Full text: Lübeckische Blätter. 1951; 1952 (87/88)

L BECKISCHE BLATTER ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT LÜBECK, DEN 31. AUGUST 19 52 ACHT UND ACHTZIGST ER JAHRGANG / NUMMER 1f Johann Sebastian Bach Mehr als bei jedem andern Genie ist bei Bach der Orgel und dem Klavier und als dem grolen Kontra- Mensch, wie er sieh gab uncl äußerlich darstellte, nur punktisten zuerkannte. Aber niemals hat er geahnt, die undurchsichtige Hülle der kiinstlerischen Seele, der daß von allen Kunstwerken, die um jene Zeit um ihn er zur Behausung bestimmt war. Bei Beethoven reißt herum erstanden, die seinen allein einem kommenden der Innenmensch den Außenmenschen an sich, ent- Geschlecht sichtbar bleiben würden. Wenn es zum wurzelt ihn aus dem natürlichen Leben, durchlebt Wesen der großen. unzeitgemäßen, schöpferischen und durchglüht ihn, bis er durch ihn hindurchscheint Menschen gehört, daß sie auf ..ihre Zeit‘ warten und und ihn zuletzt ganz aufgezehrt hat. Bei Bach nieht sich in diesem Warten gar verzehren, so war Bach also. Er fällt mehr unter die Zweinaturenlehre; sein weder groß noch unzeitgemäß. Er war der erste, der kiinstlerisches Erleben und Schaffen spielt sich neben den überzeitlichen Wert seiner Werke nicht erkannte. dem normalen und fast banalen Verlauf seiner bürger- Damit steht er vielleicht von allen schöpferischen lichen Existenz ab, uns zwar so, daß es sich neben Geistern am höchsten; seine unermebßliche Kraft be- dieser gar nicht hervortut. tätigte sich, ohne sich ihrer selbst bewußt zu werden, Gekämpft hat Bach für seine bürgerliche Existenz. wie die Kräfte, die in der Natur wirken. Darum ist nicht aber um die Anerkennung seiner Kunst und sie auch so elementar und reich wie diese. seiner Werke. Darin ist er als Mensch so verschieden Bach reflektierte auch nieht darüber, ob die Tho- von Beethoven und Wagner, überhaupt von dem, maner seine Werke ausführen könnten und ob die was wir unter einem „„Künstler“ verstehen. Leute in der Kirche sie begriffen. Er hatte seme Die Anerkennung, Jie die Welt dem Orgel- und Frömmigkeit hineingelegt, und einer verstand sie Klaviermeister entgegenbrachte und die zuletzt doch sicherlich: Gott.. Das 8.N.G.: Soli Deo Gloria („Gott nur dem Äußeren und Zeitgemälßen seines Künstler- allein zu Ehre“) und J .J. (Jesu juva, ;;Josus hilf‘), tums galt, nahm er als etwas Selbstverständliches hin. womit er seine Partituren ziert, ist für ihn keine Um die Anerkennung des Unzeitgemäßen in seinem k ormel, sondern das Bekenntnis, das durch sein ganzes Schaffen, wo er das aussprach, vas seine Seele be- Schaffen hindurchgeht. ; .. Nc firtt just in dsr sur ats g che en r o. Vowreit er überhaupt begriffen werden kann, ts er Kantaten und Passionen bekannt zu machen, quok [: s hier sr~. Kirst §ertr E ccScosossC. SEE . H+ Die i Pr Yinzigartiss an Js"zuv Zcbsttiv . izt sr: teten grrtrt. bt rz Gs Vetisltiot a Enrst aß er für seine größten Werke mc nach : r . : ::.. % : z E. Hie Wüit nicht wann nnie[.j.e welke el th . t. U Z § is rstbsllst di- uus! seinem Sbakfan: Von ation Kantaten geht ein zu Gott empor. . Z joißt vs.in den Vorschriften -: I Iiberthrtey t: eG he rr. C E magnements, die er den unstwerken in der Welt. 1e j ;: Musik dilti - jiist. § mE G Bac; Vgca! i e mz n einzig nur, weil es wahr und groß war, und geschaffen beyden Händen gespielt > Zy 11 sie wurde. nieht um anerkannt zu werden, sondern weil linke Hand die vorgesehrte enen Noten spielt, di " c pight ur Lee. Bachs Kantaten und rechte aber Con- und Dissonantien darzu greifet, damit f au oni nieht nur Kinder der Muse, sondern tes rs s r ürnse Uorrorie rte r ubry EEC H E Ftruden des Icbsut bedentete, die der Mensch für sees rs und Recreation des Gemüths sein. Mo Eco Gs: 1:214:: hum" nicht j Bed , ars ipia hut ict vi Grieser. >
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