßt mit der Schilderung jenes Pfingstmorgens, an dem das Kind ,,die Stadt mit den Kunst i Schleswig-Holstein 1954 + Jahrbuch des goldenen Türmen“ erlebt. Der Verleger Reinhard Piper leswig-Holsteinisehen Landesmuseums gedenkt Ernst Barlachs in der Schilderung eines Besuchs bei ehleswig / Schloß Gottorp, herausgegeben von dem Künstler in Güstrow. Sie läßt uns erneut Einblick tun „ Krnst Schlee — Verlagshaus Christian Wolff, Flensburg in den Menschen Barlach. Dazu gibt As mus Jessen schart Das Jahrbuch für 1954, von Ernst Schlee nach wenigen profilierte Figurinen zu Barlachs ,Sintflut““. Zum 75. Ge. großen Gesichtspunkten ausgezeichnet redigiert, ist stärker burtstag von Hermann Claudius, der als „Hamburger Bei- gals der vorjährige Band historisch ausgerichtet. Das Thema träger‘ oft genug zum „„Wagen‘‘ beigesteuert hat und dessen Romantische Malerei in Schleswig-Holstein steht beherr- Eehternacher Sonette in Auswahl abgedruckt sind, schreibt schend im Mittelpunkt. Lilli Martius, deren Arbeitsgebiet die Dr. Georg Behrens eine feinsinnige Würdigung des Dichters schleswig-holsteinische Malerei im 19. Jahrhundert ist, handelt und des Menschen. In schlichten Versen gedenkt Paul „„Von Briefen, Bildnissen und Studienfahrten schleswig- Brockhaus seines toten Freundes Professor Stahl. holsteinischer Künstler aus der Zeit der Romantik‘. In den Zu dem Problem „Bild und Raum“ nimmt A. B. Enns KRrinnerungen Carl Koopmanns begegnet uns ein kaum ge- Stellung und beleuchtet die dekorativen Arbeiten Curt kannter Künstler dieser Zeit, zugleich aber erhalten Stoermers, Walter Jahns, Peter Thienhaus’ und Horst Skod- wir ein lebendiges Bild von der Auffassung künstlerischen lerraks. Die Frage „Kunsterziehung oder Werkerziehung ?““ gschaffens und Künstlerischer Schulung dieser romantischen beantwortet Heinrich Dose. Dabei kanner sich aufreiche, in Maler. Diese umfangreichen Veröffentlichungen erhalten eine seiner Erzieherarbeit gewonnene Erfahrung stützen. Fr. Ernst Ergänzung durch einen von Erna Suadicani mitgeteilten Brief Peters zeigt an einem eindringlichen Beispiel auf, wie ein Erwin Speckters an unsern Lübecker Carl Julius Milde. Sehr Gedicht zur Lebenshilfe werden kann. Dichterisch geschaute gufschlußreich ist die Darstellung der Wiederentdeckung des MWirkliehkeit ist Hans Heitmanns Beitrag „„Das harte Brot‘: HBordesholmer Altars dureh den mit Runge befreundeten der unbehauste Mensch, der sich heimfindet. Jens Christian Conrad Ohristian August Böhndel, dessen umfangreiche Jensen, Carl Budich, Eva Ludwig, Fr. Ernst Peters, Heinrich Steindruckwiedergaben Goethes rege Anteilnahme an dem Kori, Julius Havemann, Klaus Matthias haben aus ihrem Altar selbst und dem Böhndelschen Werk hervorriefen. Carl lIyrischen Schaffen beigesteuert und das Jahrbuch abgerundet. Lorek bringt eine Reihe von Bildnissen Carl Friedrich Es könnte scheinen, als sprenge die Vielfalt der Beiträge de y. Ruhmors. Dieser Name taucht auch in den vorher ge- Einheit des „Wagens“. Die Befürchtung ist unbegründet; nannten Arbeiten mehrfach auf, wiederum ein Beweis, eine denn irgendwie ist alles aufeinander bezogen, und überall welch hohe Bedeutung dieser Mann, den uns auch Lübecker spürt man die bändigende Hand des Herausgebers. So wird Veröffentlichungen bereits nahegebracht haben, für das ge- das Jahrbuch sich auf dem Weihnachtstisch als anspruchsvolles samte künstlerische Leben dieser Jahrzehnte gehabt hat. Geschenk ausweisen können. Möge der „Wagen“ seine Auf. Aus dem schon 1919 zum erstenmal erschienenen Aufsatz gabs