Full text: Lübeckische Blätter. 1951; 1952 (87/88)

am Dom in seinem Kern anch weiter etatsmäßig zu den Mittel vom anderen ,zu Unrecht verbraucht“ bedenken, damit es nicht ganz aus dem Rtat ver- worden sind! schwand. Datür wurde dem St.- Annen-Museum die Wer Htatsberatungen kennt, weil auch um die entsprechende Anzahl von Kräften gestrichen. Schwierigkeiten, die darin bestehen, daß ein einmal Mer daraufhin behauptet, das eine Museum habe gestrichener Pasten wieder im IHtat Auknahme finden Mittel des anderen ,Jzu Unrecht verbraucht‘, der soll. So hatte man im Interesse des Museums am Dom beweist damit nur seine völlige Unkenntnis der Sach- die obengenannte Malinahme getrokken. Aber alle Iage und der Etatsverhältnisse. Bieht man die Sache Beteiligten waren sieh über die Zusammenhänge klar, ohne Vorurteil, so dürkte man nicht verschweigen, und es ist ganz entschieden zurückzuweisen, es seien ilals z. B. der detn Völkerkundemuseum voll zugeteilte hier bewulit falsche Htatszahlen genannt oder gar Handwerker nicht vom Etat des Dom-Museums, Mlttel für andere Zwecke als im Iat vorgesehen sondern vom St.- Annen-Museum bezahlt wird! Sollen verwendet worden. wir nun sagen, daß auch hier die dem einen zustehen- H. G. Stolterkoht Dr. e. h. Ludwig Benick + Seminarlehrer und Konservator des Naturhistorisehen Museums geb. 15. 11. 1874 in Grieben i. M., gest. 29. 3. 1951 in Lübeck In seinem 77. Lebensjahre ist der Neugestalter und ertolgreichsten Lehrerbildner. Die klare und an- jangjährige Konservator des Naturhistorischen Muse- schauliche Art, die gründliche wissenschaftliche ums am Dom durch den Tod aus unserer Mitte ab- Vorbereitung jeder Stunde und die hervorragende berufen worden. Obgleich Benick, wie die meisten Plliehttreue haben neben seiner unbedingten Forde- IBinwohner unserer Stadt, kein geborener Lübecker rung nach steter Mitarbeit ihm bei allen, die unter war, hat er doch seine grole Arbeitskraft ganz in ihren ihm das Lübecker Seminar besuchten, hohe Achtung Dienst gestellt und wurde einer ihrer treuesten Söhne. und ein ehrendes Andenken gesichert. Im nahen Mecklenburg in dem kleinen Ort Grieben Schon während der Ausbildungszeit war Benick mit als Sohn eines Bahnwärters geboren, brachten dem damaligen Leiter der Naturhistorischen Samm- es die Inge des Lebensraumes und des Elternhauses lungen, Dr. Lenz, in Berührung gellommen und mit sich, daß der heranwachsende Knabe in der Ver- war seit 1900 dessen freiwilliger Mitarbeiter. Ihm tiekung in die vielen kleinen Dinge der Umgebung verdankte er vieles und hat stets mit großer Dank- sein Lebensbild formte und wenig erfuhr von dem barkeit und Ehrfurcht seiner gedacht. Doch wählte Wirbel der weiten Welt, der Tag für Tag mit den Benick bald eigene Wege und wandte sich der Er- vorbeisausenden Zügen seine stille Heimat berührte. torschung der heimischen Käferwelt zu, während er 1 Das bewahrte aber dem reifen Manne bis in sein Alter nebenbei schon einzelne naturkundliche Aufsätze zu hinein die Erkenntnis von dem Wert der kleinen Dinge veröffentlichen begann. Immer mehr in das Gebiet [, für den Aufbau des Großen, von der Bedeutung der der gesamten Biologie eindringend, wurde ihm die ( eigener Anschauung und Vorsehung entspringenden große Genugtuung, daß er am I. Juli 1920 als e Erkenntnis und die Achtung vor der unverbildeten Seminariker zum Konservator des Naturbistorischen Meinung des einfachen Mannes. Museums am Dom beruken ward, allerdings e Nach dem Besuch der Dorfschule trat Benick, noch unter Meiterkührung seiner Arbeit als u der den Lehrerberuf erwählt hatte, Ostern 1890 Seminarlehrer. in die Lübecker Präparanden-Anstalt ein und ging Was Benick vorfand, war nach seinen eigenen An- 18 von dieser Neujahr 1892 im den 22. Kursus des gaben in der Aufstellung veraltet, dürftig katalogisiert ie damals noch von der Gesellschaft zur Beförderung und in den riesigen Magazinbestünden ungeordnet. |Z gemeinnütziger Tätigkeit getragenen Lehrerseminars Dazu traten Geldmangel und Raumnot. Vs war also §. über. An ihm legte er Januar 1895 seine erste Lehrer- eine schwere und ungeheure Aufgabe, die zu lösen war, prüfung ab, worauf eine Anstellung als Hilkslehrer und um so höher ist die Leistung zu werten, die  im Dienste der Hansestadt, die ihm zur zweiten hier vollbracht wurde und die das Lübecker Natur- gœ Heimat werden sollte, folgte. Auch die zweite Prü- historische Museum in wenigen Jahren in die fung und die feste Anstellung entsprachen dem Reihe der führenden deutschen Museen empor- n normalen Verlauf, dann aber brachten Benicks trug. Als die Bombennaeht 1942 dies Merk f. Leistungen ihm 1903 eine Berufung an die Übungs- zerschlug, da waren die Sehausammlungen in ihrer T. schule sos gerade verstaatlichten Lehrerseminars, von wissenschaftlichen Zuverlässiglceit, ihrer lebenswahren y§ wo aus er 1905/06 zum Studium nach Leipzig ber und anschaulichen Gruppierung uncl ihrer künst- § urlaubt wurde, um sich für die Mittelschullehrer- lerischen Ausgestaltung eine allgemein anerkannte und ): prüfung vorzubereiten. Da auch diese mit sehr gutem bewunderte Spitzenleistung. Daneben aber waren die r- Prgebnis abschloß, wurde Beniek schon Ostern 1907 gesamten ungeheuren Magazinbestände an Tieren und r- als Seminarlehrer an das eben sechsklassig aus- Pflanzen geordnet, katalogisiert und bestimmt und i- gestaltete Lehrerseminar berufen. Weil der Leiter, so zum Rüstzeug weiterer wissenschaftlicher Forschung d Direktor Dr. A. Möbuß, auch Biologe war, so fand gemacht worden. Fast mehr aber noch bedeutete es, N Benick hier ein dankbares Betätigungsfeld, baute den daß es Benick gelang, mit den anerkannten Autoritäten ts naturkundlichen Unterrieht ganz modern und lebens- der biologischen Spezialgebiete sowie M ; nah auf und war in den fast 20 Jahren seiner Tätig- Museen und Gesellschaften in Verbindung zu treten ‘: keit his zur Auflösung der Anstalt 1926 einer der und zugleich sich einen Stab freiwilliger Mitarbeiter, m [ 123
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