Full text: Lübeckische Blätter. 1953 (89)

Biedermeier-Sekretär in seiner selbständig entwiekelten erwerben, wenn ein Gemälde von Cesar Klein, dem Form ist in der Ausstellung vertreten ~ sowie Spiele, mit Lübeck heute so eng verbundenen Künstler, eine Bilderbücher, Karikaturen, Guckkästen, – Dinge, Skizze von Liebermann und ein schöner Bildniskopt die damals Jung und Alt erfreuten und unterhielten, von dem in Paris lebenden Bildhauer Kogan dem nicht zu vergessen das große Puppenhaus aus schon Museum gestiftet wurden, wenn sogar die Roman- etwas fortgeschrittener Zeit (es vertritt in unserem tikersammlung durch ein seltenes Gemälde von Caspar Museum wirkungsvoll den sonst nicht dargestellten David Friedrich, der bisher hier immer vermißt wurde, „„Makartstil‘‘ !), und schließlich die von der Mode ein zwar kleines, aber charakteristisches Werk, ergänzt weitgehend bestimmte Erscheinung der Menschen werden konnte, so ist mit den gegebenen Mitteln mehr selbst. Die Sammlung der Lübecker Bildnisse ist hier erreieht, als man hoffen konnte. Interesse wird auch anzuschließen, die systematisch ausgebaut wird und das merkwürdige Bildnis des Lübecker Malers Victor von deren neuen Zugängen zwei hübsche Bildnisse der Carstens, gemalt von dem Amerikaner William Chase, eigenen Kinder von Wilhelm Tischbein gezeigt werden, finden. Es entstand um 1870 in München, dem neuen ferner das bereits in den ,Lübeckischen Blättern“ Kunstmittelpunkt, wo Carstens lebte, und bezeichnend bekanntgemachte Portrait J. C. Lillies von Hautt- ist es, daß auch der amerikanische Künstler in seinem mann. In ähnlicher Weise wird auch das Denkmal- malerischen Vortrag ganz zum Münchener geworden archiv (jedem Interessenten im St.-Annen-Museum ist. Man spürt die Nähe des Leibl-Kreises. zugänglich) weiter ausgebaut, es bildet die Grund- Für das Behnhaus konnten ferner wichtige Zeich- lage für die auf charakteristische Stücke beschränkte nungen erworben werden. Overbeck, sein Vorläufer topographische Abteilung des Holstentors. Wie oft Asmus Jacob Carstens (den bisher unsere Samm- heute diese Sammlung von älteren Ansichten aus allen lung nicht berücksichtigt batte, trotz seiner engen Teilen der Stadt, Pläne, Stiche, Zeichnungen, Aqua- Verbindung mit Lübeck), Overbecks Freunde und relle, Photographien, für die Zwecke der Gegenwart Nachfolger sind vertreten. Von einer sonderbaren herangezogen wird, braucht nicht dargelegt zu werden. Seite lernen wir C. J. Milde kennen: mit seinem Vor einer großen und - das sei offen zugegeben + Freund Ervin Speckter zeichnete er eine Reihe von bisher ungelösten Aufgabe steht die Museumsleitung Bildnissen Geisteskranker, wozu vielleicht ein Arzt in dem Bemühen, die dureh Beschlagnahme 1937 die Anregung gegeben hatte; em für die Romantik dezimierte Behnhaussammlung wieder aufzubauen. bezeichnendes Interesse kür das Geheimnisvolle und Bekanntlich verlor Lübeck damals 161 Kunstwerke, Unheimliche der Natur äußert sich hier sehr rea- die später z. T. ins Ausland verkauft wurden und listisch. Y dort in Museen und Privatsammlungen übergingen. In den Rahmen des Behnhauses gehört selbstver- Andere Bilder sind verschollen. Nur in einem Falle ständlich auch die Pflege des heimischen Kunst- gelang der Rückkauf eines Meisterwerks der ein- schaffens. Dankenswerterweise sind dafür verschie- stigen Behnhaussammlung, der Gebirgslandschaft dene öffentliche und private Stellen eingetreten, so von Kirchner. Das allgemein hohe Preisniveau für daß unsere Ausstellung Hinweise bringen kann, die moderne Kunstwerke jedoch hat bisher wirklich ent- die lebendige Beziehung der Museumsarbeit zur scheidende Neuerwerbungen für das Behnhaus, so Gegenwart wenigstens andeuten. Sie dürfen nicht sehr sie zu wünschen wären, kaum möglich gemacht. fehlen in einer Ausstellung. deren Ziel es ist, den Wenn es trotzdem gelungen ist, ein so lebensvolles, Aufgabenkreis der Museen in seiner ganzen Vielfalt großes Kinderbild wie die „Wilhelmine“ von darzustellen und das auf vielen Gebieten Erreichte zu T.ovis Corinth als erstes Gemälde des Meisters zu Zeigen. Hans Arnold Gräbke Grundlätzliches zur Gestaltung der NordDfeite des Marktes Die Ausstellung der Entwürfe zum Wettbewerb für lichen Gesichtspunkte auf praktischem, wirtschaft- die Gestaltung der Nordseite des Lübecker Marktes lichem und städtebaulichem Gebiete berücksichtigt. — ist ohne Widerhall geblieben. Die Akten der Bau- Als Grundlage empfahl das Preisgericht eine halb- verwaltung über dieses Thema haben sich um einige offene Platzanlage mit Schwerpunktbildung in der nicht uninteressante Stücke vermehrt. Der Wett- nordwestlichen Reke. . R bewerb hat, nach dem Protokoll des Preisgeriehts zu Zieht man dieses damalige Ergebnis in Betracht, schließen, keine der Bedeutung der gestellten Auf- berücksichtigt man ferner die hohe Bewertung der gabe entsprechende Lösung erbracht. Das Preis- damals preisgekrönten Entwürfe von Dyrssen, von gericht empfiehlt einstimmig, daß für die weitere Wellhausen und von Stender, so ergibt sich unwill- Bearbeitung der Aufgabe Sine Persönlichkeit des kürlich die Frage, ob dieser neuerliche Wettbewerb Faches von Rang und Namen herangezogen wird, die schließlich noch erforderlich war, nachdem die ge- mit einem der Preisträger in Gemeinschaft mit der nannten Architekten auch die für die Gestaltung der Bauverwaltung die Durchführung der Aufgabe über- Nordwestecke des Marktes vorliegenden Gesichts- niramt é ] punkte und Lösungsmöglichkeiten weitgehend sicht- Es ist vielleicht nieht uninteressant, das Ergebnis bar gemacht hatten. Sollte der neue Wettbewerb des Wettbewerbs zur Gestaltung des Marktes von schon brauchbare Vorschläge für die endgültige 1949 hier in Erinnerung zu bringen. Das Preis- Durchführung der Bebauung erbringen, so zeigt das gericht sah den damaligen Wettbewerb als ausge- Ergebnis, daß er eher die Problemstellung als solche sprochenen Erfolg an, der darin bestehe, daß er dem kompliziert hat. Zwar regten die ausgestellten Ent- Auslober die Möglichkeit gibt, aus den preisgekrönten würfe zu mancherlei Fragen und Gedanken an, die und angekauften Entwürken eine Lösung für die Ber- bei der endgültigen Gestaltung mitverwertet werden bauung des Marktes zu finden, die alle dafür wesent- können, jedoch die Grundfrage: „Geschlossene oder J. Z 1 2:
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