Full text: Lübeckische Blätter. 1949-50 (85/86)

Itto Erinnerungsbuch „„Es war einmal“ für ihn ein. Kubin dann wird man von dem innerlichen Ausdruck dieser der dagegen vermag durch seine unheimlichen Visionen Klanggebilde gepackt. Etwas Unwägbares, Unsag- lern aus dem Roman ,Die andere Seite“ ebenso zu er- bares spricht aus den farbigen Kontrasten, aus den rern schüttern, wie er durch die innigen Bleistiftzeichnungen abstrakten, an die Natur angelehnten Formen. Paula adt. zu Hariehs Erzählung „Jean Paul in Heidelberg“ zu Modersohn hatte dieses innige Gefühl, das bei Woty eigt, rühren versteht. Merner aber aus ganz anderen Regionen des Inneren erm Es ist nun erstaunlich und erfreulich zugleich, erfüllt wird. Sie gelangt zu Symbolen des Ausdrucks erk- welche Fülle junger Begabungen diesen älteren wie in „Es wächst“. Das Sinnbildliche in „Hommage )Ens Meistern gegenübersteht. Reine Erzähler sind Hans à Henri Rousseau“’, „Vogel und MWellensehlange“ sind der MW. Fischer Miderot; Tausend und eine Nacht), unmittelbar eingänglich und überzeugend. 39 den Kurt Georg Becker (Münchhausen), Karl Stau- Innerhalb des „Konzerts der Moderne“ klingt das , 80 dinger (Cellini), der letzte vielleicht mit der per- Instrument von Woty Werner wie eine Vereinigung an- sönlichsten Handschrift. Es ist bemerkenswert, daß von Cello, Bratsche und Hoboe. Ob unser Behnhaus der es die Urzähler immer wieder zu den alten epischen nicht eines dieser Werke erwerben könnte ? sen Themen zieht. Das menschliche Geschehnis, die „comé A. B. Enns zam die humaine“’, ist es, was ihre Phantasie entzündet und beflügelt. Von den neueren Schriftstellern sind om es Stevenson, Conrad, Faulkner, also die Angelsachsen, Konsul Julius Harms + ngt bhsr such die Russen, 50 Puschkin. Zu den „Ur- Am T. Oktober 1949 verschied, fern von Lübeck, in ich zühlern': gesellen sich jene zahlreichen Zeichner, .jnem Sanatorium in Berchtesgaden, wenige Tage vor r T- welehe der einzelnen Situation ihre Aufmerksamkeit seinem 76. Geburtstag, Konsul Julius Harms. ina zuwenden und sie nachklingen lassen oder ihr eine MW tn tuelt der Tod nicht ganz überraschend kam, de. eigene Deutung geben. Zu diesen gehören Max H. Jenn die Kunde, daß er sich dort einer schweren Zu Mahlmann, Milhelm M. Busch, Hans Peters, Operation hatte unterziehen müssen, hatte alle seine Pon. Robert Pudlieh, Rudolf Schlichter, Scheurich, Freunde mit Besorgnis erfüllt, so war die Nachricht igt Usuns Nagel, ohne daß die Reihe der Namen damit Jon seinem Ableben doch für alle. die ihn liebten und NZ erschöpft ist. Unsere heimischen Illustratoren be- karitsn. CRM erz ÜCh. er- finden sich hier in guter Gesellschaft. Auch Pet er Ait Jaliüs Harms at sin alter Lübecker, ein ,„Patri- Len. Thienhans sei hier nicht vergessen. ; zier unserer Stadt‘, ein erfolgreicher Kaufmann und zen Eine Gruppe für sich bilden Willi Baumeister, jag alles dieses noch übertrifft, ein edler Mensch im im Renée Sintenis, Karl Rössing und Joseph wahrsten Sinne des Wortes dahingegangen. m Hegenbart. Der dekorative Charakter des Holz- ßehon trüh im Alter von.: 26 Fahren wurde er bo: schnittes und der farbigen Finselzeiehnung fällt in xryfen, nach dem Ableben seines Vaters die seit 1774 fer die Augen. Wer frühe Arbeiten von Rössing