Full text: Lübeckische Blätter. 1953 (89)

Deutschlands hohe Schulen. Freiburg, Berlin und undachtzigjährigen einstige Sorgen uud Freuden auch Leipzig sind die Stätten seiner Studienzeit. In der Angestellten gegenwärtig, weil er ihr Schicksal Leipzig promoviert er zum Dr. der Rechte. Beim als sein eigenes mitgefühlt hat. – Rang und Stand Infanterie-Regiment Graf Bose in Altona dient er gelten ihm nichts, ihm gilt nur der Mensch. Der An- sein einjährig-freiwilliges Jahr. Später als Reserve- kläger sieht nur die Sache, gleich wie hoch oder niedrig ofkizier hält er die Beziehungen zu seinen soldatischen der steht, der gegen das Gesetz verstoßen hat. In Freunden aufrecht. Hieran ist deshalb zu erinnern, dem Suchen nach Beweggründen einer Tat leitet ihn weil die soldatische Erziehung zur Zucht und Ordnung tiefe menschliche Einfühlung. Milde kennt er, sie ein wesentliches Bildungselement all jener Männer entspricht seinem Wesen. Weichlichkeit und Schwäche war, die bis in die letzte Zeit in führenden Stellungen sind ihm fremd. Wo aber Vehler und Schuld gesühnt standen. sind, steht der Anliläger selbst im Stillen mit Rat und Nach durchlaufener Referendarzeit besteht Dr. Tat zur Seite. Die Höflichkeit des Herzens, die vor- Lienau 1880 das Assessorexamen. Zunächst Hilfs- nehmste Aufgabe des männlichen Wesens, ist ihm richter beim Amtsgericht seiner Vaterstadt, wird er eigen. Sie ist es, die ihm die Herzen öffneten. Im hier 1885 zum Staatsanwalt bestellt und tritt 1902 Wechsel der Menschen und Dinge bewahrt Dr. Lienau als Richter an das Landgericht über + er hat immer immer die gleiche Ruhe und das gleiche Maß. In ihm betont, daß er den Wechsel der Tätigkeit vom staats- liegt eine Gesinnung, von der Goethe 1825 an Zelter anwaltschaftlichen Dienst und Richteramt besonders so schreibt: So viel als möglich sich in der Gesinnung glücklich empfanden hat. – 1908 wird das Mitglied halten, in der wir heraufkamen. Vorzüglich be- der Bürgerschaft beim Ausscheiden Bürgermeister herrscht Dr. Lienan die Redekunst. Ñ Dr. Schön in den Senat gewählt. Das hohe Amt hat Alle Fahrlässigkeit, die Menschenleben schädigt oder Dr. Lienau mit Jener vorbildlichen Treue, die ihm in gar auslöscht, umweht; tiefe Tragik. Eine Leidfülle allen Dingen eigen war, geführt, aber auch mit jener sonder Beispiel hat die Verwechslung der Calmette- Würde, die der hohen staatsrechtlichen Stellung eines Kulturen in Lübeck ausgelöst. Monatelang ist unter Senators der Freien und Hansestadt entsprach; eine dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Wibel um die Er- wunderbare Natürlichkeit war es, wenn Senator Dr. gründung der letzten Ursachen, um menschliches Lienau in seiner hohen gestrafften Gestalt die prä- Versagen und strafrechtliche Schuld gerungen. Die sentierenden Posten grüßend Zur Senatssitzung in das Anklage gegen den leitenden Arzt des Kranlcenhauses, Rathaus trat. Als Mitglied des Senats trägt Dr. Lienau Professor Pr. Deyke, vertritt der Oberstaatsanwalt. ein vollgerüttelt Maß an Arbeit in der Justizkommis- Wenn je in einem deutschen Arzt das Berufsethos sion, im Armenwesen + heute nennen wir es Sozial- auf selten erreichter Höhe stand, dann bei Deyke; wenn verwaltung und vor allem während des Krieges als je eine gute und erschöpfende Anklagerede vor der Polizeiherr, wo