erfüllen: Er sei Helfer bei der inneren Festigung des ,,Die vier Elemente. Wie man sich der Kunst nähern kann“ Gemeinwesens und Künder des lebendigen Geistes der Hanse. spricht die hohe pädagogische Gabe des leidenschaftlichen stact und ihrer großen Vergangenheit ! H. Näcke Kunsterziehers Fritz Wichert, der vor bald drei Jahren auf seiner geliebten Insel Sylt bestattet wurde. Gründliche Ausfüh- Walter Hege und Gustav Bartel, „Barockkircehen in rungen über das Problem der „Dingbeseelung‘’ führen Ernst Altbayern und Schwaben“. Deutscher Kunstverlag, Schlee auf sein auch volkskundlich gründlieh untersuchtes München. Thema ,,Glocken sind lebendige Wesen“. In Wolfgang Der Meister der Licehtbildkunst Walter Hege hat in diesen I. Müllers Abhandlung über ,Das Kunsthandwerk unseres Tagen seinen 60. Geburtstag und zugleich seine 30jährigke Landes‘’ und nicht weniger in den vorzüglichen Abbildungen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kunstverlag gefeiert. tritt unser Lübecker Kunsthandwerk stark hervor, und nach Der Verlag hat zu dieser Gelegenheit nicht nur eine kleine Lübeck führt uns auch Wilhelm Johnsens mit Sachkenntnis Würdigung der photographischen Leistung Heges, sondern und Humor gegebener Bericht von der Lübecker Weinstube auch ein neues Werk von ihm selbst herausgebracht. Der von 1644 und ihrem Meister Sextra, Martin Urbans Würdigung hier gewählte Gegenstand — ,Die Barockkirchen“ + bietet Horst Skodlerraks und in der Person des Verfassers die köst- vielleicht die größten Schwierigkeiten und läßt daher die hohe lichen Jugenderinnerungen von Hans Peters. Die Umschau Kunst des Lichtbildners am besten erkennen. Der Text von berichtet wie üblich aus der Arbeit der Museen und aus dem G. Barthel gibt eine umsichtige wissenschaftliche Einführung künstlerischen Leben des Landes. Hier allerdings tritt Lübeck in das Schaffen der großen Baumeister des Barock, J. M. ganz zurück. Die Ausstattung mit Bildern ist reichlich und Fischers, der Brüder Asam, Dominikus Zimmermanns und technisch gut gelungen. Auch dieses Jahrbuch reiht sich anderer, sowie der Maler, Bildhauer und Stukkateure, ohne seinen Vorgängern würdig an. Be. die die Bauwerke nicht denkbar sind. Die Reihe „„Deutsche Lande + Deutsche Kunst“’ ist mit diesem Band um ein lange Helmut Hasse, „Mathematik als Wissenschaft, entbehrtes Werk vermehrt worden. A. B. Unns Kunst und Macht““. Verlag für angewandte Wissen- _ . schaften, Wiesbaden 1952. 34 Seiten, Din A 5, Pappband Heinrieh Eduard Jacob – Haydn, seine Kunst – 4,80 DM. . ö ö seine Zeit – sein Ruhm. Christian Wegener Verlag, Was reizt eigentlich einen Mathematiker an seiner Wissen- Hamburg. 424 Seiten. Leinen 18,50 DM. schaft ? Bei den meisten gibt es darüber recht sonderbare Dieses Haydn-Buch gehört nieht in die Reihe jener Musiker. Ansichten. Weit verbreitet ist die Meinung, an der vielleicht Biographien, die entweder wissenschaftlich trocken den mit der Schulunterricht nieht ganz unschuldig ist, gie Frguds ah ] U zz tm tr!!! i cr 110 vst vr serffirieetun] bungen die Musik selbst ersetzen wollen. Das, was jeden Leser bloß handwerkliche Seite der Tätigkeit des Mathematikers. ob Kenner oder Liebhaber — daran zunächst fesselt, it Was Mathematik sonst noch sein kann und auch ist, zeigt die Kunst des Erzählens, über die der Autor verfügt, der dies Bändehen, das Bekenntnis eines unserer führenden übrigens die deutsche Ausgabe nach dem amerikanischen Mathematiker. Ks geht unserm Autor dabei wie einem I44
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