Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

Fragen klären soll (ohne daß dafür ein Elternsprech.- Es muß aber in diesem Zusammenhang auf die Be. zimmer zur Verfügung steht). deutung des sozialen Wohnungshaues hingewiesen Da bei der Umfrage auch sämtliche Geschwister. werden. Die Hälfte aller Jungen stammt aus Familien soweit sie die Luther-Schule besuchen, erfaßt wurden, mit drei und mehr Kindern. Bedeuten für sie die ließ sich die Zahl der Familien berechnen (1133, davon Zweizimmerwohnungen der neuen Blöcke eine Lösung ein Drittel Flüchtlinge) und zur Gesamtzahl in Be- der Raumfrage ? Sollen die Neubanten mehr sein als ziehung setzen. Dabei ergab sich, daß 27 % aller Mietskasernen, müssen sie auf das Ziel ausgerichtet Familien ohne männlichen Erzieher auskommen sein, der sozialen Not Rechnung zu tragen und für müssen (61 ?, Einheimische, 39 % Flüchtlinge). In neue positive Bindungen zu sorgen, damit neue echte den Familien mit Vätern sind Mitte März 25 %, Lebensgemeinschaften entstehen: Wo ist hier der arbeitslos (in den einzelnen Klassen schwankt der Kindergarten und -hort, welcher der berufstätigen Prozentsatz zwischen 44 % und 14 %). Jede achte Mutter ihr Sorgenkind (nicht nur das Kleinkind!) Mutter geht zur Arbeit, jede sechste Mutter abnimmt ? Wo ist die Lesestube der Volksbücherei ist auf Rente angewiesen. Genau ein Viertel die der Lesewut und dem Ruhebedürfnis gleicher. aller Familien bleibt dann als Lebensgemeinschati maßen entgegenkommt, die Jugend vor den Gefahren übrig, die aus eigener Kraft lebt und ihre Kinder err Von Schmntz, Schund und abendlicher Straße he- zieht, wobei über die Bedeutung der Wohnungesfrage Wahrt ? Wo ist der Spiel- und Tummelplatz, der an noch nichts gesagt ist. Stelle der Hausflure, Treppen und StraBßenecken ge- Rechnen wir zu den schwierigen Fällen der vater- sunder Jugend zum Austoben Gelegenheit gibt ? Mo losen Jungen die nicht minder problematischen ein- ist der stille Winkel, M dem Jugendgruppen ihre rigen Kinder (22 %) hinzn, so ergibt sich für die Praxis Fleimabende gestalten können ? Wo bleibt ein Vor. des pädagogischen Alltags, daß die Hälfte aller Schüler tragsraum für alle Möglichkeiten der Erwachsenen: (in einzelnen Klassen weit mehr!) der besonderen Auf- bildung, da die neuen Wohnblocks so Weit vom Stadt. sieht und Führung bedarf. weil sie „von Haus aus“ zentrum entfernt liegen, daß Weg, Zeit und Fahrt. nicht die Einstellung zur Einordnung in die Klassen- kosten dem Besuch kultureller Veranstaltungen ent. gemeinschaft mitbringen, welche die Schule für ihre Ségenstehen ? Erziehungsarbeit erwarten muß. In beiden Fällen be- Von lebensnahem Unterricht kann solange nicht die darf es enger Fühlung mit den Erziehungsberechtigten, Rede sein, wie die mit Zahlen belegten und seit um den Gefahren der Verwilderung hier, der Ver- Jahren wachsenden Nöte nicht anerkannt und in zärtelung dort mit geeigneten Maßnahmen zu he: rzuztorrheir ?!? Behöräen und Elternrerbänden § Schulgebiet gehören die Barackenlager am Einzats und RU tr zu fps: Finkenberg und der Bunker am Töpferweg. Aus Jugendnot abzuhelfen und der Schule eine auf den diesen beiden Massenunterkünften besuchen 64 ganzen Menschen ausgerichtete Erziehung zu er Kinder die Schule. Sie befinden sich gewiß unter den möglichen. wäre auf einer ganzen Reihe von Gebieten 382 Jungen, denen kein eigenes Bett zur Verfügung möglich. die hier nur angedeutet werden können;: steht (das sind 34 % der Familien, 28 % der Gesamt. P orbereitung von Wanderungen, Durchführung von zahl) — Schulfahrten, von Freizeiten und Zeltlagern, Finan- Ervälinänawä Tt ist femer, daß:46 % der Fangsn zierung der Heimaunfenthalte geschlossener Klassen di Lorcirdara Titcraccan ti q. 14 o &. Ü zzz] (die sonst wegen der wirtschaftlichen Lage vieler N A ikuntertieht des Schuls reilgehmucn PP!!! prrröglich sind). als Fernziel die Eirvichtyy; 16-06 Jugendgruppen und 22 % Turn-. und Spart. eines SchulLandheims. Alle hätten die Aufgabe, r ta Z äugchüecee /o dungen zs sÿhaffet. de -ss Fsitgekspä verloren: Die Gefahren und Nöte aufzuzeigen, die sich aus EcLüiäen werden kann. Ulis dieser sozialen Lage ergeben. würde zu weit führen. Dr. Friedrich Zeis Ein Rückblick auf die lozialpädagogische Vortragsreihe GründungeinersozialenArbeitsgemeinschatt, Im überfüllten Saal unseres Gesellschaftshauses err unserer Jugend, besonders aber über die Not der öffnete Prof. Dr. Kusche am 24. Januar die von heimat- und arbeitslosen Jugend. Das Korreferat unserer Gesellschaft und der Gilde Soziale Arbeit ge- hielt Verwaltungsrat zum Kolk als Leiter des Lübecker meinsam veranstaltete cozialpädagogische Vortrags- Jugendamtes. Nach diesem allgemeinen Überblick reihe, die nun am 20. März mit dem 6. Vortrag ab führten die nächsten beiden Vorträge in spezielle geschlossen wurde. Zur Eröffnung waren viele Be. Themen. Oberregierungsrat Dr. Herrmann sprach als hördenleiter, an ihrer Spitze der Oberstadtdirektor Direktor des Strafgefängnisses Wolfenbüttel über und der Sozialsenator, Vertreter der Kirchen und der Probleme : des heutigen Strafvollzugs, wobei Re- Freien Wohlfahrtsverbände erschienen. Prof. Dr. gierungsrat Ellborg als Vorstand der Strafanstalten Sieverts, der Leiter des Seminars für Jugendrecht Lanuerhot die örtlichen Verhältnisse schilderte. Wie- und Jugendhilfe an der Universität Hamburg, hielt derum vierzehn Tage später referierte Professor Dr. den ersten Vortrag über die Jugendhilfe in der Hapke von der Padägogischen Hochschule Lüneburg sozialen Wirklichkeit unserer Zeit. Er gab einen] über psychotherapeutische Erfahrungen in der Er- umfassenden Überblick über die Gesamtsituation zriehnngshilfe und im Strafvollzug. | N2
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