ihm zugleich auch entscheidende Teile deutschen Öffentlichkeit gehalten wurde, dann war des späteren Landesversorgungsamts unterstehen. es die Dr. Lienaus im Februar 1932 im Calmette- Ernste Spannungen in unruhiger Zeit veranlassen Prozeß. Jedes Wort über lange Stunden hin war Dr. Lienau in voller Schaffenskraft im September 1919 abgewogen, sachlich geboten und menschlich ge- seinen Austritt aus dem Senat. zu erklären. Hier iss recht. Hier hat der Redner Lienau sein unvergessenes dieses Ereignis nur zu werten als Schritt eines Mannes, Meisterwerk geleistet. Diese Monate sind auch in er das, was ihm recht und geboten erscheint, auch seinem Leben diejenigen gewesen, die das Höchste und szthfütet. d. h. wie ein aufrechter und sich selbst Letzte von ihm forderten. Er hat sie bestanden. Wie achtender Mann handelt. tief jene Monate für alle waren, die in ihnen Verant- Als der Urste Staatsanwalt Dr. Benda in den Ruhe- wortung trugen, bezeugt das Opfer, das der Vor- dt Tr Irz Vr: Üensr Js Ucjsrug äcr zt; hernach selbst mit seinem Leben hezehie ehörde. V t ert m das neben die jungen Leben gelegt wurde, die durc diesem Amt bis zum Ausscheiden wegen erreichter unselige eh dahingi tte he sie selbst zu Altersgrenze im Jahre 1933. Wie Dr. Lienau sein b § n. Leh . z uggen. . . die H inrich verantwortungsvolles Amt. vorbildlich geführt hat, ist Wibel nahest : cr ulis bt Hs. r früh n ihm aus Anlaß seines 85. Geburtstages in einem Auf- Tod dies § ua. s het usb heuts Ik. sf f. satz des führenden Anwalts der älteren Generation, Mannes z P crogent et „ihtet. 4emfs 'Uiohlsit Dr. Ihde, in diesen Blättern bezeugt, 1952, 8. 130/31. Wie de V our. u! ta t jette Mes: V lic. ; [lt rurde iu den Jahrt. 1919 bis 1525 «ive tiato lin on teeth | 18 Mirken ür se utilitas puylics. sieht in Wesen und Persönlichkeit des Ueimgegan- war § en . ts qrrsghs;- role G ell: genen. In fast täglichem Gespräch durfte ich ihm in LI ter Jia que Jer. hohr ssugherls s diesen Jahren nähertreten, und hier zeichnet sich ein kruchtete ss zs hitze uus tvttz af fn b Bild ab, das immer Vorbild bleiben wird: Unbedingte der getre z grote Mitarbeit. Die Gesellschaft a it; [uretliwigkeit bis ins kleinste. Arbeitzkroucigkeit bs[ lux ster qe rt ars Iyterssso vornehmlich galt, ins letzte ~ für ihn gab es keine zeitgebundene ebildet .: gem tuptriss z ttgtsit eu Healer! ' Stunde —, unbedingter Wille zur Eigenverantwor- tt va : Al u hie 1908 izt or Iez!tslsr ge! tung — die Verantwortung trage ich, mir sol] und Katharineun D 4.19 "rt! r ter s kann sie keiner abnehmen, dafür bin ich da —, stirbt ird Dr l; Yer deu z tür dss Yetet "ü Dasein für jeden, der seinen Rat oder eine Auskunft Gesell chat bi 1918. Vr Prchtclssr § fatet so zu Recht begehren kann + damals ließen die kleineren {s . ki 3§ B si étsttster beruttcher Verhältnisse diese Mögliehkeit noch zu + und wie RI eus; ele! sk immer noch Zeit kür transher!y ! Erühdlich, ercst. una ehe n cd gestalteten sich, Q qs H: I gens wulite er die 4uszhrac! e solehe Unterredungen. Mit jedem seiner Mitarbeiter ein Stüecl r. %? Z! azztaltes. Yiess Abends rerbind : u Z „ ss, besonderer lübeckischer Eigenart, sind Rätuis “- noch rack langatr Jedirer ap ches Vor mun aueh einer anders gowordenenr Zu rt ufer I
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