Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

alter der Volksheere als kleines Land in den Hinter-] gestaltet werden soll, damit für beide der höchstmögliche h;yt tergelthGen Bln geeuzt Jr est grote EB dsds natürliche und geschichtliche 1800 haben die Niederlande nur eine passive Rolle Verhältnis beider Völker einer Prüfung unterzog, pielen können. Ihr Land wurde als „Batavische" so gehört zur Beantwortung dieser Frage eine Wür- Republik“, später als französische Provinz und als digung der kulturellen Leistungen des tzederlänoithe! abhängiges „Königreich“ die Beute der Französische olkes als Gradmesser der inneren Verwandtschaf Revolution und Napoleons I. Auch ihre antifranzösi4 weider Völker. Ebenso bietet die Bereitschaft, mit de chen Festlandsverbündeten, Preußen und Ötterreich, in anderes Volk diese Leistungen anerkennt, Leistun fonnten weder ihnen noch sich selbst helfen, und ihrs" gen, in denen das rassische Wesen seinen tiefsten Aus- „Verbündeter“ England benutzte die Gelegenheit, de druck findet, einen untrüglichen Maßstab für das gleich Niederlanden die wertvollsten Kolonien in Guayana, gerichtete Empfinden beider Völker. Hier ist eine vo Vorderindien, Ceylon und Kapland zu stehlen. Der“ hiemandem bestrittene Tatsache, daß die boden Wiener Kongreß 1815 scheint dann Holland einen ständigen Kulturleistungen der Niederlande ausge- neuen Aufstieg zu bringen: ein Oranier wird König sprochene Schöpfungen der deutschen Seele sind un der „Vereinigten Niederlande". Aber schon 1830 won dem ganzen deutschen Volke als solche empfunde zettelt Frankreich einen Aufstand an gegen dass pund geliebt werden. holländische Regime und zwang Holland, sich wieder So wird in der Malerei das große Werk der Brüde auf den Norden zu beschränken. Diese Trennung der Hubert und Jan van Eyck als einer der höchsten Gipje tiederlande war ein politischer Triumph Englands, der deutschen Malerei verehrt. Der niederländisch ein kultureller Erfolg Frankreichs; in Belgien wars Maler Hans Memling ist in Mömlingen bei Mainz fortan Frankreich maßgebend, alles Niederländische geboren. Werke der stolzen Reihe der Meister über purde unterdrückt. Lukas van Leyden, Pieter Brueghel bis zu den ganz Bedauerlich war es, daß 1866 bei der Auflösung des Großen Franz Hals und Rembrandt van Rhijn sind in Deutschen Bundes, dem Holland durch die Verbin- ast jedem deutschen Museum vertreten und werden t u Ursus enutiur. w tur st M! (|! c vetrsse §tarsos: nt sus eu Kernvolk getreten war, die niederdeutschen Oranier [ esens geliebt und verehrt. Es ist auch mehr als ein zum erstenmal durch Zusammenarbeit mit NapoleonlII. geistreicher Einfall, daß eines der bahnbrechenden eine feindliche Haltung gegen das aufsteigende Preußen Werke zur deutschen Selbstbesinnung um die Per- einnahmen. Jedoch blieb diese Haltung auf die Ge- önlichkeit und das Werk Rembrandts h : samtstimmung der Völker ohne ernsten Einfluß. Diese „Rembrandt als Erzieher“. , var auch nach der deutschen Einigung 1871, während Auch die Baukunst beider Gebiete ist eines Geistes des Weltkrieges und hinterher nach wie vor freund- und suchte und fand gegenseitige Befruchtung. Hier achbarlich, zumindest auf deutscher Seite, die sich von wie dort denken wir nur an unsere Lübecker Re- irgendwelchen politischen Gewaltabsichten gegen das naissance-Portale, denken wir an die Wehrbefesstigung niederländische Brudervolk frei wußte. unserer Stadt, die entscheidende Einflüsse yon hollän- Wenn in dem für die Zukunft Europas und besonders" ddischen Baumeistern erfuhren. seiner germanischen Völker entscheidenden Ringen Vergessen wir auch nicht, daß dem größten deutsche Deutschland durch seine alle Neutralität mißachtenden Tonschöpfer – Ludwig van Beethoven + auch nieder Gegner gezwungen wurde, sich um des großen Zieles" ländisches Blut in den Adern rollt, vergessen wir nicht willen mit dem niederländischen Volke kämpfend aus- aß innerlich so deutsche Opern wie Richard Wagners einanderzuseßen, so war das bitter und geschah mitss, Lohengrin“ und Lortzings „Zar und Zimmermann innerem Widerstreben. So ist es verständlich, daß auch in den germanischen Niederlanden spielen. Auch da dieser Kampf keinerlei Änderung der grundsätzlichen,Ast mehr als eine Laune. Den gegenseitigen Aus freundlichen Haltung des deutschen Volkes gebracht" tausch bezeugen auch die Komponisten Verhulst, ge at. Wenn Teile des niederländischen Volkes und ihres boren im Haag, und Röntgen, geboren in Leipzig, politische Führung seit der deutschen Einigung iml die, jener in Leipzig, dieser in Amsterdam tätig war, 19. Jahrhundert die Sorge hegten, der große Bruder auch Willem Mengelberg mag als Zeuge des ständigen volle es mit Gewalt in seinen Staat einfügen, so war ulturaustausches genannt werden. Daß in det diese Sorge bestimmt nicht gerechtfertigt durch solche Wissenschaft das Gesamtgebiet seine Teile befruchtet, bsichten auf reichsdeutscher Seite, vor allem nicht ist eine Selbstverständlichkeit; welch ungeheure Be- seit dem nationalsozialistischen Umbruch. Erst derss deutung vor der staatlichen Trennung aber gerade die Verrat Großbritanniens an Europa und der dadurc Wissenschaft des niederländischen Volksteiles für das erzwungene Bruderkampf auf niederländischem Boden! hanze deutsche Volk gehabt hat, zeigen allein dic at die Frage fast über Nacht aufsteigen lassen, welche Namen: der Mystiker Thomas van Kempen, au innvolle Einheit sich das neue Europa um seines reichsdeutschem Boden geboren, Rudolf Agricola, de ebens und seiner Kultur willen geben muß. Dari! Begründer des deutschen Humanismus, der große ist auch die Frage eingeschlossen, wie das Zusammen- Erasmus von Rotterdam, Hugo Grotius, der Be- leben des Großdeutschen Reiches und der Niederland ründer des Naturrechts und Schöpfer des Völker nal
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