in Er- heztehende alte Firma Lorenz Harms &. Köhne. pu innerung hat, wird seine Holzschnitte zur Apokalypse ÿhernehmen. Julius Harms trat damit ein schweres oder zum Vlenspeegel in ihrer technischen Vollendung Erbe an. Die wirtschaftliche Lage im Weinhandel war besonders schätzen. Man könnte mit einem gewissen Jamals keine günstige, und mit schweren Belastungen Recht auch die Arbeiten von Alfred Mahlau dieser ühernahm er die Leitung; galt es doch, das große Ver- Gruppe zurechnen. Er wird uns in der Ausstellung trauen, das ihm von Banken und Wirtschaftskreisen besonders nahegebracht dureh den Werdegang seiner entgegengebracht wurde, zu rechtfertigen und zu I Mustration. . ‘: stärken. Diese Aufgabe hat Julius Harms auf das Z So bietet diese Ausstellung eine Fülle der Anregung glänzendste gelöst. s. und unterhaltsamen Betrachtung. Und der Besucher Vielleieht ist es darauf zurückzuführen, daß er in .§ wird noch weitere Namen entdecken, die hier nieht giesen anstrengenden Arbeitsjahren nicht die Gelegen- . mehr Platz gefunden haben. heit fand, sich zu verheiraten; sicher ist, daß er sich lis G [ § shes ztshliehleh eher rie gemiänut ße Dis Bildyeberin Moty M erner, deren Schaffen gstadt und Gemeinde. Ktimmera konnte. jen. uns im Lesesaal der Städtischen Bücherhalle gezeigt Erst später, als er sich selbst sagen durfte: „„Ich habe s wird, gehört ihrer ganzen künstlerischen Veranlagung gs geschafft“, hat er sich auch der wirtschaftlichen, § und Prägung nach der modernen Kunst an. Sie ist politischen und besonders kulturellen Dinge unserer B. rheinischer Abkunft, in Berlin 1903 geboren. Nach stadt annehmen können. Aber auch hier ließ ihn seine n. ihrer Ausbildung in München empfängt sie starke angeborene Bescheidenheit stets zurücktreten. Er bzi Eindrücke auf Reisen in Frankreich, Spanien, Eng- hahm keine der ihm so oft angebotenen Posten als is land und Amerika. Sie lebt fünf Jahre als Maler Vorsitzender an, aber um so eifriger und nachhaltiger ne in Paris und gelangt dort in den Bannkreis der grheitetfe und wirkte er im Hintergrund. er Moderne. Das Weben erlernt sie erst 1937. Der in Er war nicht nur ein treuer Besnéher. sondern auch der Ausstellung erhältliche illustrierte Katalog zeigt gin kreigebiger Förderer des Vereins Jer Muziickreunisa on die äußere und innere Entwicklung der Künstlerin auf. der. Ovorbéck-Gessllschaft- der früheren Pentschenl s Aber man tut gut, lieber die eindringliche Musik Vollßspartei, des St.Geortrucl-Vsrains Ö ach, es ist d, ihrer Farben auf sich wirken zu lassen. Diese ge- nicht aufzuzählen, was dieser Mann in seinem Leben ns webten Bilder sind einmalig, nicht nur durch die an- für Gutes getan hat, nicht zuletzt seiner weiteren gewandten Mittel, schwarze Kette und farbigen Schuß, Vamilie, und nicht zu vergessen den alten Stiftsdamen 1; sondern dadurch, daß sie über alle Erfahrung hinaus aus Füchtingshof, die alle an ihm hingen und ihn ver- ch diese Mittel für den Ausdruck von Innerem und ehrten. ne Innerlichem einsetzt. Man muß musikalisch sein, oder Und als so die alte Firma, dank der unermüdlichen 1d man muß ein Organ für die Musik der Farben besitzen, Arbeit ihres Chefs mehr und mehr aufblühte, da hat m 109
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