Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

Grieg-Intervallen und wie die Ieicht schwebende des Inter denn sis singt und spielt es mit so viel Charme und mit solch udiums mit seinem schönen figurierten Orgelpunkt. – Con- bezwingender Liebenswürdigkeit, daß sie jeden — auch den ad Becks ,„„Sonatine für Flöte und Geige“ erfreute durch dis ob des Werkes grollenden - in ihren Bann zieht. Ihr im Spiel melodischen Linien in den beiden Instrumenten, wie sie sich nd stimmlich ebenbürtig Alfred Rupp-Weygel als Schubert. in schöner Geschlossenheit aus motivischen Knospen zu valle Auch dessen Freundesschar: Franz Schober (Tino Oarrocci), Blüte entfalten, reizvoll belebt in dem gelockerten Spiel der Moritz von Schwind (Eugen Siemsen), Kuppelwieser (August heiden Künstler. – Gekrönt wurde dieser nicht nur instruktire Wilhelm Ernst) und der Sänger Vogl (Otto Mundschenk), sondern auch seelisch bereichernde Abend durch ein „Trio im Leben dem Freunde Schubert so tren gesonnen, waren es für Flöte, Grige und Klavier“ von Wolfgang Jakobi, dem an im fröhlich-sentimentalen Bühnenspiel nicht minder. Aus der der Münchener Hochschule für Musik wirkenden Lehrer ders Reihe der Wiener Bürger, ihrer Frauen und Töchter ragten als Komposition. In diesem Werk rereint sich hohe kontrapunks ein waschechter Weaner Heinrich Froechhauser und als tische Kunst mit der verhalten dunklen Harmonik moderner belustigende Typen Edy Thomalla und Wally Schreiber hervor, Musik. Den Künstlern wurdererdientherzlicher Beifall zuteil) ie alle ergänzten das rührend liebliche Spiel Käthe Möller. Bach-Konzert des Johanneums 1 p! Epp; ez.) zritso rs qvchmac Wer beizeiten in die Welt des großen Thomaskantors ein- Y : geführt und in seinem Werke heimisch wird, hat für die Pflege Drittes Sy mphoniekonzert seiner Hausmusik einen soliden Grund erhalten, auf dem er Paul Strüvers „Orchesterkonzert in Es“ lebt und web getrost weiterbauen kann. Wer von der musizierenden Schar. im Geiste unserer Zeit. Die zersprengte Tonalität äußert sich nicht solistisch wirken konnte, wie die Klavier- und Cembalo. im melodischen Wogen chromatischer Linien und in den spieler und die beiden Sologeiger des Doppelriolinkonzertes kapriziösen Sprüngen verminderter und übermäßiger Quarten d-moll, der reihte sich in die frisch musizierende Gemeinschaft Quinten und Oktaven. Seinen rhythmischen Ablauf bestimm; gegenwärtiger und ehemaliger Johanniter ein. Bernhard kein häufiger Wechsel der Taktart. Nicht die persönliche Nate Dapell, der Musiklehrer der Schule, hat einen rein intonieren. oder ein festgefügter Personalstil formte das Werk, sondern die den und wohlklingenden Sckulchor herangebildet, der sich de überpersönliche ~ oder sollte man sie unpersönlich nennen ? - nicht leichten Aufgabe, geistliche und weltliche Kantaten von Die Satztechnik ist immens gekonnt, vieles an dem Werk Bach zu singen, durchaus gewachsen zeigte. Eine besondere besticht, z. B. die an Eugenspiegeleien gemahnende Motivik Anerkennung gebührt den beiden Solisten der Bauernkantate, des Scherzos, das einem großen Gemälde einer Walpurgis- Anna Elisabeth Kugler und Jürgen Keller. ~ Der Abend nacht mit ihren Hexentänzen und Känzchengeschrse erfreute die Musikfreunde vor allem anch dadurch, daß die hnelt. Als unentbehrliches Requisit der modernen Tonsprache Schulen nicht nur den Chorgesang pflegen, sondern darüber" bsrscheint der Orgelpunkt in Sequenzrückungen. Das Lento hinaus Sorge für die Pflege der Instrumentalmusik tragen, ist von kontrapunktkundiger Hand geschrieben, wie das seh ohne die ein gesundes Musikleben im deutschen Volke nieht; schöne Ostinato-Thema und seine kunstvolle Weiterführung möglich eigt, während die Tripelfuge zwar formdurchdacht ist, abe Bach-Kantaten in der Jakobikirche Pz grleh:t a1rytst. Laut Ztenres liebt * auch duziq 1 at Am Sonntag nach dem Reformationsfest führte Hermann, klang die kammermusikalische Besetzung einzufügen: Klari Fey mit dem gemischten Chor der Singschule, Mitgliedern des" mnettengänge in Terzen, Klavierthematik mit durchsichtig Städtischen und des Kirchenorchesters und mit den Solisten rarter Begleitung, wodureh sich wirkungsvolle Momente ertrud Fey (Sopran), Günter Pods (Bariton), Heinz btrgeben. G. E. Lessing und das Orchester haben mit ds Smolka (Solotrompete), Otto Kober. Adolf Malik und Bewältigung dieses rhythmisch so verzwickten und spiel- Karin Lindikoff (Continuo) die Soprankantate ,„„Jauchzet echnisch wegen des Labyrinths der Chromatik so schwierigen ott in allen Landen“ und die