Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

ange Zeit der erzwungenen Wanderung nach Deutsch+ rristisches Talent ersten Ranges“, wie schon Nikisch es p land und Holland ihn seine Mundart vergessen ließen. ausdrückte, erkennen läßt. Seine zahlreichen Chor- Diese tiefe Verwurzlung in dem heimatlichen Boden und Orchesterwerke, besonders diejenigen, die die hat auch ein Leben voller Entbehrungen und stetiger" sLeie-Landschaft im Mittelpunkt ihres geistigen In Kämpfe nicht vernichten können, denn für Duvosel haltes stellen, geben ihm das Gepräge eines musika: eit st die Liebe zur Heimat, die Gebundenheit an Boden] lischen Malers, der im Stimmungsmoment den An- ch. nd Volk eine Selbstverständlichkeit, die nicht nur i rieb zu seinen Schöpfungen erblickt. Es nimmt also cet der Tragik seines Lebenslaufes schlagartig zum Aus- kein Wunder, daß man öfters seine Kompositione M druck kommt, sondern auch in seinen zahlreichen Kunst“ hals ein Gegenstück betrachtet hat zu den berühmte at werken verwirklicht wurde. Denn Duvosels Lebens-4 [Werken der Leie-Maler, mit denen er eine starke Ver nei und Kunstgestaltung fußen beide auf der fanatischen, [wandtschaft zeigt. Der gesamte „Leie-Zyklus“, diese Ir. berzeugung, auf dem leidenschaftlichen Glauben, daß fünfteilige Bildreihe, steht ganz in diesem Zeichen eu das Künstlersein Dienst ist, Dienst am Volke und a nd kann zweifellos als eine Äußerung einer musi el der Schönheit. falischen Freiluftkunst, eines klingenden sogenannten u Es gehört daher zu der Lebenstragik dieses hervor. Pleinairismus, betrachtet werden. Troßdem wäre agenden Künstlers, daß, während in der flämischen ses grundfalsch, wenn man meinte, daß es Duvosel .' eimat sein Namen kaum noch ausgesprochen wurde, [lediglich darum zu tun sei, nur ein Spiel mit Note j r außerhalb der engen flämischen Grenzen schon früh- soder klanglichen Farben hervorzurufen. Neben der k! eitig einen guten Klang hatte. Schon 1908 wurde” pollendeten Beherrschung der gebundenen Form und 15 ins seiner Werke erfolgreich in Paris aufgeführt. In" der musikalischen Technik fällt besonders seine außer ; en Jahren vor dem Weltkrieg war er auch schon in sordentliche Iyrische Kraft auf, die vor allem auch in tit eutschland bekanntgeworden, und seine Werke wur- feinen zahlreichen Liedern zum Ausdruck kommt. Im ! en von Nikisch, von v. Hausegger und Richard“ übrigen unterscheidet er sich auch durch die symbolische . Ztrauß selbst verbreitet. Nach dem Weltkrieg arbeitete" Bedeutung seiner sehr persönlichen, fast romantischen tu! r in Holland als einer der angesehensten Chordirigen | Motivik und durch eine geballte, konstruktiv geschlossene en. Er war besonders in Haarlem tätig als Leiter ders Formgebung, die besonders in seinen mächtigen Chor- ortigen ,„Vereeniging voor Toonkunst“ und ders wverken zutage tritt. Man muß diese groß angelegte „Koninklijke Liedertafel‘. Siebenmal erhielt er mit Schöpfungen selbst erlebt haben, in ihrem klanglichen . einen Chorkompositionen den ersten Preis des Reichtum und ihrer bewegungsvollen Kontrapunkttik v „Koninklisken Nederlandschen Zangerbond“. Auch in um sich davon zu überzeugen, daß für Duvosel Mujil eutschland wurde er ein immer lieber gespielter und" kein Spiel ist, sondern Geist, Ausdruck des Lebens .f gehörter Meister, der noch 1938 bei einem internatio- tund Vertonung der großen lebenbeherrschenden Ge ' 1alen Musikfest in Frankfurt die Andacht auf sich lenkte" sdanken. Die Idee eines „Weltschmerzes“, dem er ei ! nit seinem tief empfundenen Werk „Aussöhnung“ usikalisches Bild für Baß, Solo und großes Orchester f uf ein Gedicht von Goethe. Ö widmete, fesselt ihn ebenso stark wie das göttliche Die Erfolge des letzten Jahres in Flandern abersss Prinzip, dem er in seinem groß angelegten „Santtt? haben ihn, den flämischen Meister, der nur für sein 111§ errliche, polyphone Hymne [u. Werk lebt und sich selbst von den eigenen Schöpfungen Das befreite Flandern, dem er mit Herz und Seele o leidenschaftlich hinreißen läßt, an die Spitze der ich gibt, hat noch vieles von diesem arbeitsfrohe Vi flämischen Komponisstenreihe gestellt, die seit den ann zu erwarten, der mit seinem Volk in eine neut ' Auftreten Peter Benoits im vorigen Jahrhundert die zeit hineinmarschiert, in die neue, schöne, germanische ntwicklung der flämischen Musit weitergeführt haben. gutkunft, für die Duyosel ein Leben. Iebt zwischen Lied Es gehört zu den Wesensmerkmalen der Kunst des" [und Kampf. (ßenter Meisters, daß er sich besonders als „ein kolo- Eröffnung der Buchwoche und uches eröffnet würde. In dieser Zeit der Prüfung,; h ans-Heitmann-Ehrung E Ci LN N RE Am letzten Sonntagmorgen versammelte sich ims werke erhalten kann. Auch unsere Soldaten benötigen! igidiensaale, den Asmus Jessen mit den Sinnbildern ine derartige Auffrischung durch gute Bücher, die „Schwert und Buch“ geschmackvoll ausgestattet hatte, gie nicht nur unterhalten, sondern auch ihre geistige" eine große Zuhörerschaft. Durch eine ernste, würdige mund seelischen Kräfte entwickeln. Darum muß in Finführungsrede wußte Kreisleiter Jabs das Bei inserer Kriegszeit zum Schwerte das Buch kommen. sammensein zu einer eindrucksvollen Feierstunde zu azu besitzen wir Niederdeutsche in unserer Mundart! h estalten, die durch Musikstücke von Liszt und Mozart ein Kleinod, das noch nicht genug gewürdigt wird; fünstlerisch eingerahmt wurde. Er wies darauf hin, sund wir können stolz darauf sein + so führte der Redne daß jetzt im ganzen Reiche die Woche des Deutsche veiter aus , daß wir in Lübeck einen so bedeutenden 178
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