Full text: Lübeckische Blätter. 1951; 1952 (87/88)

sität ohne jede erkennbare Gesetzmäßigkeit. Diese Zur Zeit besitzen wir in Lübeck ein Fernrohr mi Sonderlinge, deren Zahl sehr groß ist, sind über den 10 em Öffnung, einen Refraktor, wie ?! ein rohr wir ganzen Himmel verstreut. Gerade diese Veränder- genannt wird. Es gibt zwei Arten der gu lichen haben aber für die astrophysikslische Forschung Solche mit Linsen, oder Refraktoren, und solche mit eine ganz hervorragende Bedeutung. Sie müssen Hohlspiegeln, oder Reflektoren. Für beide Arten gilt. ständig überwacht werden, und das erfordert eine sehr daß für die Leistungsfähigkeit nicht so sehr die erziel: große Zahl von Beobachtern. Es gibt aber noch sehr bare Vergrößerung, sondern die ausnutzbare Licht- viele andere Aufgabengebiete: Das Finden und Über- fülle, oder anders ausgedrückt, der Durchmesser wachen der Nova, jener Sterne, die plötzlich, im des Fernrohres ausschlaggebend ist. Laufe von Stunden, in gewaltiger Stärke aufleuchten. In einigen Wochen wird vermutlich auch das zweite Die Planetenforschung bedarf laufender Kontrolle viel leistungsfähigere Fernrohr von einer Hamburger der Veränderungen auf der Oberfläche der Planeten. Firma geliefert werden, ein 25-cem-Reflektor. Damit Man bedarf der Überwachung der Sonnenflecken, der wären wir schon ganz gut ausgerüstet, sowohl für Meteore, Sternschnuppen, Polarlichter usw. wissenschaftliche Arbeiten als auch für die Schulung Bedenkt man ferner, daß in jeder Sternwarte doch unserer Jugend. nur ein Teil des Himmels zu einer bestimmten Zeit Viel muß aber noch geschafft werden. Ein Fern- beobachtet werden kann und außerdem die Zahl der rohr muß leicht beweglieh aufgestellt sein, es muß, zur Beobachtung brauchbaren Tage durch Nebel,. um von der Erddrehung unabhängig zu werden, durch Bewölkung, Mondschein usw. außerordentlich ein- ein Uhrwerk den täglichen Gang der Sterne aus- geschränkt wird, so ist es klar, daß für die Forschung gleichen, und endlich muß es eine Kuppel bekommen; jeder Mitarbeiter so bedeutungsvoll ist. Jenn das ständige An- und -Abmontieren ist nicht Bei uns in Deutschland ist die Forschungsarbeit nur sehr zeitraubend, sondern es schadet auch dem auf vielen Gebieten unmöglich geworden. Die Atom- Instrument. Physik verlangt Anlagen, die außerordentlich teuer Der Stadtsäckel aber ist leer. Vielleicht erhalten sind und die wir uns nicht leisten können, selbst dann wir von einsichtiger Seite eine Unterstützung, die nieht, wenn sie uns erlaubt wären. Die Sterne sind uns ein Stück weiterbringt. Auch die Sternwarte in einstweilen noch Gemeingut, und erfreulicherweise Bergedorf bei Hamburg ist zum Teil durch Spenden ist auf diesem Gebiet die Forschung wirklieh inter- entstanden. national. Ja, selbst während der beiden Weltkriege Wir wollen hoffen, dal die „Volkssternwarte arbeiteten die Astronomen aus beiden Lagern zu- Lübeck‘ einst ein Kulturinstitut werden wird, das sammen und teilten sich über die neutralen Länder unsere Jugend zu neuen Erkenntnissen führt, das ihre Beobachtungsergebnisse mit. Wenn neuerdings dem Laien eine Vorstellung von der Pracht des so dringend an die deutsche Forschung und Wissen- Universums bietet und dem Fachmann eine Mög- schaft appelliert wird, so lautet dieser Appell nicht lichkeit gibt, in den Kreis der deutschen Forschung zuletzt auf das Konto der Astronomen. zu treten. Dr. v. d. Osten-Sacken Jahrestagung der deutschen Minderheit in Nordschleswig Zum rierten Male nach dem Kriege hielt die deutsche Jürgen Schmidt, Osterterp. erstattet. Rs ist, s0 Volksgruppe in Nordschleswig ihren Deutschen Tag ab. erklärte er, der Nordschleswigschen Gemeinde nach In großer Zahl hatten die deutschen Verbände aus den schweren Jahren der Nachkriegszeit durch inten- allen Teilen Nordschleswigs ihre Vertreter nach sive Arbeit der Pastoren und durch die Hilfeleistung Sonderburg, dem diesjährigen Tagungsort, ent- der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche gelungen, sandt. Aus Deutschland waren zahlreiche Ehrengäste die Krise zu überwinden. Aus dem Bericht des und Freunde des nordschleswigschen Deutschtums Sozialen Franendienstes ist hervorzuheben, daß erschienen. An der Spitze der Ehrengäste sah man die Volksgruppe im Berichtsjahr nicht nur Verwandten- am Nachmittage den deutschen Potschafter in Kopen- kinder aus . Nord- hagen, Dr. Nöldeke, und den Ministerpräsidenten schleswig heraufgeholt und umgekehrt nordsehles- Schleswig-Holsteins, F. W. Lübke. Darüber hinaus wigsche Kinder in Kinderheimen in Deutschland unter- waren die deutschen Grenzverbände vertreten und gebracht hat, sondern daß es wieder möglich wurde, weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in die alte Tradition der Aufnahme von Ruhrkindern in Schleswig-Holstein erschienen. Die lange Reihe der Nordschleswig aufleben zu lassen. Aus dem Bericht Kurzreferate über die Arbeit der deutschen Verbände des Vorsitzenden der Kameradschaftshilfe Nord- gab den Gästen einen Querschnitt durch das Leben der schleswig, Dr. Paul Koopmann, gmg hervor, daß Volksgruppe und erbrachte den Beweis dafür, daß das von den 1600 nordschleswigschen FVrontfreiwilligen nordschleswigsche Deutschtum in seinem Aufbau nach über 700 Leben oder Gesundheit eingebüßt hätten. 1945 weiter vorangekommen ist. Seit dem Bestehen der Kameradschaftshilfe sei eim Der Vorsitzende des Bundes dentscher Nordschles- Betrag von rund 35 000,— Kr. aufgebracht worden. wiger, Hofbesitzer Hans Schmidt, Oxbüll, betonte Das endgültige Ziel der Kameradschaftshilfe sei die jedoch, daß es noch notwendiger sei, Zu Wissen, WOran gewissenhafte Versorgung der Kriegsopfer und ihrer es fehle, damit Mittel und Wege gefunden werden Hinterbliebenen. U z: : könnten, um die deutsche Gemeinschaft im Grenzland Zum erstenmal war in diesem Jahre mit dem Deut- zu. stärken schen Tag eine Kunstausstellung verbunden, auf Der erste Kurzbericht wurde von dem E nordschleswigsche Künstler mit ihren Werken an der Nordschleswigsecehen Gemeinde, Hofbesitzer die Öffentlichkeit traten.
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