Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

geschichtlicher Tatbestand das Zusammenleben und die! ihm muß es seines Daseins Kreise vollenden; es wird inheit der europäischen Völkerfamilie gefördert oder mur dann stark sein und bleiben, wenn es dieses Ge- gehemmt, ebenso wird die deutsche Wirtschaftswissen- setz möglichst vollkommen befolgt. Alle Einzelbereiche schaft bei der Ausdeutung und Bewertung wirtschaft-" [des völkischen Lebens, seine Staats-, Rechts-, Kultur icher Gegebenheiten (deren Erforschung ja nach wiel soder Wirtschasstsoronung empfangen von hier be- vor ihre Hauptaufgabe bleiben wird) ihre Maßstäbe gründende Gesetze und weisende Richtungen. Es gibt ur aus der natürlichen Gessetlichkeit der Lebensraum- also keine „Eigengesetlichkeit‘ der Wirtschaft mehr, iirtschaft der europäischen Völkerfamilie gewinnen] bie Angst vor Wertungen und die Unfähigkeit zu können. schöpferischer Deutung dürfen sich nicht länger hinte Umrisse dieser Gessetlichkeit sind bereits mehrfach bindungsloser Objektivität verbergen und ssich das in grundsätlichen Aufsätzen angedeutet worden. Allein fadenscheinige Mäntelchen angeblicher ,„Wisssenschaft- schon aus der biologischen Betrachtungsweise, die lichkeit‘ umhängen. Die ,Wertfreiheit“ hat nie be uropa als den natürlichen Lebensraum der euro- standen, ihre Behauptung war ein wissenschaftliche äischen Völkerfamilie und diese wiederum als einel Irrtum, wenn nicht gar eine Zwetcklüge. ./i ich deutlich von anderen Völkerfamilien unterscheid Zuförderst bedarf die Wirtschaftswissenschaft, aus bare biologische Einheit betrachtet, ergeben sich frucht“ sihrer neuen Bindung heraus, einer auf das Ideal der bare und neue Perspektiven. Nimmt man das von bebensganzheit ausgerichteten Methode. Die isolie- Werner Daitz erstmalig ausgesprochene GrunFgesetßz, rende Methode der ratio, der „kleinen Vernunft“, die daß jede Lebensordnung an erster Stelle aus eigene in der Aufstellung eines „Gesetzes“ ihr leßtes Ziel sah Raum und eigener Kraft zu leben habe und seine wund dabei dem Leben Gewalt antat, muß einer neue veitere Erkenntnis hinzu, daß dieses Autarkie-GeseßN Ganzheitsbetrachtung weichen. An die Stelle der Ab- von jeder Lebensordnung in dem ihr eingeborenen, straktion muß die Zusammenschau treten, neben der nveränderlichen Lebensstil vollzogen werden muß, pezialisierung in Einzelfächer eine straffe Synthes o sind hiermit bereits Richtpunkte für die kommende einhergehen. Was wisßsenschaftliches Denkvermögen virtschaftswissenschaftliche Arbeit nach Inhalt und) und ssummierender Verstand nicht zur Einheit zu Methode aufgestellt. ammenzwingen können, muß die Intuition, das innere Daß sich infolgedessen die künftige europäische" Wissen um die Dinge aus der „großen Vernunft“, als Großraumwirtsschaft nicht als ein uniformierender Im- lebendige Ganzheit erfassen und darstellen, und inso- perialismus, sondern als eine organisch aufgegliederte" Fern ist fruchtbare Wissenschaft mehr als ,geistige völkisch differenzierte Einheit höherer Ordnung dar“ Leistung; sie ist, da schöpferisch, ein künstlerischer tellen wird, trat nunmehr auch als erstes Ergebnis Vorgang. Möüglicherweise kann die Herausbildung vor vissenschaftlicher Beschäftigung mit den Fragen des“ ,JIdealtypen“ im Sinne Max Webers sich für die Zu Großraumes auf der Weimarer Tagung auf das] kunft als fruchtbar erweisen. + Wir sind uns klar, daß deutlichste zutage. Wenn klar wurde, daß die Gestal wir hiermit den Einwand der „Unwissenschaftlichkeit ung der europäischen Großraumwirtsschaft in erster (gegen uns wachrufen, jedoch wir meinen, daß die Linie eine Angelegenheit der Politik ist und nicht von Wissenschaftler Kämpfer sein sollen, die das Wagnis irgendwelchen wirtschaftlichen oder technischen Syste hauf sich nehmen, aus der Spannung zwischen Intellet en vom Reißbrett aus entworfen werden kann, so ist [und Leben die neue Sicht lebensgesetlicher Zusammen diese positive Erkenntnis zunächst allerdings auch das hänge in Volks- und Großraumwirtschaft verbindlich einzige, wirklich eindeutig feststehende Ergebnis der" ßu vermitteln. Wenn die Forderung nach möglichst Weimarer Tagung. Die ssehr aufsschlußreiche Aus- weitgehender nationaler Arbeitsteilung aufgestellt, zu prache bewies, daß die Wirtschaftswisssenschaft ihren! gleich aber erwartet wird, daß die einzelnen Spezial politischen Auftrag und ihre neue lebensgesetzliche Fun- tätigkeiten in Wirtschaftszweigen und Berufsgruppe | dierung begriffen hat und gesonnen ist, entsprechend nicht in ein zusammenhangloses Nebeneinander aus ans Werk zu gehen (das beweist auch das energischel" kinanderfallen, da die natürlichen Bindungskräfte de Angehen des Problems der Betriebsgrößenordnung, ebensraumwirtschaft sich künftig frei werden aus- obei auf die Fragen der Progression der Verwaltungs" wirken können, dann leuchtet es ein, daß die Dar osten der Großkonzerne bzw. -betriebe und die ihnen stellungsmethoden dieses lebensgesetlichen Mitein innewohnenden Tendenzen zur Bürokratisierung bes handers mannigfaltiger Kräfte notwendigerweise enters onders hingewiesen wurde). Daß zunächst aber auch sein müssen, als die eines isolierenden und damit fä ur ein Anfang gemacht wurde und daß sowohl in schenden Rationalismus. Diese Methoden werden dann der Frage der Struktur der Großraumwirtschaft wie” auch die Wirtschaftswissenschaft befähigen, enbtit uch einzelner Spezialprobleme die Meinungen no jenen Stil wissenschaftlicher Aussage auszubilden, het tark miteinander ringen. auch den „Einfachen im Geist“ den Zugang in Ni Cs scheint uns jedoch möglich, die künftige wissen! PBezirke der Wissenschaft ermöglicht. Nicht zulett ist schaftliche Arbeit mit folgenden Thesen umreißen zul es die Frage der vereinfachenden und zusammenfassen önnen: den Stoffgruppierung und die ganz klare Herausarbet Jedes Volk als lebendige biologische Einheit emp“ tung der wenigen Grundkräfte, die unser Wirtfchats" ängt bei seinem Eintritt in die Geschichte ein bestimm-" leben gestalten, an der sich die Meisterschaft künftig ! es Lebensgesetz; nach ihm ist es angetreten, und nach Wirtschaftswissenschaft zu erweisen haben wird. 552
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