Full text: Lübeckische Blätter. 1951; 1952 (87/88)

dies‘ aus dem Jahre 1947 stellt Paul Hindemith einem ge- Bilder des Bühnenbildners Adalbert Hartel fügten sich dem mischten Chor die harte Sprache von zehn Blechinstrumenten Gesamtkunstwerk harmonisch ein. Das Publikum, von der gegenüber, um in anschaulicher Dramatik den Anbruch des Aufführung stark beeindruckt, bedachte die Künstler. mit jüngsten Gerichtes zu schildern. Durch den ausgezeichneten reichem und verdientem Beifall. Ohor des N WDR. unter der Leitung von Max Thurn erfuhr . . Jas Werk zusammen mit den prachtvoll musizierenden Bläsern Liebe in der Lerchengasse, des Städtischen Orchesters eine eindrucksvolle Wiedergabe. Operette von Arno Vetterling Hatte man schon bei Hindemith den Eindruck gewonnen, Die Verantwortlichen in der Beckergrube machten aus der daß seine expressive Melodik der Monumentalität seines Lerchengasse eine Lübecker Rosenpforte und gaben somit Stoffes nicht immer zuträglich war, so gewann man bei der. dem verehrten Publikum Gelegenheit einmal zuzuschauen, folgenden ,. Sinfonie liturgique‘ von Arthur Honegger über. wie man ,,in alten Tiden“ in Lübeck lebte und liebte, lachte den gleichen Vorwurf vollends den Boden einer romantiseh.. und weinte. Den Herrn Senator, von Buddenbrookscher subjektiven Textausdeutung. Mit welch erstaunlichem Können Würde zum Bersten voll, mimte mit unnachahmlicher Gran- hier auch die dämonischen Kräfte des großen Orchesters dezza Georg Rehkemper. Als köstliche plattdeutsche Typen entfesselt werden, der Mangel an geistiger Substanz vermag berölkern Euphrosine Snakenbrook (Mimi Hagemann), ein keinen tieferen Kontakt herzustellen. Vom Klanglichen und Seemann (Karl Hinrichs), eine Haushälterin (Martha Fick) und vom Technischen her gab es allerdings dankbare Aufgaben, Süh-mal-süh (Arthur Strauß) die Bühne. Im Hintergrund sind die G. E. Lessing und das Städtische Orchester mit großer die Türme und Häuser des alten Lübecks zu sehen, vor ihnen Intensität meisterten. Dr. Gerhard Hanschke t. ust t „ur Uahrselsn tg 15 äivgechältt. z . Mn, lem Zuma auch f css große Ballett Rl pures cirka „Turandot“, Oper von Giacomo Puccini Beinen. – Wie man aber damals liebte und sich trotz aller Eine Jubiläumsspielzeit verptliehtet, und schon ihr Auftakt Widerstände von seiten des gestrengen Herrn Papa die muß in die Sphäre des künstlerisch Besonderen führen. Mit der Treue hielt, das zeigen uns das vornehme Liebespaar, der Wahl der „ Turandot‘ von Puccini gelang dies den Städtischen kotelettenbärtige Gustl Hacker und seine Herzallerliebste Bühnen in vollem Umfang. + An der Gestalt der Turandot (Marion Siels). Tollend wirbeln Edy Thomalla und die rei- haben sich, von dem Gozzischen Märchen beeindruckt, viele zende neue Soubrette Gerti Gleiber herum, verwirren und Dichter versueht. Schiller kommt ihr in seinem tragi- entwirren den schier unlöslichen Knoten. Wie, das muß man komischen Märchen am nächsten, wenn er s16 sprechen laßt: sich selbst ansehen! Die musikalischen Impulse gingen von „Ich sehe durch ganz Asien das Weib erniedrigt und zum Wolfgang Ebert aus, der auch das Geibelsche Preislied aut Sklavenjoch verdammt, und rächen will ich mein beleidigtes Lübeck rertont hat. Natürlich fehlte auch Heinrich Froseh- Geschlecht an diesem stolzen Männervolke, dem kein andrer hauser als Conte nicht. Ihm zur Seite die südlich temperament Vorzug vor dem zärtern Weibe als rohe Stärke ward.“ Puccini yolle Tänzerin (Alice Markus). Wer sich ein paar unbeschwert dagegen sieht in der Turandot nur das unerlöste und sub- frohe Stunden machen will, der sehe es sich an, wie und „„wenn ttt fühlende Weib, das nur eines Kusses bedark, um zur man liebt unterm Holstentor ... . Dr. Elli Freriehs ingebend Liebenden zu werden. . , :. ; s ist ein tragisches Schicksal, daß „„der Tod dem Kompo- Die Cocktail-Party. Eine Komödie in Frsi äkter nisten die Feder aus der Hand genommen hat‘, ehe er der von T. s. Eliot, deutsch von Nora W yden u ß EséISSe. . Onnte. ano SC. rie nag vorhandenen 1ZZENn § § ] c Iss Z § ; Kliche Meisters das große Duett und das