Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

L ÜBECKISCHE BLATTER ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT LÜBECK, DEN 24. DEZEMBER 1930 SE CH S UN O K CH T ZI GS TER I AHR GKN G ) NUMMER ei Mieder läuten die Weihnachtsglocken ihr uraltes Sternenhimmel nichts anderes gebracht hätte als eben Lied: Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohl- dies befreite Aufatmen der Menschenseele immer gefallen! Frieden auf Erden ? Klingt da nicht rings- wieder seit fast zwei Jahrtausenden, ist das nicht um höhnisches Gelächter? Tönen nicht Worte wie allein schon ein ungeheurer Sieg des Christentums ? Korea, Indonesien, Eiserner Vorhang und viele andere Und denken wir auch noch einen Augenblick an all derartige noch mitten in das Glockengesumm ? Ge- die unzähligen Werke der Liebe, Werke, getan an wiß, sie klingen durch, auch wenn wir sie nicht hören Kindern, an Müttern, Vätern, an nahen und fernen wollen. Aber im Herzen, ganz tief im Herzen findet Freunden, ja an Millionen von ungekannten Armen das Glockengetön seinen Widerklang, und das Lachen und Verlassenen, Werke, die getan wurden, weil ein- und Jubeln der Kinder spiegelt sich im gelösten, fach die Glocken klangen, die Ohristglocken, die uns frohen Antlitz von Mutter und Vater, von Kranken alle an unsere Ohristenpflicht erinnerten, und nicht und Elenden, und wenn es auch nur für kurze Augen- vergeblich erinnerten. Mag kommen was will, solange blieke wäre. Und so rand um die ganze Christenwelt, noch WM eihnachtsglocken solche Ströme der Liebe hier und in fernen Ländern und Erdteilen. entfesseln, solange brauchen wir nicht zu verzagen Mollen wir nicht dankbar sein für diese kurzen an all der Torheit, all dem Wanken der sich in Fieber- Augenblicke? Ist es nicht wie ein Aufatmen der krämpfen schüttelnden Welt. Banzen gequälten Menschheit in all dem Grauen, der Möge ihr Schall, ihr barmherziges Tönen alle unsere Not und dem Kriegsgeschrei von Millionen von ihnen? Herzen erfüllen, so erfüllen, daß kein Raum mehr Ja, wenn uns die heilige Botschaft aus dem dunklen bleibt für häßliche Worte. Kusche Heilige Nacht Weihenacht, spende den Trost der Verkündung LPenke den Strom deiner Wärme und hülle Milde den müden, verwundeten Herzen, Sanz sie drin ein, die armen Erfrorenen, Leih ihnen Kräfte zur Überwindung Gib ihnen auch deine heilige Stille, Al ihrer Trübsal, Zweifel und Schmerzen! Daß sie geborgen sind, alle Verlorenenl| Schenk ihnen Freude am strahlenden Lichte, Das du, das Dunkel durchstoßend, aussendest! Siehe, sie hungern nach Liebe, drum richte Ihnen das Mahl, noch ehe du endestl] W a l d em ar Lü d e r s
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