Full text: Lübeckische Blätter. 1942-44 (84/85)

75 und ihre Chronistik“ (1900). Auch seine Bergener For Bewahrer dichterischen Werkes, als tätiger Freund des schungen führte er bis in die jüngste Zeit weiter, blieb Theaters immer wieder gerungen und für die er auch ständig in enger Fühlung mit einem Personen- gewirkt hat, die aber auch seine eigene Arbeit, nicht kreis in Norwegen, der er sJich zur Aufgabe gemacht zum wenigsten die dichterische, immer wieder be- hat, die Ueberlieferungen des hansischen Bergenkontors fruchtet hat. weiterzupflegen. Noch 1939 erschien in den Ver. Seo wird wie vor fünf Jahren auch am 7. Oktober öffentlichungen des „Hanseatischen Museums“ zu Ber- dieses Jahres dankbares Gedenken vieler Freunde ts Bürdchen yon Bruns, c bié Fetretäre des und Verehrer bei Professor Otto Anthes in Wiesbaden EEE E E E lung uur per Nateratt ebeserhercm vat ptä gig sch.jittcit: 26% .. §cheeus ausgabe der Lübecker Chroniken fortzusetzen. Er war . der geeignete Mann; von ihm gewissenhaft bearbeitet, : durch Anmerkungen erschlossen und mit Register ver- Dr. Rudolf Keibel 70 Jahre [eher, szcienen in. hen Iatte! Weg 11 her rt ue! !. gulirollendete Rudolf Feiva das 79: Lebens- VIP ESE M ht t Altertumskunde lieferte Dr. Bruns in dessen Ver- Seiner auch in diesen Blättern zu gedenken ist selbst- § öffentlichungen noch weitere: Beiträge zur Frage der verständliche Dankespflicht gegenüber einem an der ! Chroniken und ihrer Verfasser, wie der Lübecker Rats- Front des öffentlichen Lebens unserer Stadt mannig- !! mitglieder, Syndiker und Stadtschreiber. Seine Nei- fach bewährten Manne, der überdies zu den „Senioren“ ; gung zum Verfassungsleben, dem eine , Verfassungs- der „Gemeinnügigen“ zählt. ). scrsch.. ves zubecischen greitzates (1394) hr EA l Hus zlbcl.! If 1020 61 4.412: keit als Schriftführer (Syndikus) der Bürgerschast. berufen war, ist er ~ wie so viele „Zugewanderte“" — ! Wohl das nachhaltigste Verdienst erwarb sich Dr. Bruns alsbald dem besonderen Zauber unserer Stadt ver- [n um die Darstellung der Bau- und Kunstdenkmäler fallen und hat sich in Lübeck rasch Heimatrecht er- te Lübecks. Indem er zu sämtlichen bisher erschienenen kämpft. Der einer altangesehenen Berliner Familie s Bändendie geschichtlichen Quellen bearbeitete, gab er Entstammende (es gibt in Berlin seit langem eine § nicht nur dem als vorbildlich beurteilen Werk un- „Keibelstraße") war ursprünglich Historiker und hat p é bedingte Standfestigkeit, sondern machte auch selbst erst unter dem Einfluß Gustav Schmollers über die pr noch Entdeckungen zur Beurteilung einzelner Kunst- Wirtschaftsgeschichte den Weg zur Virtschaftswissen- m werke und Künstlerpersönlichkeiten (Henning von der schaft und Wirlschaftspraxis gefunden. Bevor er nach so Heide, Bernt Notke, Johann Kemmer). Verschiedene Lübeck kam, war er bei rheinisch-westfälischen Handels- ch Aufsäte legen Zeugnis davon ab, wie die Arbeit an kammern, zuleßt als Syndikus der Bochumer Kammer, ne den Bau- und Kunstdenkmälern den Historiker Friedrich tätig. Der Historiker in ihm war aber immer noch 1d Bruns mit der Kunstgeschichte verbunden hat. lebendig: er verstand die Sprache der ragenden Türme ! Bruns gehört in die erste Linie derer, denen je die und Giebel unserer Stadt, und die Traditionsverbun- fn Geschichte der Vaterstadt und ihres Kreises Lebens- denheit der Lübecker Kaufmannschaft weckte seine ge aufgabe bedeutete. Als Treuschaffender steht er auf Empfänglichkeit, ja seine Liebe für hansische Art. seinem Platz, als echter Sohn der niederdeutschen Was Rud. Keibels beruqiüiche Arbeit auszeichnete und Schifferbevölkerung und als ein Mann freudiger ihr zum Erfolg verhalf, war — neben der ihm eigenen Lebensbejahung, der unsere guten Wünsche zum 80.Ge- präzisen Hervorhebung des Wesentlichen und einer vor- er burtstag verdient. Dr. Georg Fink bildlich einfachen und klaren Wortfassung — ihre stark te: persönliche Note: abhold aller Bürokratenart stellte ich _ Rud. Keibel auch in seiner amtlichen Tätigkeit stets das ag Zum 75. Geburtstag von Professor Otto Anthes. Menschliche in den Vordergrund. Jhm half die seltene nd Vor fünf Jahren hat der Schriftleiter dieser Blätter Gabe, Jedem mit natürlicher Offenheit und verstehen- 18, des 70. Geburtstages von Professor Otto Anthes dem Mitempfinden entgegenzukommen. Sein leb- er gedacht. Schon damals war Otto Anthes wieder in hafter Geist, seine reiche Erfahrung und die Weite en seine rheinische Heimat zurückgekehrt. Aber wie vor seiner Interessen machten es ihm leicht, alles Neue [b: fünf Jahren so sehen auch heute noch alle, die mit rasch zu erfassen und zu überblicken. i Lübeck sich innerlich verbunden fühlen, in Otto Anthes Es war daher kein Wunder, daß man auch außerhalb en ein Stück Lübeck und wissen, daß auch für Otto Anthes der Handelskammer Rud. Keibel bald zu wich- fen selbst die langen Jahre tätigen Lebens und Wirkens in tigen Aufgaben berief: als Geschäftsführer der Deutsch- es den Mauern der alten Hansestadt mehr als eine Episode Finnischen Vereinigung, als Aufsichtsratsvorsißenden ité gewesen sind, daß sie ihn wie so manch andern zum der Genossenschaft für Wohnungsbau Lübeck e. G. m- Lübecker gemacht haben. ni. b. H., in die Bürgerschaft (zeitweise als deren en Es gibt Menschen, die ihr Leben in Erfüllung ihrer stellv. Wortführer), in den Ausschuß der Lübeckt-Büche- beruflichen Aufgaben hinbringen, ohne daß es für sie ner, als Direktor der „Gemeinnütigen“ und als Vor- hrt von entscheidender Bedeutung wäre, wo gerade sie ihr sißenden des Ausschusses für die 700-Jahrfeier. Alle en Leben dahinrinnen lassen. Nicht jo ein Mann wie diese mannigfaltigen Obliegenheiten hat er mit frischer ms Otto Anthes. Die Besonderheit Lübecks ist es gewesen, Unbefangenheit unter Einsatz seines vielseitigen Kön- rer um die er als Lehrer, als Dichter, als Künstler und nens gemeistert.
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