Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

der krieges die deutsche Handelsflotte und damit auch Stelerleute auf kleiner bzw. großer Fahrt und fer: die Seefahrtschulen. Die Militärregierung genehmigte für Kapitäne auf großer Vahrt. Im Oktober 1950 ule zunächst eine Wiedereröffnung irgendeiner Seefahrt- wird die Ausbildung der Bordfunker wieder auf- 1ng schule überhaupt nicht! Nach dem Tode des Direktors genommen, um den Schülern die Möglichkeit zu nal Krause im Dezember 1945 wurden zu Ostern 1946 geben, das Seefunkrzeugnis zweiter Klasse zu er- Sen die übrigen Lehrer an andere Schulen bzw. in den werben und damit ihre Anstellungsaussichten zu SEN Wartestand versetzt. Nebenamtlich wurde der Ge- verbessern. ten schäftsbetrieb aber weitergeführt und in Lübeck In Schleswig-Holstsin stehen somit den Seeleuten, auf sowie im Lande Schleswig-Holstein häufig Küsten- die nautische oder technische Schiffsotfiziere werden Ah- schifferprüfungen abgehalten. wollen, ziemlich alle vor dem Kriege bestehenden Aus- Jen Erst Anfang 1947 konnten in Bremen mit Geneh- hildungsmöglichkeiten wieder zur Verfügung. In Ilen migung der amerikanischen Militärregierung die ersten welchem Umfange sie ausgenutzt werden. wird wesent- ren Lehrgänge für große Fahrt wieder beginnen, während lich abhängen vom Wiederaufbau unserer Handels- U- die britische Militärregierung Ende 1947 die Er- flotte. Ein gleichmäßiger, normaler Schulbesuch wird .IN- laubnis zur Wiedereröffnung ‘einiger Schulen gab. nur dann wieder einsetzen, wenn jeder Seemann seine Lübeck durfte vorerst nur einen Fischereilehrgang mit 50 Monate Seefahrtzeit ohne Schwierigkeit erwerben den 12 Schülern abhalten. Im Januar 1948 begann dieser kann und wenn die starken Beschränkungen fallen, nul. erste Kursus für Steuerleute in kleiner Hochsee- denen unser Schiffbau noch immer unterworlen ist; ter- fischerei. Aber schon 1949 fielen die meisten Ber denn ein Bedarf an ausgebildeten Nautikern wird erst ma- schränkungen und die Schulen in Hamburg, Bremen, eintreten, wenn wir über Schiffe in genügender Zahl ;ten Leer, Elsfleth und Lübeck wurden für alle Patente und Größe verfügen. Werden die Hoffnungen sich die zugelassen. Sie sind jetzt wieder Einrichtungen der erfüllen, die wir in dieser Riehtung zu hegen berech- ten. Länder. Dank des Verständnisses und der tatkräftigen tigt sind, wird in nicht zu ferner Zeit der Seemanns- nen Unterstützung der zuständigen Stellen der Landes- beruf aussichtsreicher sein als mancher andere. Mögen den regierung in Kiel konnten im Herbst 1949 an der sich dann genügend tüchtige Jungen, Matrosen und ung Lübecker Schule die ersten Lehrgänge für Steuerleute Schiffsoffiziere finden, die sich mit Leib und Seele avi- und Kapitäne auf großer Fahrt beginnen. Seitdem einsetzen und der deutschen Seeschiffahrt ihr altes isel- laufen drei Lehrgänge nebeneinander. je einer für Ansehen wiedererringen Dr. Peter e- d upt- “ Am gemeinlamen Werk faßt ihre Wer davon überzeugt ist, daß die Denkmale der denkmälern zu gewinnen sind, käme es darauf an, her- Vergangenheit, insbesonders die uns überkommenen sich zu entscheiden, vorerst das für unsere Geschichte mulz Werke der eigenen Vorfahren, einen Wert für uns und Kunstgeschichte Wesentlichste zu retten und hiff- und unsere Nachkommen darstellen, und daß darum unter Überwindung aller örtlichen Kircehtumperspek- Er alles wissenschaftliche Bemühen um ihre Geschichte tiven die wenigen Kräfte auf die Hauptorte zu ver- Ilich und Bedeutung auch in unserer Gegenwart sinnvoll einigen. Im norddeutschen Raum aber ist dies Lübeck. cht- sei, kann gegenüber den Fragen der Erhaltung wie der Die Wiederherstellung seines alten Antlitzes sind wir und- geistigen Erarbeitung dieser Werte nicht teilnahmslos ihm und uns selbst schuldig, gerade heute, wo wir den verharren. Das geschichtliche Bewußtsein. das sich Osten verloren haben, für dessen Kolonisation Lübeck kür darin kundgibt, muß ja keinesfalls immer vom so bedeutsam war, und wo die Polen in Breslau und chil- Nachlassen der eigenen Kräfte zeugen und zu deren Danzig die alten Kirchen mit einem ERifer wieder auf- uncl Erschlaffung führen. Es vermag ganz im Gegenteil bauen, der uns zu denken geben sollte. chen dureh das Bewußtsein des „„Woher wir sind“ und durch Aber auch das andere muß für die alten Bauten ISEE- die Beispiele der Geschichte uns aufzurütteln und Lübecks gegenwärtig getan werden. Bomben und 'hul- anzuspornen, vor den Augen der Vergangenheit und Brand haben Mauern und Glieder oftmals so ver- leine damit der Zukunft zu bestehen. wundet, dal das Baugefüge bis in sein Innerstes hinein zeit, Von den Strömen aus der Vergangenheit, die wir sichtbar geworden ist. Damit ergeben sich für die unserem Allgemeinbewulitsein nutzbar machen sollten, kunstgeschichtliche Forschung verbesserte, ja z. T. hule entspringt ein mächtiger im alten Lübeck, seiner ganz neue Möglichkeiten, die oft reichlich verwickelten be- Geschichte und seinen Denkmälern: denn allein Baugeschichten der einzelnen Denkmale vom Bau- [am- St. Marien ist eben mehr als eine Kirche wie andere befund aus zu klären und so für die Gesamtkunst- tens- auch! — Hin großer Teil der alten Bauten Lübecks ist geschichte wiehtige Vorarbeit zu leisten, darüber :hul- vernichtet und damit unwiederbringlich dahin. Andere hinaus aber lassen sich neue Einsichten in die Technik nach Werke, vor allem der Dom, St. Marien, und St. Petri und über diese in das Wesen der Backsteinbaukunst sind mehr oder weniger schwer besrhädigt, doch gewinnen. Diese bis zur Beendigung der Restaurierun- rbeit können sie mit den technischen Mitteln der Gegenwart gen währende Chance darf um des Wertes der Dinge zur gerettet werden und sind z. T. schon gerettet worden. willen nicht verpaßt werden, noch dazu, wo die bis- ein Sicher, auch andere Altstädte. darunter solche von herige Bearbeitung der Lübecker Baukunst lange nieht | An- ähnlichem Rang wie Lübeck, liegen in Trümmern. so ausreichend ist, wie man gerne glauben möchte. chule Da ihr Wiederaufbau als Idee eine Sache der Ge- Hier nun muß und kann die Landesuniversität Kiel sinnung, als Tat aber leider auch eine des Geldes ist. mit ihrem kunsthistorischen Institut einspringen. Was ruch angesiehts der ungeheuren Wohnungsnot freilich nur in Rostock und Greifswald begonnen wurde. die wissen- Melt- wenige Mittel für die Wiederherstellung von Bau- schaftliche Bearbeitung der Rinzelwerke der Back- IZ
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.