Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

4.1 ! gur Andere Vorschriften richteten sich gegen den „Vor- viel stärkeren Auftrieb aus der Eigenerzeugung, aus i m kauf": niemand sollte den Mitbürgern Ware vor der ganz überragenden Handwerksleistungen. Solch kost- tern. Nase wegschnappen, um sie verknappen und mit Wu- bare und vielfältige Wertware wiederum band auch ö cher verkaufen zu können. Dies war eines der Gründe, den Großkaufmann stärker an das Schicksal des ein- die die Ansiedlung von Bürgern vor den Toren uner- zelnen Stückes: er blieb zugleich Einzelhändler. ; E . e Lc t UL t f FE {üilz! tc: Eqtttz enggeutayrcu rt Laren Tü i.uen vi tr: kot unt zer geshtt. hrt sssrlarrter Prattiten. Bare „uf bes kau des stöße mit den Krämern gegeben, die darin einen Ein- O T fs cs t Kt, 4,.r2.,.T ) c c §4. 1210/21 1 zie auch sie „zu begottspfennigen“. Geltung gewesen. Aber auch das ,„Gästerecht“ ver- 4 Weitere Bestimmungen schüttten vor falschem Maß qjuchten sie zu umgehen: als den Gesellschaftsgeschäften ichen und Gewicht: alle Ware mußte auf einer der beiden Lübecker mit Nürnberger Kaufleuten ein Riegel vor- U Stadtwaagen amtlich gewogen sein, der Oberwaage geschoben worden war, ließen sich einzelne Nürnberger ls am Markt oder der Unterwaage am Ufer zwischen in der Stadt als Bürger nieder und trieben, nunmehr rs Alf- und Mengstraße. Die Tonnengröße für Salz als Lübecker auftretend, Geschäfte mit ihren Ver- achs und Hezinge war vorgeschrieben, und die Packer hatten wandten in Nürnberg, rechtlich mit Fremden, in Wahr- “. sich zu strammer Füllung eidlich verpflichtet. heit mit Angehörigen der gleichen „Firmen“. Noch ieiste Die gewünschte Warengüte ward dem Käufer vor in einer weiteren Hinsicht trugen sie Fremdkeime in hand allem dadurch verbürgt, daß keine Ware mit falscher die hansischen Ordnungen: sie verwischten die Grenze mus Herkunftsbezeichnung versehen werden durfte. Des- zum selbständigen Handwerk, indem sie als „Verleger“ iwäte halb durfte auch die äußere Aufmachung nicht ver- dieses für sich auf Vorrat arbeiten ließen. Im weiteren dis ändert werden, etwa daß man getrocfnete Häute Verlauf entwickelte sich so aus der Zwischenschicht esen aufweichte und neu trocknete oder „Flachs anders zwischen den geschiedenen Ständen das Unternehmer- ufer band, als mit dem Band, damit er gebunden war“. tum und die einzelne Großfirma, die bald in Kampf- in Verstöße dagegen wurden besonders hart, nämlich mit sstellung zum Gemeinschaftsgeist traten. 1eine dem Verlust der Stadtwohnung, bestraft. Auf der In Lübeck folgte man dem Beispiel nur dort, wo . ü. © Verpackung waren nämlich die Zeichen des Ver- in den starken Bindungen Lücken geblieben waren. , die käufers oder Herstellers und des in der Regel dem So war beim Handel mit abgerichteten Islandfalken ' der ! suyy augeröreuden Herkunftsortes; so stand im der Großhändler zugleich Einzelhändler; in Gemein- Mm tàÑÊÑhu!=I2ik.L L EEN [, den Manche Einfuhrware, vor allem aber die in Lübeck Unternehmer richtete für die von den Reepern an die dort hergestellte, ward, um ein gleichwertiges Glied in der Schiffbauer zu liefernde Taue ein Teerungswerk, die dar- Kette gegenseitiger Bürgschaften zu bieten, von Be- älteste Dröge, ein. Gleichwie den Nürnbergern der nann auftragten des „Kaufmanns“ oder des Rates auf ihre Einzelverkauf aus ihren „Kellern“ in Lübeck erlaubt dem Güte untersucht und alles Mangelhafte als „wrack“ worden war, zog sich nach und nach der Handel der werk ausgeschaltet. Was die „Wraker“ dagegen nicht be- Krämer und die Arbeit der Handwerker vom Markt chiff anstandeten, konnte als „Lübecker Ware“ unbesorgt in die einzelnen Häuser zurück. Da somit auch am eder hinausgehen. Untermarkt keine Überfüllung mehr zu befürchten war, aret Daß aber einzelne Firmen der Stadt die von ihr erlaubt die Kaufmannsordnung von 1572 dort auch nur, gelieferte Ware als besser angepriesen hätten gegen- den Kleinverkauf „na older Wonheit“, wie es heißt; chen- über anderen Firmen, wäre dem Geist der Gemein- das heißt in diesem Fall: nach der Sitte, die schon oder schast zuwider gewesen und war praktisch undenkbar. lange troß Verbotes eingerissen ist. s gab nur „Lübecker Ware“. Und die war immer gut. Als das erste Firmenschild erscheint, erhebt sich ein yorn as war CEhrensache der Stadt. Die wenigen Bean- Sturm der Zunftbrüder gegen diese Neuerung. Noch gers, standungen, die es in den hansischen Jahrhunderten jahrhundertelang halten die alten Bindungen. Erst errtt, gegeben hat, wuchsen sich zu förmlichen Staatsaktionen im 18. Jahrhundert kann man von besscheidener | Da aus, die in die Urkundensammlungen eingingen. Jedes- Reklame sprechen. Damals erst verlängert sich auch del': mal ift dann der vollste Ersat geleistet worden. die Liste der fabrikähnlichen Betriebe, der Seiden- schen Nicht in allen großen Handelsplätzen des Mittel- webereien, Zuckerfabriken, Branntweinbrennereien, hen; alters ist die Entwicklung parallel verlaufen. Kattundruckereien. Noch hundert weitere Jahre aber org! In Nürnberg z. B. kam nur Wagenware an, und müsssen sie sich streng außerhalb der Zunftgerechtsame ji és fehlte der Gegensatz zwischen Hafen- und Umlands- halten und bleiben dadurch auf gewisse enae Gebiete i êt markt. Es fehlte auch im Handelsbereich ein so starkes begrenzt. het einseitiges Kulturgefälle wie zwischen dem hochent- Dann schob in der ganzen Welt eine Welle von j wickelten Flandern und dem russisch-schwedischen Roh- technischen Erfindungen den Unternehmer beherr- stoffgebiet. Dafür holte der Nürnberger Handel einen schend in den Vordergrund. Alle gewerblichen Bin- 1!
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