Full text: Lübeckische Blätter. 1942-44 (84/85)

: schule auch in diesem Belange + die Erkämpfung all tor. Da er jich, ganz seiner Hochschule verschworen, t dieser Stellungen bezeichnet ebensoviele Meisterstücke von inneren Auseinandersezungen naeh Möglichkeit x politischer und wirtschaftlicher Fähigkeit. So konnte fernzuhalten suchte, bezog er eine Mittlerstellung zwi- gez! im Zusammenwirten reichs- und baltendeutscher Do- schen den Volkstümern. Damit erhielt der Typ der bew zenten eine Hochschule entstehen, die in der Tat die peolitischen Hochschule, zu der sich das Herder-Inttitut : er Ausbildung des deutschen akademischen Nachwuchses entwickelt hatte, seine Abrundung. fte hach deutschen Gesichtspunkten und in Ueberem " Die Rücksiedlung der Baltendeutschen ins Reich be- Vit stimmung mit den reichsdeutschen Lehrplänen und endete die Arbeit der Herderhochschule. So blieb es § q Studienanforderungen gut und sicher zu leiten fähig Klumberg nicht ertsärt. Ce Work’ Felbft aufzutöset. tic war. Die kleine Hochschule wurde in den schweren Um 23. Dezember 1939 mußte er die Stätte jeines bs Jahren des Auslandsdeutschtums zu einer Volks- Wirkens verlassen. Als Ordentlicher Professor fand er ihr gruppenhochschule ausgeformt, an der nicht nur die beim Aufbau der Ostinstitute der Königsberger Uni- Seit baltendeutschen Studierenden der Schwesterländer, versität eine neue Wirkungsmöglichkeit. Aber er war sondern auch Sudetendeutsche, Siebenbürger, Bana jj seinem Lebensnerv getroffen; mit Bestürzung be- ter, Schwaben, Österreicher, Polendeutsche u. a., jjertten seine Freunde, wie, während die alte Leben- denen von ihren Regierungen das Studium im Reich digkeit unverfälscht schien, der Körper ihm immer öfter verwehrt wurde, ihre deutsche Studienausbildung er- und langanhaltender don Dienst verweigerte. Der halten konnten. Sechsundfünfzigjährige erlag nur scheinbar der Krank Klumbergs leitende Hand bedeutete alles. Daß ihr heit: seine Kraft hatte sich bei der Auflösung seiner in der Heimat und im Reich, durch die zahlreichen Herderhochschule verzehrt. Gäste und die Gruppe der ständigen Mitarbeiter (unter Mit stiller Dankbarkeit treten wir an das Grab, das denen sich Baltendeutsche und Reichsdeutsche nach dem er fern der geliebten Heimat gefunden hat. Welch ein Verhältnis 3 : 1 zusammenfanden), viele guten Helfer Hild hat uns sein Leben geschenkt: ein Mann, von érstanden, war eine glückliche Fügung. Aber keiner seinem Daimonion zur äußersten, fruchtbaren Leistung D dieser Helfer konnte das Ganze tun.. Klumberg als sJestachelt! Und mit guter zuverssicht grüßen wir den alten rector perpetuus war gleichsam eine Naturgegebenheit. alten reclor perpetuus rigensis. Die kleine Herder- Lebe Nur die strikte und, wo es Not tat, unerbittliche An- hochschule hat einst den gültigen Beweis einer frucht Distl wendung des Führerprinzips konnte die schwierige baren, allen Teilen dienenden deutschen Kulturpolitik nach Lage meistern. im Oftland erbracht, diese Tat wird beispielhaft fort tini! Die Entwicklung der Herderhochschule machte ihren wirken uns und Deutschen Klumbergs Namen immer im Rektor in steigendem Maße zu einem politischen Fat verehrungswürdig erhalten. BRrof. Hr. Lut Mactensen Hh t Unbe deutfs junge Museumsdirektor i. R. Prof. Dr. Karl Schaefer t hpter e r schaft Im 73. Lebensjahre ist am 16. Dezember 1942 der trägen als in geistreichen Plaudereien dem Lübecker ht erste hauptamtliche Direktor des Lübectischen Museums kunstfreundlichen Publikum unermüdlich aus dem gti! für Kunst und Kulturgeschichte, Prof. Dr. Karl Schaefer, reichen Schatz seines Wissens mit und schrieb auch man h f in München gestorben. Der Name Karl Schaefer ber (hes anregende Wort in den ,„Lübecktischen Blättern". s 3 deutet für das Dezennium von 1910 bis 1920, in dem Schaefer gelang es weiter, manche Künstler, u. a. den sich u der Gelehrte in Lübect wirkte, den Mittel- und Schwer- Vorsitenden der Vereinigung nordwestdeutscher Künst " An punkt aller Bestrebungen auf dem Gebiete der Hege ler, Prof. W. Otto ~ er starb auch ver kurzem fern Distle und Pflege der lübectischen bildenden Künste, alter wie von Lübect — hierher zu ziehen. Seine langjährige dann neuer. Mit ausgewähltem Geschmact schuf er in den Tätigkeit als Hilfsarbeiter und später Konservator am Komsjz Räumen des bis dahin sehr profanen Zwecten dienen- (Gewerbemuseum in Bremen, von wo aus er nach Lübect im J den St.Annen Klosters unser neues einzigartiges Stadt berufen wurde, hatte ihn mit den meisten nordwest Orga; Museum, dessen Schätze vorher magazinmäßig in dem deutschen Künstlern in enge Verbindung gebracht. Als bekan verbauten Dom -Museum aufgesstapelt waren. 1915 Karl Schaefer 1920 einem Rufe nach Köln folgte, wo Leipz konnte es, mitten im ersten Weltkriege, eröffnet wer ihm die Leitlüig.des Kunstgewerbemuseums und der späten den. Sein Ruhm drang bald über Deutjschland Grenzen älteren Abteilungen des Wallraf Richarz-Museums besten hinaus und ein Gutteil davcen konnte Karl Schaefer übertragen wurde, war das Bedauern über seinen an] auf seine Rechnung buchen. Hier war bei der Einrich- Fortgang allgemein. Den Dant für seine hingebungs “b:: tung wirklich ein Mann von feinem künstlerischen Ge. volle Arbeit am Aufbau des St. Annen-Museums, wie Lübec schmact tätig gewesen, ein Lob, das in Deutschland das Museum nun turz benannt wurde, hat Lübect, im wärts wie anderswo nicht jedem Museumsdirektor gesungen besonderen die Gesellschaft zur Beförderung gemein alten, werden kann. Schaefer scheute sich dabei nicht, aus nütiger Tätigkeit als damalige Herrin und Eignerin kme .,. ässthetischen Gründen manchmal sogar der Kunssthistorie der Lübecter Museen, dem Prof. Pr. Karl Schaefer cher . etwas Gewalt an zu tun. Aber das Auge hatte seine in dem Bronzerelies zum Ausdruck gebracht, das, von der de Freude an diesem Museum. Für die Pflege der moo Fritz Behns Meisterhand geschaffen, die charakteristi- z!en dernen Kunst gründete er die Overbeck Gefsellschaft, schen Züge des Museumsschöpfers trägt und den Ein vayrse nachdem das Kunsstaussstellungswessen vorher in Lübect gang des St.-Annen-Museums sschmüctt. ~ Die mag, ! ziemlich versandet war. Er selbst teilte als gewandter Kölner Mujseumstätigkeit hat dem vorwärts strebenden p rc Redner weniger in tief schürfenden, gelehrten Vor- Manne nicht die Erwartunaen erfüllt. die er an tie N
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