Full text: Lübeckische Blätter. 1953 (89)

Das Positiv stammt aus Ostpreußen. Der Sub- hat nicht nur die Arbeit des Vereins der Musikfreunde rektor und Organist Zacharias Crüger hat es 1723 und der Overbeckgesellschaft tatkräftig unterstützt von Johannes Schwarz ,in seiner Stube machen und junge Begabungen entscheidend gefördert; ihm ist lassen vor seine Kinder“’ und schon im nächsten Jahre es zu einem wesentlichen Teil auch zu verdanken, daß nach Dönhofstädt (bei Rastenburg in Ostpreußen) in derWelt der ausübenden Musiker vonRang der Name verkauft. Hier ist es zwei Jahrhunderte bei den der Stadt Lübeck einen guten Klang hatte. Sie alle Gottesdiensten in der Schloßkapelle gespielt worden. kamen gern zu uns; sie durften einer herzlichen, für 1933 brachte es die Lübecker Orgeltfirma Kem- jhre Kunst aufgeschlossenen Atmosphäre gewiß sein. per & Sohn in ihren Besitz und stellte es sorgfältig Der reproduktive Künstler braucht ja nicht nur den wieder her. 1937 wurde es mit Hilfe der Possehl- Erfolg und den Ruhm; ebenso nötig ist ihm Wärme, Stiftung für den Hochehor der Katharinenkirche Verständnis, persönliche Teilnahme und nicht zuletzt erworben. Seit der Wiederherstellung des Innen- auch ein wenig äußeres Behagen und Verwöhnung. Portales von der Briefkapelle zum großen Kirchen- Dieses alles wurde ihm in dem kunstsinnigen Hause raum steht es an der Westwand der Briefkapelle. in seltenem Maße zuteil. Aus der persönlichen Freund- Das Instrument hat in den Jahren seit seiner Auf- schaft, die es lange Jahre hindurch mit vielen be- stellung in der Katharinenkirche dort oft auch Kon- deutenden Musikern verband, mit Arthur Nikisch und zertzwecken gedient; es fand jedoch neben der Toten- Wilhelm Vurtwängler, mit Edwin Fischer und Alfred tanzorgel St. Mariens und neben der Kleinen Jakobi- Cortot, Adolf Busch und Georg Kulenkampff, Karl orgel kaum die Beachtung, die es andernorts, etwa Erb und Heinrich Schlusnus, hat auch das Lübecker als einziges Instrument seiner Art, gewiß gefunden Musikleben reichen Gewinn gezogen. So ist es be- hätte. rechtigt, wenn aus einem besonderen Anlaß, dem Nach seiner Übersiedlung in die Briefkapelle ergibt seltenen Fest der goldenen Hochzeit im Hause Dieck- sieh nun die naheliegende Möglichkeit, dieses Werk mann, seines in der Stille tätigen, aber über das als bescheidenen Beginn einer wiederaufgenommenen Persönliche hinaus fruchtbar ins Öffentliche, ins Orgeltradition in St. Marien außer in Gottesdiensten Vaterstädtische hinaus wirkenden Mäzenatentums auch für Musiken kleineren Rahmens zu verwenden, dankbar gedacht wird. Dr. Fritz Jung wie es bereits in den Morgenmusiken der ,„Lübecker Kantorei“ im Sommer der Fall war, und wie es nun Büchertisch in der Adventszeit, der ursprünglichen Aufführungszeit Rüeher für âie fuzend der „Lübecker Abendmusiken“ Tunders und Buxte- Im folgenden M u Stuttgarter Thiene- hudes, geschehen soll. Walter Kraft me CEE: angezeigt, . sich mit, Recht durch seine verantwortungsbewulßte Arbeit das Vertrauen der Eltern Ein Wort des Dankes 1,2 1! 