Reformationskantate „Gott,, MWerkes eine immense Aufgabe bewältigt. Dadurch vor allem Jer Herr, ist Sonn’ und Schild” auf. Erstere glänzt in der konnte das Werk einen berechtigten Achtungserfolg erringen, Pracht ihrer Koloraturen, an denen sich Solostimme und. der dem Komponisten und den Ausführenden gleichermaßen Solotrompete schier nicht genug tun können. Gertrud Fer vom Publikum entgegengebracht wurde. zeichnete mit ihrem hellen und geschmeidigen Sopran die Der Solist des Abends, Prof. Winfried Wolf, spielte das ornamentenreiche Melodik nach, im Schlußchoral sang sie Es-dur-Klavierkonzert von Beethoven, jene „Symphonie mit eindrucksvoll das concertant geführte Halleluja in schönem. Klavier“, in der das Orchester und der Solist gleichberechtigt Wechsel mit der Trompete, die Heinz Smolka mit große das sinfonisch-dramatische Wechselspiel tragen, ein Sinnbild Virtuosität blies. sich gegenseitig durchdringender Gemeinschafts-. und Per In der Reformationskantate spiegelt sich in Wort und Musik sönlichkeitswerte. In Winfried Wolfs Kunst lebt ein von innen der Geist des Gottrvertrauens wider, mit dem Luther dereintt. nach außen elementar durchbrechender Gestaltungswille, doe: sein Werk begann und zu Ende führte. Wie ein feierliche das heroizehe Hauptthema des ersten Satzes und das frendig Schwur und heimlicher Triumphgesang beginnt es im Orcher hufjubelnde des Rondos glanzvoll formt. Im Iyrischen Seiten ster, umjubelt dann den Chor, der in unerschütterlicher Ruhe thema und mehr noch in dem verhaltenen Adagio dagegen weiß, „„Gott, der Herr, ist Sonn’ und Schild“. In dem Duett, wirkt sein Spiel so nach innen gekehrt, so persönlich und welt deren Singstimmen Gott um Beistand anflehen, begleitet daes entrückt, als sei der musikalische Gedanke im Augenhlick Orchester mit echt bachischer Bildhaftigkeit, indem es Tumul geboren und aus freischöpferischer Improvisation gestaltet. und Kampt skizziert, der die kleine Schar der Gottesstreiter Das Orchester griff die Schönheiten des Klavierklangs auf umdroht. Die Stimmen von Günter Pods und Gertrud Fey nd G. E. Lessings Meisterhand deutete sie um, ließ es in verschmolzen zu abgeklärter Einheit, der Chor zeigte erneu verschiedenen Variationen aufleuchten, malte in zartesten jenen gerundeten Chorklang als Folge der erzieherizchen Farben die Lyrik des Adagios und mit elastischer Kraft die Arbeit seines Leiters. – Mit einer Bach-Toccata und dem| lIebensvollen Gedanken des Schlußsatzes. ~ Als das Werk vo Adagio in C gab Johannes Brenneke den Kantaten auf de 140 Jahren in Leipzig uraufgeführt wurde, „versetzte es das Orgel den weiherollen Auftakt sehr zahlreiche Auditorium in eine Begeisterung, die sich kaum Das Dreimäderlhanus, Singspiel nach Schuberts ho t den ez §hon Agbrrungen ger Ftkenptlihteit. yu Musik von Heinrich Berté beck, nachdem das Klavierkonzert verklungen war, und das Wenn der kunstbeflissene Leiter eines Theaters vom Range uollte uns dankbar und froh machen. unserer Städtischen Bühnen sich zur Aufführung des ,„Drei- Das Hauptorchesterwerk des Abends war „„Tod und Ver- mäderlhaus“ entschließt, so hat er dies gewiß nicht leichten klärung“ von Richard Strauß. Der Komponist hatte diese Herzens getan. Auch ihm wird die Profanierung der Person Tondichtung als Sechsundzwanzigjähriger unter dem Ein Schuberts und seiner aus „einem göttlichen Funken“ ent. druck einer überstandenen schweren Erkrankung geschrieben zündeten Musik bedenklich gestimmt haben, und esist dankens-. Kaum sines seiner sinfonischen Werke ist klarer in der Gliede wert, daß er die schlimmste Verballhornung, die der Unvroll. rung und echter im Gefühlsgehalt als dieses, dessen geistige: endeten Symphonie, aus der Partitur gestrichen hat. ~ Gedankengang von ihm konzipiert und vertont wude Die Rezie Sigurd Ballers brachte in die etwas schleppende Lessings Interpretation war tief ergreifend, wie er hauchzart Handlung viel Leben und reizvolle Momente, so daß ein nettess die Einleitung mit dem pochenden Todesmotiv gestaltet Kulturbild desromantisch-biedermeierlichen Wiens entstanden hie er in den mystischen Akkorden der Streicher das ent war. Paul Walter hatte, wie immer, stilgetreue Bühnenbilde schwindende Bewußtsein fühlbar werden ließ, und wie er i und Gerda Schulte reizende Kostüme dazu geschaffen. Die Allegro agitato dis Schrecken des Todes aufrief, um danach die musikalische Leitung lag ber Hans Mayer in bewährten Han holden Bilder der Phantasie des Sterbenden zu schildern .I)
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