Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

Rätsel gleich, mehr mit dem Verstand gedentet als mit Erlebnis ärmer geworden. Denn der Berliner Pianist Gerhard dem Gefühl erlebt werden wollen. Goethe, der einige sehr Pruchelt ist unter den jüngeren führenden Musikern unserer erhellende Bemerkungen über die Allegorie in ihrem Unter- Zeit ein ganz eigener, fast ist man versucht zu sagen, ein- schied zur Symbolik gemacht hat und in letzterer die eigent- maliger. Er gestaltet die Musik ganz vom Seelischen her, liche Natur der Poesie erkannte, hat sich ihrer doch oft und dabei dem Technischen das gebend, was des Technischen ist. f Hz tms: tit tit tt „tts ht t s;; " Hie Aufkührun r g bewies es, die unter Verzicht auf jedes Requisit +- bons stet: ss Gt erte es. ue! nur auf das Wort und auf die beseelte Bewegung gestellt war. pretationen auf dem Cembalo verwöhnt sind, nicht restlos Die Darsteller spielten mit der ganzen Hingabe und Spiel- befriedigen. freudigkeit junger Menschen, und einige, besonders die beiden Anders die Beethoven-Variationen op. 34, in denen sich Hauptdarsteller, der Harlekin und Lilüli, gaben sehr beacht. . im Gegensatz zur UO V a testaicar. und der liche und verheißungsvolle Talentproben, sie machten ihrem ER a der vorhergehenden Sonaten – g un jener syielitite: Yobert Udvis: der jtéiébe; vis borgsan!. kähren- virtuose Spieltrieb durchsetzt, der sich auch in der Freunde free Spürsinn y!el ez. Diehtung schon 80 manches Ver- t! tqus ls shehrelr FV FG un zue ur schollene oder unbeachtet gebliebene Werk dramatiseher mit vollkommener Sehlichheit vor, wie nur subtilste Ein- Dichtkunst in schöner, mutiger Einsatzbereitschaft zum kühlung und höchste Kunst sie Ermös licht. Sie löste im Hörer Leben erweckt hat, sei besonders gedankt. die s findung aus, daß die Schö gu dieser Werke sie nur Paul Brockhaus so und Vicht °§ qu: erdacht per Oscar Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung In seinen Schriften forderte Debussy: „Zurück zu den In den Programmblättern äußert sich unser Intendant über alten Meistern“. Er selbst erfüllt sie, indem er seinem drei- die nicht geldlichen Ursachen der ,. Theaterkrise“. Sie mögen teiligen Klavierwerk „„Pour le piano‘ die alten Formen, auch als eine Rechtfertigung dafür hingenommen werden, daß Prelude, Sarabande, Tokkata allerdings im modernen Klang- Oscar Wildes „„Eine Frau ohne Bedeutung“ in den Spielplan bild gibt. In ihnen versucht er, der französischen Musik die aufgenommen wurde. Grazie und Leichtigkeit eines Ramean wiederzugeben. Jene Dieses Stück hinterläßt doch einen zwiespältigen Eindruek. Örazio und Leichtigkeit zeigte Gerhard Puchelt in dem un- Zwar: Die Tugend siegt, und Mephisto ~ Ilingworth geht wahrscheinlich zarten und gelösten Legato, in einem kast links ab mit Verlust eines Handschuhs. Aber diese Wendung FEntmaterialisierten Klavierton. Die Interpretation von kommt doch eigentlich überraschend, obwohl schwer zu sagen Schuberts G-dur-Sonate kührte in ihrer verinnerlichten und wäre, wie sie vermieden werden könnte. Sie kommt über- abgeklärten Weise in die tiefsten seelischen Bereiche der raschend; denn auch wer sonst nichts vom Dichter weiß, das deutschen Romantik, aus ihr fand der Hörer, vom Anblick Stück selbst zeigt es ihm: Im Grunde hält Oscar Wilde es mit der „Blauen Blume“ wie verzaubert, nur sehwer den Weg Ilingworth, im Grunde lächelt er doch ein wenig über den die Wirklichkeit zurück. Knaben Gerald, und vor seiner Mutter, eben der Frau ohne Bedeutung, hat er wohl Achtung, aber im Grunde genommen Rainer-Maria-Rilke-Stunde Sc. E S- gohl so wenig wie wir, dio vir aus Auttreten der Jungen pilden die Worte „lin jedes Ding kann dor iebo Gott zein. stuhl micht. unbedingt billicn Können. olno deshalb als Ver. Psp. tcr neiues Prlcrmtnis. Aber aua îîtr toluort cr auoh. daß teidiger der englischen „„Gesellschaft“ auftreten zu wollen. : : ; ; f: Ein happy end auch für Lord