Full text: Lübeckische Blätter. 1951; 1952 (87/88)

Vorm erhält. Ur wird wieder sinnvoll eingebaut in eines weiteren Baumes, einen optischen Abschluß einen Straßenzug, der durch die Verengung nach und festen Halt zu geben,; Osten, die stark abfallende Holstenstraße und den Kt. den Kohlmarktriegel in zeitgemäßer dreigeschossiger Durchblick auf den Markt einen ganz besonderen Bauweise durchzuführen; eigenartigen Reiz erhält. (Skizzen 6, 8 und 14.) 5. die Schwenkung des Ostriegels verstärkt die un- Nur eine solche eindeutige Scheidung der ver- schöne Wirkung der keillörmigen Aukweitung der schiedenen Zwecken dienenden Räume, die trotz der Breiten Straße; durch Vorziehen des Heldtschen Trennung in lebendiger Beziehung zueinander stehen Hauses um ein geringes Maß nach Osten, das auf werden, ist die einzige Möglichkeit, Klarheit in die der anderen Seite dem Markt zugute kommen städtebaulichen Beziehungen der Stadtmitte Lübecks würde, also durch eine Unterbrechung der Bau- im lübeckisehen Sinne zu bringen. flucht ließe sich diese Wirkung mildern. Mein Vorschlag für die Gestaltung des Lübecker Durch die Sehliebung des Lübecker Marktes in Marktes geht nach gründlicher Überlegung aller qieser Weise wird auch trotz der Erfordernisse des städtebaulichen Erkordernisse dahin, neuzeitlichen Verkehrs der Maßstab im Lübecker 1. die Baulücke zwischen Rathaus und der östlichen Stadtbild wiederhergestellt, der ihm die charakte- Häuserzeile entweder durch eine schmale Brücke ristische Note gibt. Dieses Bestreben schlechthin als zu schließen oder in anderer geeigneter Weise an ,Un-Sinn“ zu bezeichnen, zeugt von einer recht den Kriegsstubenflügel anzubinden; akademischen und theoretischen Betrachtungsweise. !um an Stelle der unbefriedigenden Schlucht und Hs erscheint mir auch recht kühn, zu sagen, dal der Überschneidung der beiden Giebel an der Recke Versuch, den Kohlmarkt mit dem Markt zu einem Kohlmarkt/Breite Straße, wie sie der Durch- Raum zu verbinden, „„den ganzen Reiz einer schöpke- führungsplan vorsieht, eine klare Ecke entstehen rischen Neuplanung“ für sich hat; ist es doch letzten zu lassen, den Kohlmarktriegel um eine Jochbreite Endes nur eine Verbräümung einer durch einen un- zu kürzen (Skizze 6, 8 und 10). seligen Krieg geschlagenen Wunde. den Durchblick von der Holstenstraße aus durch Ich möchte hcfken, dal dieser Aufsatz zur endgül- Hinsehränkung des Kohlmarktriegels um ein wei- tigen Heilung dieser Wunde beitragen möge, und daß teres Arkadenjoch zu erweitern und dieser, bei ver- für die Gestaltung im einzelnen, auf die ich in diesem kleinertem Markt, für den Blick von der Holsten- Rahmen nicht eingehen konnte, eine gesunde Synthese stral)e her offen zu haltenden Ecke in der oben gefunden wird zwischen Altem und Neuem. ; genannten Weise, vielleicht auch durch Anpflanzung Heinz Grau, Reg.-Baumeister a. D. Der Ablschluß der Südseite des Marktes Die Aufrisse und der Plan zu dem Aufsatz von Herrn so gut wie der Markt auf einen Abschluß. Der Kaak Willrich in Nummer 7 der ,Liübeckischen Blätter“ unterbricht mit seiner Rückseite malerisch die Buden- legen den Gedanken nahe, den Kaak zum Träger des reihe. Sein Aufbau bleibt von der Holstenstraße und Abschlusses der Südseite des Marktes zu machen. Die oberen Wahmstralie her sichtbar. Von der Südseite Lücken zu beiden Seiten des Kaaks wären durch zwei des Kohlmarkts her sieht man über einer niedrigen einstöckige Gebäude auszufüllen. Das östliche ist Kulisse Marienkirche und Rathaus ragen und fühlt durch das Erdgeschoß des im Plan eingezeichneten sich auf den Marktplatz gezogen; ebenso weisen vom Gebäudes angegeben. Für das westliche wäre das Markt her gesehen die hohen Häuser am Kohlmarkt entsprechende Erdgeschoß an den Kaak heran bis auf in die lebhafte Verkehrsstraße, zu der vier Ausgänge einen Durchgang zu verlängern. Die beiden schmalen hinführen. . U . Gebiude würden ,Budenreihen“ darstellen mit der Um dle vielen vorliegenden Pläne zu beurteilen, Front nach dem Kohlmarkt. Budenreihen gehörten wird es nötig sein, sich ihre voraussichtliche Wirkung früher einmal zum Bilde unseres Marktes, freilich an Ort und Stelle möglichst nach jeder Riehtung hin mit der Schauseite nach seinem Innern; aber die zu vergegenwärtigen. Für den obigen läßt sich auch Marktseite der Budenreihen ließe sich wohl in an- einiges an der Budenreihe inder Königstraße gegenüber sprechender Weise beleben. derlixpeditionder,,LübeckerNachrichten“nachprüfen. Der Markt wird so wieder zu einem geschlossenen Auszunutzen wäre die Budenreihe durch Aus- Versammlungsraum, zu dem, was sein Wesen dar- stellungsfenster, z. B. am Westende, durch Verkaufs- stellt. Er Vied wenig kleiner erscheinen als früher mit stände, eine Erfrischungshalle am Grubeschen Durch- der damals zwar weiter entfernten, aber viel höheren gang ~ 1m Sommer mit einigen Tischen auf dem und etwas düsteren, Schatten werkenden Häuserwand. Markt in dem hier entstandenen Winkel (8. oben). Die über die Budenreihe aufragenden Häuser auf der Auch Wartehallen für die Straßenbahn und öffent- Südseite des Kohlmarkts würden näher gerückt er- liche Vernsprechstellen wären am Platze. j scheinen und, nur mit den oberen Stockwerken sicht- Der Kaal, bisher für die Gestaltung des Süd- bar, ruhiger wirken. Die schräge Stellung des Kaalcs abschlusses eine Verlegenheit und dadureh in seinem verdeckt den Bliek durch die schmal zu haltenden Bestand gekährdet, ist nun einmal ein originelles und beiden Durchgänge an seinen hinteren Reken. Der dazu wirtschaftlich wertvolles Banwerl:. Möge man tthssche Purehgang mülzte wieder hergestellt ":: " tücht tre then, sus . in t Vue en; rä j clei ü au an cas ie mabgeben ; art Ureh sin Hr Fal. G an- No pio. [g bleiben die wirtschaftlichen Be- derseits zu verdecken denken einer solchen Lösung. ! Bei dieser kann man Der Kohlmarkt Sie wieder zu einer den Verkehrs- gegen andere gehalten immerhin hokken, daß sich die strom leitenden Straße. worauf er sein Recht hat, Anlage selbst bezahlt machen würde. W. Weber 111
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