Finale. zeugt und die Erodigt tröstet. voi! dierÑ s tuch is E Uvecer Die Aufführung war in allen Teilen des Werkes würdig. Dichtung ist. Ein “ehr Et user. ve! r L Us Regungen G. U. Lessing wußte das orientalische Kolorit, das Gluck erst- YJlann hat es grrenrie !; er hr . vor e cenisht malig in der Opernmusik verwendet hatte, bis in seins feinsten und menschliche Strebungen. Ä ;d it güti insi i . Nicht nur die schonungslos, sondern mit behutsamer Hand tut, mit gütigem E . UW w Äuniet sine leit us. iv y. k4;t tiudertgett dieses Stückes wird nicht getroffen, wenn .. §. z . : 4:1, 66 in. EE C TI d h st Bewegung des Chores fler Frueh. Ablebuuss. Rgrolttior 23 24 Zebillor: zeigte sich vielversprechend die Regie und die scinztlscisets LEV icügro Dichter zu nennen + waren — u. &. — Gesell- Richtung des neuen Spielleiters Hubort Franz. li sers cp ritiker. Der Dichter der Cocktsil-Party gehört nicht Krütie "u hn Hotte yer J it pes verfÔt!. ü diese Reihe. Auch er allerdings ist Kritiker, aber in emem ü, ab die x . : t.. ef; ; iner in der "bt. lenk. Pztait; kultivierten und rollen tern unt türen znr. zie Zosr s sginor. Ton. Ihr Spiel beherrschte alle Register: despotisehs srhreL sichtet, und sein Ergebnis ist nieht ein revolu- Grausamkeit, hoheitsvollen Ernst und hingebonds 1z6be: Ss Fort damit !“, sondern die schlichte Feststellung: Edith Voigt-Thieke verkörperte mit Anmut und müdchen §0 ist das Leben in all seiner Größe und Schönheit, in Schmutz hafter Scheu eine der schönsten Frauengestalten Fygents; d Gemeinheit und vor allem mit seinem Weg durch das lis tte und doch vs tarsos t isrin Lin, durch derer Lyter Leid. Gehe hin und fülle den Platz aus, der dir bereitet und der od ihre i sehnte Glück, ] : : tcz{.! dot, hre Geliebten doc err iu verftigt über einen lytischen r V ist t peitai]-Party der ersten Szene mit der Sopran von großer Weichheit und Leuchtkraft, den se h 2 sts » Jie Goc ochzeitskuchen, n O 2. Platcen sinem bezaubernden Spiel dienstbar tuzohts: Hans Heinrich Geschwätz um des Geschwätzes willen, ist geradezu geladen Hagen bewährte sich aueh in seiner neuen Rolle als Ua cc Ztire, aber Such Coektail-Party mul sein; denn für die Aten ho VU itenalo Vürbung soines Tenors gab sem er fug Rcwards und ILavinias izt os n einmal die gegebene Lebens- sang die männlich sieghakte Note. Waltor gtrgot z ] form: heute heißt es Cocktail-Party, vor nicht allzulanger Srrs dis uc! o§ Fartaronkürst Titre durch soi UP § F eit hiel os Kaklcsklatach; und Ümse Huiel es wieder anders. Der imd die Schönheit seiner Stimme zu rühren. Auch der n Cidere Weg aber, von dem niemand weiß, wohin er führt, der einsamer Höhe thronende „„Sohn des Himmels‘), von gust V' eg des Glaubens führt durch das Leid hindurch. Ihn geht Wilhelm Ernst dargestellt, konnte dureh seine howeglsue r Celia. Einst war es der Weg der Heiligen und Märtyrer... Klagen eher Mitleid als Ehrfureht erwecken. Die M Alerkwürdig nun sind die Gestalten, die selbst die Cocktail- Ping, Pang, Pong, in der Maske altjapanischer Schauspiel et p rm ottenbar nd do I ruresz mitezachon; " Esr Gins der Wirkliehkeit entrückt, wurden in der Buflöstsps el darin aufzugehen, Julia und Alexander und jener Unbekannte, 2. Aktes von Herbert Klomser, Alfred RuppP t. Sir Henry. Sie wissen von den Wegen, die zur Cocktail-Party und Georg Paskuda in köstlicher Weise xrsuslis I cas “ ehlichten Berufsleben eines Peter Quilp oder zum In der Nebenrolle von Kammerfrauen gierten f und christlichen Opfertod führen, ohne doch diesen letzten und Erstling, Elis. Friedmann, sieglinde „Mop k reinsten Weg zu gehen, oh sie ihn schon kennen. Die drei Brigitte Griegutseh. Der neus Solotänzer, Heinz Sc! Äitsrs sind wie ein Orden, der eine lenkende, rettende Tätigkeit trug mit seiner tänzerischen Gestaltung des schrtf r sin ht. Thr reinster Typus ist der Arzt, deshalb, weil er sich viel dazu bei, die fernöstliehe Märchenstimmung yol 1 über die tiefe Fragwürdigkeit eines nur lenkenden und füh- und Êrgusa! zu vertiefen. Die ins Stilistische gewande ten 1 | 4F
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.