1/6; F 119te r Us~ vrgth®l tt :41 Es war an einem Sonntagvormittag im Nachkriegs- gleieh bedeutsam für ihre Entwicklung. Welche Welt bevor- winter 1946/47. Die Musikfreunde Lübecks waren, in "gt vieg. zt Fell der Rosel : Z) dure poreuru.a; Mäntel, Wollschals und Decken warm eingehüllt, im seolischen Veranlagung. Es sind die Welt des Märchens und Saal des Atlantic am Burgfeld versammelt, um einen die Welt der Realitäten. Zuerst sei hier noch ein Märchenbuch berühmten Künstler zu hören, der & mit dem Frack fmpfoblen für Kinder, denen noch das Wunderbare die eigent- im Ruelzsack - eine lange Fahrt im überfüllten, unge- hin Mr ücghsit qrodoutst. Sosrnannts Kunstmärchen heizten Personenzug hinter sich hatte. Es war die Märchenmotiven umzugehen verstehen wie ein geschickter Zeit. in der man noch Opfer brachte für die Musik;; Cocktail-.Mixer in der Bar. Einer echten Märchenphantasie vielleicht haben wir sie nie so tief genossen wie in bygegnet fu zslten. Lfhror Fleughrüeke' (625 pu jenen Jahren der Not und der Entbehrungen. tu UI CZ Guts fm 11 ats Im Künstlerzimmer, wenn man einen halb offenen, Wunderbaren entführen, in der der Mensch, wie ja auch im zugigen Verschlag hinter dem Podium so nennen darf, Alltag des Lebens, erst dureh Prüfung und Bewährung sein ging der große Pianist frierend auf und ab. Eine Ger wass Liebe zu den Tieren ist ein besonders schöner Dame trat ein und unterbrach unsere Unterhaltung; sug bei unssren Kiudern. tie ru pflegen gehört zu den sie brachte belegte Brote, Bohnenkaffee in einer dankbarsten Aufgaben eines Jugendbuches. Die beiden nach- Thermosflasche, heißes Wasser in einer anderen, an stehend genannten Bücher für Kinder von 8 bis 12 Jahren der er sich die kalten Hände wärmen sollte; Gas und htftlie; Yve Az!zzhr t1 rehönse Möse Iemgerz Lt; Strom waren damals ja auch zeitweilig gesperrt. die Kinder in eine neue und geheimnisvolle Welt; man ver- Diese Dame war Frau Lilli Dieckmann. Keiner der spürt die lebhafte Aufgeschlossenheit der beiden Mädchen, Konzertbesucher hatte bedacht, welche Strapazen in .o: zy gtqutkinder UH jros nerlottzut-rthäjtos y jener Zeit ein Künstler auf sich nehmen mußte, um ihrer sympathisch gezeichneten Tante gewährte Freiheit in den Menschen den Trost der Musik zu bringen. Sie vollen Zügen genießen. Das ist sehr lebendig und spannend allein bewies ihre Liebe zur Kunst mit der Tat. Es erzählt und von den hübschen Zeichnungen Emmy Clärso ist nicht die einzige dieser Art, die mir aus jenen lrzzr hezteitet; H * 23N Jlsrräsch. arctis Jahren von ihr in Erinnerung geblieben ist. DM) erzählt die Abenteuer eines Mädchen und eines Eich- Diese „Einfühlung“ war die fraulich-praktische hörnchens, das aus seiner Freiheit heraus mit Grietchen Erscheinungsform eines mit Leidenschaft der Musik Ereundschaft betlicht. P!é. Ueho [s; Grotsten k ytriekt ff venen sÜäronatentunis. Aus der Libseker Musi Eriotehen th4 Pro Link Zetwreterr Huitleh iv mscoheelei leben der letzten fünf Jahrzehnte ist das Hanus Dieck- ständnisvolle Eltern wie die ganze behagliche Familien- mann nicht wegzudenken; es hat sein Gesicht charak- atmosphäre, in der die Erzählung spielt, bringen alles wieder teristisch mitbestimmt. Ein kunstgesinntes Haus, er- zurecht. tsiehs Altsr Hab. W Bo N Ine ves füllt von echtem, opferbereitem Enthusiasmus für „Lz .f sreths Alter hot (8.900 DM) AWis balicbt 6a ist, alles Schöne, eine Pflegcstätte edler Hausmusik. Es üùweist die hohe Auflageziffer von 50 000 aus. Zwieselchen ist. 2328K
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