Illingworth wäre vielleicht pes menschliche Erleben und Erleiden in Gott. geschieht, möglich gewesen, hätte nieht der Lord selbst sich der kleinen dal er die Ganzheit ist, zu der der Mensch zurückkinden muß. Puritanerin gegenüber durch eine plumpe Vertraulichkeit Die ersten Klavierklänge sind als eine Vision gedacht, wie blamiert, die eigentlich zu diesem weltgewandten Frauen- die Seele sich aus der rauhen Wirklichkeit des Lebens Zu Gott kenner nicht palbt. Oder sollte dieser Mann innerlich so tief f Zbsr usch yysuust Febrrdehs und die [ezlitt 4 gesunken sein, daß es ihm Bedürfnis ist, auch die reine Frau t fu rt gen., er verlangt avs ihr L Hestor md Patricia. + zu sich hinabzuziehen ? Den Ein-| beraus als der „Selhmsüchtige“. Noch ist auch jetzt die Er- druck haben wir sonst nicht von ihm. Und Patricia ? Diese füllung nicht da, „„Der Zureitler‘: wird zwischen Wirklichkeit Fettige Frau verfällt schließlich m cie Rolls der Fran Md geistigem Verlangen hin- und hergeworten, bis er als „„der Herzeloyde, die ihrem Gerald ~ Parzival fern von der „„Frau Bereite‘“ dem Göttlichen zu folgen sich anschickt, dessen Welt‘ ein reines Leben sichern vill. Ziel er als „„Begnadeter“ erreieht, indem er mit der äußeren Oscar Wilde wollte doch offenbar nicht nur eine amüsante Armut den inneren Reichtum erkauft. Die Stadien dieser Satire auf die englische Gesellschaft schreiben, sein Stück Entwicklung gibt Brigitte Kelbling in ihrer Tanzdichtung sollte doch ernst genommen werden. Das aber fällt uns wieder, in Gebärden, die von der dumpfen Resignation über schwer, da der Dichter selbst nicht den letzten Ernst daran- srbugueht. Zs st Bersitzehatt pit Futter te hren. gesetzt hat, da er selbst nicht wirklich dahintersteht. füt lu rats Es ss:rs > Hs Ng t u. gk er. .. Ansonsten aber ist das Stück in seiner satirischen Haltung ng gestel!t, s s ngen auch wirklich amüsant, wenn auch die geistreich schillernden fammen und sind getrennt nicht zu betrachten. Die Vision, Wendungen dem Kritiker nicht mehr so geistreich vor- bereitet vor: konturen- und schwerlos gleicht sie dem Schweben kommen, vie sie ihm in seinen Primanerjahren vorgekommen eines von Sonnenlicht trunkenen Falters. Rein impressio- sind. und auch die im Programm zu lesenden ,,boshaften nistiseh gibt sie Eigenes und verhält sich zur Tonsprache Pfeile gegen das holde‘ Geschlecht“ sind eigentlich keine Pehyrezs O zva Üis Bztends [Pugjsteizkeit. der 5: harmonische Begleitmusik zum Lebensroman der Patricia yrik zu der gelösteren Verlaines. rut elbling, che das [Arbuthnot: rein tänzerische Element nur zur Steigerung ihrer an aus- Doch machen wir uns nicht zu schwere Gedanken über das drueksvollen Gebärcen s0 reichen Kunst gebraucht, um- Stück ! Gespielt wurde es wirklich recht gut, und die Wirkung ttt den reis jtertehlichen Stu zu 29ssicher tz Spisls fzui] geschickte. Usllsr an Ks] Malters: Füiküan- immer see der Tanz von der Musik geführt, die das innere H z4 vu bs r LV. §r§ U U] tibi geruch. rc gcc su -L. Ua scri g; [ n t ; ralklängen v sti - zueh die srwancte Tnggenieruns 2u danken Mr md ~ uma such das Ürdgebundeno und macht es trei tür ein Beconnt- deren rornehues. im Mienen ws n str "Get ,, Erots zlier Andruckskratt des mikaliscken und tnss: betciteten rischen Elements lag der Sehwerpunkt in der Rezitation, die Also trotz mancher kritischer Bedenken, die Wildes Stück € tieke Einfühlung in den Geist Rilkes verriet. Marcelline hervorruft, es lohnt sich doch, es zu sehen. Czernins Sprache, dunkel, weich, versonnen und modu- j U Bcere Behrens |F [rtcercict. born Lt FG rkt Lerche Vent sts Klavierabend von Prof. Gerhard Puchelt ss ue vor uns erstehen wie etwa eine Figur von Die Musikfreunde, die durch die Unbill des Wetters am Barlach, an dessen Kunstwerke aueh manche der Gebärden Kommen gehindert wurden, sind um ein hohes künstlerisches Brigitte Kelblings erinnerten. ()
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