Full text: Lübeckische Blätter. 1942-44 (84/85)

& Tätigkeit, sein vaterländischer Cifer doch, daß er dem sundern aus Willen zum Leiden gewinnen die Ge Menschengeist vertraute, wo er sich um innerweltliche stalten des Dichters ihre tragische Bedeutsamtkeit. Der Aufgaben müht, wie denn auch sein dichterisches Schaf ( edanke der metaphysischen Einsamtkeit weist unmittel- en auf der unausgesprochenen Voraussetßung beruhte, bar auf Luther. Das Wisssen von der zerstörerischen daß der Mensch im Geist die Fähigkeit besite, sich selber Macht, die dem Bewußtsein innewohnen kann, ,seit/ aufzuhelfen. Warum sonst sagte er, was erlitt? Diesess dem wir vom Baum der Erkenntnis gegessen haben“ t Leiden war ein Leiden an der Welt, in der er sich vor Marionettentheater), die irrationale als die wahre, § fand. So ist denn die Antlage, die seine Dichtungen] schictsals-überlegene Bindung an Gott, die Hinfällig- p! gegen jene erhebt, historisch bedingt, und historisch, das keit unseres zeitlich-irdischen Daseins — dies alles mag eißt aus den Gegensäten und Spannungen seiner. uns veranlassen, das Wort „Glaube“ an die Stelle des . Zeit, müssen wir Jie zu verstehen suchen. i kleistischen Ausdrucks „Gefühl“ zu seßen. Unter seinen § Die objektive Welt in ihren Ausformungen nach N vellen köittten wir als reinstes zeugnis dessen die i cIiNINIS . E G E U 1 : und überliefertem Glauben wird zusammengehalten ; ' Em cUrajen y.. »1:! bet ' § dukch die Macht des Bewußtseins. Diesen historisch sagte, daß ihm yon: qllen Ftiten pi per §ehr echlichez d gegründeten Ordnungen spricht Kleist offenbar Ur Gu eu de c: . ' prünglichkeit und Erstrangigkeit nicht zu. Ihr Quell Dennoch sind wesentliche Unterschiede vorhanden. lu grund ist die subjektive Geborgenheit des Menschen“ Wenn auch die einsame Seele vor Gott christlich als ! n der ewigen Wahrheit. Die kann sich die Person nur hurch keinen Menschen vertretbar gedacht wird, so h elber geben. Als geläutertes Gefühl senkt sie sich dem hjteibt doch ein Allgemein Gültiges und Bindendes y ch ein, nicht mitteilbar und Cinsamkeit bedingend. | hon Gut und Böse, das sich mit der kleistischen In- de Die adäquate Form dieses metaphyjischen Freiheits hividuierung des metaphysischen Seinsbe- pl anspruchs gegen die Forderungen der objektiven Welt? zugs nicht verträgt. Die vorsätliche Preisgabe des er des kantischen „Du kannst, denn du sollst !", des Mäßi üebens als Weg zu einem Gott, der nur „meiner“ und N gung gebietenden tlassischen Denkens, des rationalen her keines anderen ist, ist solcher Glaubenshaltung ge zwangs aufktlärischerer Moral und der Strenge kirch Frevel. Und bliebe als letztes Argument: Kleist ichil V sicher Lehren — ist die dramatische. Da die objettive dere in seinen Novellengestalten Dämonen, die er A Welt unnachgiebig gegen das Subjekt ist, jo gerät es selher zu bannen trachtete. Sein eigener Freitod je M n das Joch ihrer „Gesege“. Hier entspringt die Ent doch straft diese Auslegung Lügen. Heiter und affekt âtt jeder Oder-Situation, die die dramatischtra shys setzt er seinem Leben das Ende, da ihm „zu leiden gische Dichtform am reinsten auszusprechen vermag." hun nichts mehr übrig geblieben“, wie er seiner al Das irdisch zeitliche Leben im Konflikt mit der Welt Schwester schrieb, der einzigen Seele, die den Einsamen lä etten wollen, bedeutet Verzichten auf die Seins his an seinen Tod nicht verließ. Der protestantische et rhöhung, die nur in der Bereitschaft zur Selbst ÿ{njatz in der Gedankenwelt des Dichters läßt sich nac !t pferung als überrationale, innere Erleuchtung dem üllem Gesagten nicht ableugnen. Jhre endgültige Ge C n der Welt Scheiternden jich einsentt. Konkreter als iat jedoch geht auh n der ritto ! in diesen Worten ist die allgemein menschliche Be schauung nicht auf : deutung dieses kleistischen Gedankens nicht zu um ö z reißen, denn sie meint nur titien er; chen in Auch in der weltfrommen Geistesbewegung seine! S diesem Konflikt, ist einmalig und unwidervringlich. Zeit, der Goethischen, war Kleist nicht beheimatet. er o kann die objektive Welt i 1mer nur der Rahmen Weoethe selber wußte aus seiner Wertherzeit un dit w sein, in dem das. Entscheidende, das Werden der sub- Dämonen, die Kleist rief. In seiner eigenen Brut be ektiven Wahrheit sich vollzieht. Wir mäßten Kleist“ hatte er sie in mühseligem Ringen überwältigt. St ge den Vorwurf der Gestaltlosigkeit, der. Ftiht ins Un I hvenig wir Kleists schmerzvoll einjame Welt als det dc verbindlich Relative machen, wem t t wüßten, Ausfluß gesstaltlosen, verbildeten Wesens bezeichnet I vie tief er in seinem Wirken und Schaffen gerade der können, so wenig können wir Goethes Haltung als dat e objektiven Welt verpflichtet var. Wenn wir hier" Ergebnis einer glücklicher gearteten Natur erklären. Si W zwischen innerweltlichem und transzendent em Seins hvar sittliches Verdienst. Aus innerem Zwange mußtl bezug nicht klar unterscheiden, Jo geraten wir aufer Kleist ablehnen und meiden. Hier stand Welt un t chwankenden Boden. Dann zwänc en wir den origis erbitterlich gegen Welt. m tiglen Geist mißdeutend in irgendeinen „Jsmus', das Uns Nachlebenden ist es aufgegeben das Unvet Y M tur gd c dle. gängliche beider Welten zu suchen. Wenn wir mit de > In dem Aufsay über das Marionettentheater läßt Ehrfurcht, die Goethe selber eine so ernste Forder m al der Dichter seinen geistvollen Gesprächspartner sagen:} war, das Werk Kleists betrachten, so muß uns de el „Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter inabdingbare, bittere Ernst, mit dem hier ein Lebe V uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und in fruchtbarer Einsamkeit vor Gott bis zur tragische g1 ehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder Reife sich selber durchprobte, das richtende Wort vo ei offen ist." Wenn wir dem seine bewundernden Aeuße Munde nehmen. Die Grenzen menschlichen Sein li rungen über Christus in dem „Aufsat,, den sicheren haben nach Kleist nur Kierkegaard nd Nieusche m IVeg des Glücks zu finden“, zur Seite stellen, so mag dieser Strenge abgetastet. Ihre prophetische Sendun q! ich uns die Frage aufdrängen, ob Kleists Denken nicht bezahlten sie nicht anders wie Kleist mit Einsam- un § etwa in einer freieren christlichen Anschau vur- Unverstandensein. Um do größer unjere Pflicht, ve § zele. Für diese. Annahme sprechen mancherle inde. stehend das Getrennte zu einen.] gtiichard io ! Nicht aus heroischer Auflehnung, wie Schi s z. Zt. im Fel I
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