Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

ml WeilburgerjBücherbrief | Bild des großen und tiefen Dichters vollendet, und erst Vielleicht wird dieser oder jener Leser finden, ein” surch eine so durchdachte Übersezung wird der Weg Bücherbrief sei 1941 nicht vonnöten, da nicht alle er: gu ihm gebahnt, ein schwerer Weg auch jetzt, aber ein schienenen Bücher sofort greifbar seien und man sich lohnender. Über die Deutung des „Willehalms“ wird NcouItCr u L E Lſta . i Buch durch ein anderes zu ersetzen: jedes kennt seinen nder der einzelnen und Vereinzelten durch den Leser und sucht ihn, und wenn es ihn aus irgend- Willen zur Gemeinschaft, schließlich auch der größten, welchen Gründen heute nicht erreichen kann, so hoff der menschlichen überwinden, allerdings erst nad es, ihn morgen zu finden. Deshalb sollte, wer ein mancherlei Kampf und Kummer; und daß es die bestimmtes Buch verschenken oder besißen möchte, [Sendung des Reiches ist, solche höhere und dauerhafte richt ohne weiteres verzichten, sondern sich oder den rdnungen zu seßen. Jedenfalls läßt der „Willehalm' Freunde eine Anweisung schreiben, die eines Tages wie der ,„Parzifal‘ das Wesen des deutschen Mittel eingelöst werden kann und wird. alters ahnen, das deutsches Schicksal nicht nur war Schon einmal wurde in diesen Blättern die schöne ondern ist und also heute noch die deutsche Zukunft Folge besprochen, die der Inselverlag als „Das Buch! bestimmt. Darum lade, Wolframs Wunsch erfüllend deutscher Dichtung“ herauszugeben begonnen hat. auch der heutige deutsche Leser „diese Geschichte in Der erste Band „Frühes und hohes Mittelalter“ und sein Haus zum Herdfeuer !“ der fünfte Band „Die Zeit der Romantik“ sind be Neben Wolfram steht, auch er an einer Wende der reits im Vo:jahr erschienen; jetzt liegt, in unverändertP jzeiten, auch er dem letzten Sinn des Lebens zuge vorbildlicher Ausstattung, auch der zweite Band „Das wandt, der „Faust“ : 1941 wie 1914 ist das unsterb späte Mittelalter“ vor. Er wird manchen überraschen.F liche Gedicht in Unterständen und auf Krankentischen Denn aus den Jahrhunderten von 1250 bis 1500 sind gu finden gewesen. Ein zeitgemäßeres und ein gemeiniglich nur ein paar Namen bekannt, die selten schöneres Geschenk wäre daher kaum zu denken als ein lebendiges Bild wachrufen; im Bereich der Dich-" bie neue Gesamtausgabe des Jnselverlages ng gilt das späte Mittelalter für eine Zeit des Ver- die den Urfausst, das Fragment von 1790, die beiden falls, mit der man sich nicht zu beschäftigen brauche. Teile der Tragödie, die vermehrten Paralipomena, Fast das Gegenteil ist richtig: „ohne das späte Mittel die wichtigsten Äußerungen Goethes über den Faust alter wäre“, so urteilt der Herausgeber des zweiten und ein ausführliches erläuterndes Wortregister bietet Bandes, Friedrich von der Leyen, „das deutsche Volk in einem jener köstlichen Dünndruckbände, die de nie das deutsche Volk geworden“. „Der Weg voms Bücherfreund immer wieder entzücken. Ist es nicht deutschen Ritter zum deutschen Bürger, zum deutschen" fast ein Wunder, daß mitten im Krieg deutsche Büche Volk und zum deutschen Glauben“ ist „die Dominante‘"o unvergleichlich gedruckt und gebunden werden? dieses Buches; und wer es aufschlägt, dem klingt eine Mitten im Krieg ist auch die große Kolbenheyer- Menge von Melodie entgegen, nicht mehr in strenge lusgabe des Verlages Albert Langen, Georg Müller Form wie einst, oft breit und zu breit, aber reich und fertig geworden, „Gesammelte Werke in acht Bänden“ vielgestaltig, derb und zart, üppig und schlicht, der [nthaltend die großen Romane, die Erzählungen, die Betveis einer unerschöpflichen Lebensfülle und Lebens- Dramen und Gedichte, die „Bauhütte“ in ihrer frast. Lehrgedicht und Satire, Legende und Novelle, zweiten Fassung, die Aufsäte, Vorträge und Reden Fabel und Spruch, Chronik und Spiel und hohe Rede; Gleichzeitig hat derselbe Verlag die langersehnte wohl Neidhart von Reuental und Werner der „gartenaere', Feile Volksausgabe des „Paracelsus“ erscheinen Ulrich von Lichtenstein und Hadlaub, der Meister der] lassen. Die Bedeutung dieses J,mythischen Romans Limburger Chronik, und Johannes von Saaz, der dies + „das, was er bedeutet, liegt nicht in der Vergangen tiefsinnige Wechselrede zwischen dem Ackermann und! heit, sondern im Sinn seiner ewigen Gegenwart" dem Tod geschaffen hat; Meister Eckhart, Heinrich sagt Josef Nadler in dem soeben erschienenen vierten Seuse und der „Frankfurter“: selbst der Bruchteil, den Band seiner „Literaturgeschichte des deutschen Volkes ier nur genannt werden kann, läßt schon ahnen, we | ,, die Bedeutung des Kolbenheyerschen Werkes über- den Leser erwartet: das beglückende Einswerden näm- jaupt, dieses gotischen Gefüges aus Gedicht und Ge- ich mit jenem deutschen Volk, dem die Freuden und dante, wird erst die Nachwelt erfassen können, da erst die Leiden der Erde ebenso vertraut sind wie die Weges gie die Wirkungen zu ermessen vermag; doch spürt zu den Geheimnissen des fernen Himmels .. . schon der Mitlebende, staunend und ehrfürchtig, dali Der Verlag Eugen Diederichs in Jena hat seineshhier einer, unbeirrbar durch Beifall oder Mißfallen, Reihe „Die epischen Dichtungen des deutschen Mittel-lauf dem Wege vorwärtsschreitet, den „es echt alters‘ um einen neuen Band, den „Willehalm Sendung ihm gewiesen hat. ~. des Wolfram von Eschenbach, vermehrt, den Ähnliches gilt für Hans Carossa :: auch er schreibt wiederum Friedrich Knorr und Reinhard Fink über- michts, was er nicht schreiben müßte. Sein neuesteé ragen haben. Erst mit dem „VWillehalm“ wird das Buch „Das Jahr der schönen Täuschungen
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