Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

Requisitionen an Geschützen, Munition und Mann- etwas östlich von der Stadt und eine Haubitzenbatterie iw schaft für Friedrichsort und die am Hafen von Eckern- auf dem Hügellande am nördlichen Ufer des Hafens. be förde anzulegende Batterien nachzukommen. Dieser Weder Friedrichsort noch Eckernförde kamen im ü Order wurde in Rendsburg auch Folge geleistet – diesem Feldzuge zu irgendeiner ernstlichen Tätigkeit, K allerdings mit einigem Widersstreben, da die Festung aber im nächsten Jahre wurden die von mir angelegten ni selbst nur sehr mangelhaft zur Verteidigung ausgerüstet Batterien bei Eckernförde rühmlichst bekannt durch ihren w war. Friedrichsort wurde jetzt mit brauchbaren Kano- Jiegreichen Kampf mit einem dänischen Geschwader, in ja nen versehen und möglichst in Verteidigungszustand welchem das Linienschiff „Christian VIII.“ in Brand V gesett. In Eckernförde erbaute ich eine große Batterie geschossen und die Fregatte „Gefion“ gefechtsunfähig n für schwere 12- und kurze 24-Pfünder am flachen Ufer gemacht und erobert wurde. H k Aus dem Umtkreis des alten Lübecker Hafens ' 20. Die Kontereskarpe Wo das Gegenufer flach ins Wasser ging, genügte E Ü Ü keinesfalls eine Bohlenwand; sie hätte dem Feind ja . Wenn das 19. Jahrhundert in den alten Städten Schutz vor dem Feuer der Verteidigung geboten. q Befestigungswerke niederlegte, um kernnahen Raum Außen an sie mußte schon ein kleiner schräger Wall n für seine Großbauten zu schaffen, sei es für Verkehr geschüttet werden, ganz flach geneigt, so daß sein v oder Industrie, Kunst und Wissenschaft oder Verwal- Außenanstieg von den Wallgeschützen bestrichen wer- s tung, so bot in den meisten Fällen ein Gürtel von den konnte. Für diese kunstreich flache Außenböschung G Außenwerken die bequemste Angriffsfläche; ihre Ein- des Vorwalls (der Faussebraie) galt der Fachausdruck ebnung war billiger und erlaubte in der Regel, Teile’ Glacis, der aber oft auf das ganze Vorfeld übertragen q der Hauptwerke als Denkmäler heimischer Vergangen- ward. Der Erdaushub des Vorwalles konnte als î heit, in moderne Parkanlagen umgewandelt, bestehen kleiner, schmaler Außengraben zu einem weiteren ; zu lassen. Hindernis ausgebildet werden. é Unter solchen Vorwerken nahm den größten Raum Wo Toreinlässe waren, konnte man Vorwall und ir eine breite, kahle Feldstrecke ein, in der keine Boden- Vorgraben verdoppeln, so daß ein drei- oder vier- J welle, kein Graben, kein Baum oder Haus einem an- seitiger Ravelin entstand. Vergegenwärtigt man sich, é, schleichenden Feinde Schuß bot. Schon die frühe daß Lübeck an seiner Haupteingangsstraße auch noch mittelalterliche Mauerverteidigung schäßte solch freies die Hauptwälle in doppelter Linie aufwies, so wird ö Schußfeld; es war nicht allein die Sorge um das Vieh verständlich, daß bis zur Entfestigung kein Feind einen der Bürger, wenn man auf große grasige Freiweide- Angriff auf unsere Stadt gewagt hat. flächen rings um den Mauerkranz hielt. Bei zu- Auf dem großen Westwallplan Jan van Brüssels nehmender Stärke der betürmten Mauer mag man ist die ganze Serie der Außenwerke: Kontereskarpe, lässiger geworden sein. Aber die Wallzeit mußte den Glacis und Vorgraben schematisch durchgezeichnet, § Gedanken neu aufnehmen, da die Pulverwaffen aus ohne Rücksicht auf die Bodenverhältnisse zu nehmen. b immer größerer Ferne zu wirken vermochten; wozu Doch findet sich ein bedeutsames Anzeichen, daß er g sollte sonst der Verteidiger weitreichende Geschüße auf die Schwierigkeit, im hohen Vorgelände der Rodden- g den Wall stellen! koppel, d. i. des Reeperberghangs, einen Vorgraben g Besondere Sorgfalt erforderten die Uferböschungen mit dem nötigen Wasser zu versehen, erkannt und ein- des Stadtgrabens. Es durfte nicht genug sein, daß berechnet hat. Er zeichnet nämlich im sonsst nicht an- d man dem Feind, wenn er bereits auf Kähnen und gedeuteten Vorstadtgelände eine auffallende Unde- J Flößen bis über den Graben vorgedrungen war, das rung ein: der Abfluß des Retteichs zur Peperbek ; Emporklettern am Wallhang durch ein möglichst hohes, wird gesperrt ~ genau um diese Zeit geht die Obere senkrechtes Bollwerk erschwerte, aus dem etwa noch Pepermöhle am Kreuzweg denn auch endgültig ein — f waagerechte Zacken starrten; schon dem Hinabsteigen und in einem neuen, sehr langen Graben unter der î vom Gegenufer und dem Hinablassen von Fahrzeugen Krempelsdorfer Landstraße hindurch und neben. de? " auf jener Grabenseite konnte ein Riegel vorgeschoben Schwartauer entlang bis in den Struckbach geleitet! h werden. Der Steilböschung oder Eskarpe am Wallfuß Diese seltsame Führung ist nicht anders zu deuter a mußte drüben eine Gegenböschung, eine Kontereskarpe als daß der neue Abflußgraben auf der Höhe des d (Contrescarpe), entsprechen, ebenso steil verplankt und Reeperberges das Wasser für den dortigen Teil des p tunlichst mil einem schräg aufwärts gerichteten Stachel- Außengrabens liefern sollte, der unter keinen Unt s franz versehen. Dann war man, auch ohne daß drüben ständen stark eingetieft werden durfte — dann hätte : Wachen gingen, vor einem nächtlichen Überfall einiger- er ja dem Feind als Schützengraben gedient — und Ö maßen gesichert, war doch anzunehmen, daß längere also als Hochgraben beiderseits abgedämmt anzu l feindliche Vorbereitungen die Wallverteidigung 'auf legen war. die Beine brachten. Diesen umständlichen Plan hat man fallen lassen, t I9()
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.